Jean-Baptiste Massillon

Predigten, welche vor dem Könige in Frankreich Ludwig dem Funfzehnten gehalten worden. Theil 9: Trauerreden, nebst vier Einweihungsreden.

Walther, Dresden/ mit Privileg - 1756

Jean-Baptiste Massillon - Trauerreden welche vor Louis XV. gehalten worden

Jean-Baptiste Massillon (1663-1742) war königlicher Hofprediger unter Louis XIV. (1638-1715). Dieser berief ihn im Jahre 1704 in dieses hohe geistliche Amt am Hof von Versailles. Nach dem Tod von Ludwig XIV. ernannte man ihn 1717 zum Bischof von Clermont. Er wurde dann vom Duc d’Orléans "Philippe II. de Bourbon", dem Neffen Ludwigs XIV. und Sohn der Élisabeth Charlotte d´Orléans, welcher nach dem Tod des Sonnenkönigs die französischen Regierungsgeschäfte führte, damit beauftragt, die Fastenpredigten vor dem erst neun Jahre alten Louis XV. zu halten. Daraufhin verfasste Massillon die unter dem Titel "Petit Carême" bekannten Reden.

Jean Baptiste Massillon - Predigten Massillon - Hofprediger von Louis XIV. und XV. Predigten welche vor dem Könige in Frankreich gehalten worden Theil 9: Trauerreden, nebst vier Einweihungsreden
Buch

[Magazin-N°: BÜ 0002]

Predigten, welche vor dem Könige in Frankreich Ludwig dem Funfzehnten gehalten worden. Theil 9: Trauerreden, nebst vier Einweihungsreden.;

Autor:

Jean-Baptiste Massillon
königlicher Hofprediger
unter Louis XIV. und Louis XV.;

Sprache:

deutsch;

Exlibris:

Klosterbibliothek des Kapuzinerklosters Rosenheim;

Verlag:

Walther, Dresden;

Einband:

Leder;

Umfang:

427 Seiten;

Format:

128 x 205 mm;

Publikationsdatum:

1756;

Erhaltung:

Sehr guter Zustand. Leder mit Spuren von Wurmfrass. Buchrücken oben schadhaft. Papier leicht gebräunt/ leicht fleckig, sonst sehr gut erhaltenes Exemplar aus der aufgelösten Klosterbibliothek des Kapuzinerklosters Rosenheim;

Such Massillons unzähligen weiteren Predigten verbreiteten sich in ganz Europa. In diesem ins Deutsche übersetzte Buch aus dem Jahr 1756 werden Predigten in Form von Trauerreden zusammengefasst, die Jean-Baptiste Massillon in der Chapelle Royale de Versailles vor Louis XV. gehalten hat. Neben der Trauerrede auf den verstorbenen Signeur de Villars, Erzbischof von Vienne (wahrscheinlich Henri de Villars) und der Trauerpredigt auf den 1709 verstorbenen François Louis de Bourbon Prince de Conti, enthält das Buch auch die 43-seitige, in zwei Abschnitte unterteilte Trauerrede auf den Sohn von Ludwig XV., den Dauphin de Viennois Louis Ferdinand de France. Dieser starb am 20. Dezember 1765 im Château de Fontainebleau an Tuberkulose. Da er der einzige überlebende Sohn des Königs war, folgte ihm als Dauphin sein Sohn Louis-Auguste, der Duc de Berry und späterer Louis XVI. nach. Der König, der sich in den vergangen Jahren immer häufiger der offenen Kritik seines Sohnes an seinem Lebenswandel stellen musste, stürzte in eine Sinnkrise. Der Tod des Thronfolgers Louis Ferdinand leitete aber erst eine Folge von Schicksalsschlägen innerhalb der königlichen Familie ein. 1767 starb seine Frau, die Dauphine Maria Josefa von Sachsen und hinterließ dem König all seine Enkelkinder. Dann im Jahr darauf am 24. Juni starb schließlich auch die Königin Marie Leszczyńska.

Trauerrede auf Ludwig, den Dauphin

Massillons Predigt zum Tod des Thronfolgers Louis Ferdinand de France

Seite 140; ganz; Seite 141: Absatz 1; und Seite 182: letzter Absatz

Massillons Trauerrede zum Tod des Ludwig Ferdinand de Bourbon, Dauphin de France

So urtheilten die Großen und das Volk. Diese Hoffnung machten Sie sich von dem durchlauchtigen, großmächtigen und höchstvortrefflichen Fürsten, Monseigneur, Ludwig, den Dauphin. Unsere Urtheile waren richtig. Sie rühreten weder von dem Eigennutze, noch von der Schmäuchelen, noch von der Furcht, sondern von der Liebe her. Unsere Hoffnun war gegründet. Das Gegenwärtige war uns für das Zukünftige gut; und das leutselige und guthätige Wesen, so wie in seinem Privatleben erblickten, schilderte uns die Geschichte seiner Regierung im voraus ab.

Aber du Gott! hattest ihn uns gegeben, und du hast ihn uns auch genommen. Du hattest ihn unsern Wünschen zugestanden; du verweigerst ihn aber unsern Sünden. Du hattest ihn Frankreich zum Besten gegeben; du nimmst ihn wieder uns zu strafen. Du reißest das, was uns so lieb war, als ein Sturmwind dahin; sein Leben ist, wie eine Wolke, verschwunden. [...]

[...] Großer Gott! Solltest du wohl den Schooß deiner ewigen Barmherzigkeit einer so guten und gottesfürchtigen Seele nicht aufgethan haben? Sollte ein Prinz, der so sehr nach dem Herzen der Menschen war, nicht auch nach deinem Herzen sein? Ach! Herr, nimm das Opfer unserer Thränen und unseres Gebetes an. Siehe von deinem hohen Himmel auf diese heiligen Opfer. Laß das Blut des Lammes, welches auf dem Altare fließt, für ihn nicht vergeblich fließen. Tröste die Gottesfurcht eines Königs, und den Schmerz eines Vaters, welcher nicht mehr verlanget, daß sein Sohn lebe, wenn er nur bey dir lebet. Laß dieses herrliche Gotteshaus selbst für das Blut des heiligen Ludwigs reden! Gib deine Gerechtigkeit des Königs Sohne.

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