Historische Kopien von zwei Lettres Patentes

Commission für den Trésorier de France in Grenoble zur Konfiszierung von kirchlichen Pfründen um den Neubau und die Instandsetzung von Befestigungsanlagen in der Provinz Dauphiné

Charles IX. - 16. September und 13. Oktober 1561 (Kopien des 18. Jhdt.)

Historische Kopie von zwei Lettres Patentes von Charles IX. - Befestigungsanlagen in der Dauphiné

Bei diesem Dokument handelt es sich um historische Kopien des ausgehenden 17. oder frühen 18. Jahrhunderts zweier Lettres Patentes von Charles IX. Laut dem Dokument beauftragt der in Geldschwierigkeiten steckende König in Absprache mit seiner Mutter, der Regentin Catherine de Médicis, seinem "Onkel" Antoine de Bourbon, Duc de Vendôme, Titularkönig von Navarra und Vater des späteren Henri IV., den Prinzen von Geblüt und weiteren hochrangigen Notabeln den französischen Schatzmeister der Stadt Grenoble mit der Konfiszierung aller kirchlichen Pfünde. Die dadurch erhaltenen finanziellen Mittel sollen für den Neubau und die Instandsetzung von Befestigungsanlagen aufgewendet werden.

Charles IX., Marie de Médicis und Antoine de Bourbon ordnen die konfiszierung von kirchlichen Pründen anCommission von Charles IX. an den Trésorier de France von Grenoble Charles IX. - Karl IX. - Kopie Hugenottenkriege - Charles IX. - Karl IX. - Kopie
Dokument

[Magazin-N°: BR 0018]

Abschriften des 18. Jahrhunderts von zwei Lettres Patentes aus dem Jahr 1561;

Signaturen

Unterzeichnet:

Charles
für Charles IX,
(im Original, hier nur erwähnt);

Kontrasignatur:

keine Angabe;

Schriftstück

Empfänger:

Trésorier de France de Grenoble;

Art:

Historische Kopie von zwei Lettres Patentes/ Commission;

Datum:

16. September 1561,
Saint-Germain-en-Laye,
Datum des Originals;

13. Oktober 1561,
Saint-Germain-en-Laye,
Datum des Originals;

Format:

ca. 215 x 325 mm,
8p. (davon 6 beschrieben);

Material:

Vergé-Papier;

Es ist davon auszugehen, dass diese Anordnung von Caterina de' Medici direkt stammte, die als Gouvernante de France titulierte Regentin hinter ihrem Sohn Charles die Geschicke des Landes lenkte. Hintergrund für diesen Akt wird der sich bereits abzeichnende erste Hugenottenkrieg (1562-1563) gewesen sein. Ein 1561 geführtes Religionsgespräch zwischen Katholiken und Protestanten in Poissy brachte keine Einigung. Auf Seiten der katholischen Fraktion übte François de Lorraine, duc de Guise zunehmend Druck auf die Regentin und den König aus und versuchte durch einen provozierten Krieg die Macht an sich zu reißen. Auf der anderen Seite hatten die Hugenotten mit Unterstützung der Maison de Bourbon, welche das Königreich Navarra beherrschte, bereits eine schlagkräftige Armee inklusive Kavallerie aufgestellt und kontrollierten bereits annähernd 60 befestigte Städte. Dem König fehlten nicht nur die finanziellen Mittel eine Armee aufzustellen auch die Befestigungsanlagen im vom Königshaus kontrollierten Frankreich waren in einem desolaten Zustand. Da sie einem Angriff der hugenottischen Armee nicht lange stand halten würden und das Land sich ohnehin keinen Krieg leisten konnte, versuchte Catherine de Médicis 1560 bereits im Vorfeld eine Toleranzpolitik zu etablieren, indem Sie Antoine de Bourbon zu Generalstatthalter und den gemäßigten Michel de l'Hôpital zum Kanzler ernannte. DIeser erließ 1562 das Edikt von Saint-Germain, welches den Hugenotten außerhalb der befestigten Städt die freie Religionsausübung zusicherte.

Lettres Patentes von Charles IX. de France - Historische Kopie

Dennoch entluden sich die Religionsstreitigkeiten zwischen 1562 und 1563 im ersten von insgesamt acht Hugenottenkriegen. Ausgehend vom Blutbad von Vassy, welches am 1. März 1662 durch den Duc de Guise entweder provoziert oder aber wenigstens gedultet wurde. Dieser war eigentlich mit der Aufgabe betraut, eine Versammlung von ca. 600 Hugenotten zu sichern, welche sich in einer Scheune bei der Stadt Vassy für einen protestantischen Gottestdienst versammelt hatten. Diese beriefen sich zwar auf das von der Regentin zugesicherte Versammlungsrecht zur freien Religionsausübung, in der gegebenen Größenordnung war die Versammlung aber illegal. Über den Auslöser der Eskalation und die Anzahl der Opfer gibt es nur widersprüchliche Aussagen.

Hinweis: Die Stücke meiner Sammlung stehen grundsätzlich erst einmal nicht zum Verkauf. Diese Website stellt nur ein Online-Archiv dar. Sie haben Fragen?