La fac-simile du testament de Louis XVI.

Suivi du fac-simile du testament de Marie-Antoinette d'Autriche, suivi du Supplément à la notice historique sur le testament.

Gebundene Einzeldrucke, 1816 bis 1822

Faksimile - La fac-simile du testament de Louis XVI., Suivi du fac-simile du testament de Marie-Antoinette d'Autriche, suivi du Supplément à la notice historique sur le testament. Signiert J.P. Daul/ gebundene Einzeldrucke, um 1816-1817

Dieser seltsame Band aus den Jahren 1816/22 enthält Faksimiles der handschriftlichen Testamente von Louis XVI. und Marie-Antoinette, sowie Faksimiles der Signaturen vom König und der Königin, vom jungen Dauphin Louis Charles (ungekrönter Louis XVII.) und der Schwester des Königs, Madame Élisabeth (zuzüglich ihrer Notiz: "jamais vous ne trouveres une amie plus vraie et plus tendre que moi"). Der König verfasste seinen letzten Willen am 25. Dezember 1792 im Temple zu Paris. Am 21. Januar 1793 ließ ihn der Nationalkonvent wegen Verschwörung gegen die öffentlichen Freiheit und der gesamten Sicherheit des Staates auf der Plaçe de la Revolution enthaupten.

Vorhanden sind auch Faksimiles der Signaturen folgender Abgeorneter des Revolutionstribunals: "Armand-Benoît-Joseph Guffroy" (Abgeordneter und Mitglied des Sicherheitsausschußes), "Laurent Lecointre" (Abgeordneter), "Antoine-Quentin Fouquier-Tinville" (öffentlicher Ankläger des Revolutionstribunals) [Anmerkung: diesem übergab Bault (s. u.) auch den Abschiedsbrief von Marie-Antoinette und nicht wie gebeten an Madame Élisabeth, die ihn nie erhielt], "Jean-Baptiste Massieu" (konstitutioneller Erzbischof und Abgeordneter) sowie von "Alexandre Legot" (Abgeordneter). Diese Signaturen stehen im Original unter dem Testament der Königin, hier sind sie jedoch auf einer Extraseite reproduziert.

Das in der Nacht vor Ihrer Hinrichtung in der Conciergerie des Palais de la Cité in Paris geschriebene Testament der Königin ist ein Abschiedsbrief an "Élisabeth Philippine Marie Hélène de Bourbon" (Madame Élisabeth/ 1764-1794), der Schwester von Louis XVI. Die übersetzte Abschrift können Sie weiter unten auf dieser Seite einsehen. Beide Testamente haben jeweils ein eigenes, reich verziertes Deckblatt, mit dem Vermerk "Mort Martyre". Auch gibt es zu jedem Testament ein abschliessendes, verziertes Deckblatt.

Faksimile Signatur - Louis XVI. Faksimile Testament Marie-Antoinette Faksimile Signature - Madame Élisabeth - "jamais vous ne trouveres une amie plus vraie et plus tendre que moi Marie-Antoinettes Gefängniszelle in der Pariser Conciergerie
Buch

[Magazin-N°: BÜ 0005]

La fac-simile du testament de Louis XVI, suivi du fac-simile du testament de Marie-Antoinette d'Autriche, suivi du Supplément à la notice historique sur le testament;

Autor:

nicht bekannt;

Graveur:

Pierre Piquet;

Sprache:

französisch;

Exlibris:

Geneviève et Jean-Pierre Daul;

Verlag:

Gueffier, Audot, Plancher/
Paris;

Einband:

Dunkler Maroquin-Einband der Zeit, mit goldenen Ornamentrahmen und goldenen Tränen. Signatur auf Rücken J.P. Daul;

Umfang:

139 Seiten
davon 17 und 15 Blätter blanko
und 6 Blätter fehlend,
davon mindestens 2 Stiche;

Format:

210 x 260 mm;

Publikationsdatum:

um 1816-1822;

Erhaltung:

Einband berieben und einige Schrammen. Inhalt ein wenig stockfleckig und vergilbt. Trotz kleiner Mängel alles in allem ein sehr schönes Exemplar;

Die Testamente werden jeweils von einer mehrseitigen historischen Notiz aus der Zeit um 1816 ein-, bzw. ausgeleitet. Diese beinhalten unter anderem Aussagen von Zeitzeugen, die im Temple oder in der Conciergerie anwesend waren oder mit dem Prozess und den Gefangenen zu tun hatten. Weiter unten finden Sie einen Auszug aus der Notiz zum Abschiedsbrief der Königin.

Der Band enthält einige, teils colorierte Stiche von Pierre Piquet. Diese zeigen neben den Portraits des Königs und der Königin auch einen exakten Grundriss der Gefängniszelle von Marie-Antoinette in der Pariser Conciergerie. In diese wurde die Königin am 1. August 1793 als "Witwe Capet" überstellt und bis zu Ihrer Hinrichtung am 16. Oktober 1793 inhaftiert. Ebenfalls vorhanden ist eine Ansicht des in der Zeit der Restauration unter Louis XVIII. errichteten Kenotaphen und die dreidimensionale Ansicht des Raumes mit der großen Gedenktafel. Einen Auszug der auf dem Kenotaphen angebrachten Inschrift finden Sie weiter unten, nach der Übersetzung des Abschiedsbriefes der Königin.

Faksimile - La fac-simile du testament de Louis XVI., Suivi du fac-simile du testament de Marie-Antoinette d'Autriche, suivi du Supplément à la notice historique sur le testament. Signiert J.P. Daul/ gebundene Einzeldrucke, um 1816-1817

Der Band hat einen dunklen Maroquin Einband mit sehr schönen Goldverzierungen in Form von umlaufenden Ornamentrahmen und goldenen Tränen in allen Ecken und auf dem Rücken. Der Inhalt ist merkwürdig aufgebaut und jeweils durch viele Blankoseiten gleichen Papiers voneinander getrennt. Diese Begebenheit, die unterschiedlichen Formate des Inhalts, die verschiedenen Papiergrammaturen und teilweise im Anschnitt stehender Text, lassen die Vermutung aufkommen, dass dieser historische Band eine gebundene Sammlung verschiedener Medien der Zeit oder eine Art Dummy für einen Verlag ist. Wahrscheinlich ließen die Exlibris-Inhaber Geneviève und Jean-Pierre Daul die einzelnen Inhalte, die teilweise mit Daten zwischen 1816 und 1822 versehen sind, zusammentragen und wegen des geringen Umfangs mit Blankoseiten versehen binden.

Das Testament der Königin.

Abschiedsbrief an Élisabeth Philippine Marie Hélène de Bourbon.

Verfasst in den frühen Morgenstunden des 16. Oktober 1793, kurz vor der Hinrichtung

Faksimile - La fac-simile du testament de Louis XVI., Suivi du fac-simile du testament de Marie-Antoinette d'Autriche, suivi du Supplément à la notice historique sur le testament. Signiert J.P. Daul/ gebundene Einzeldrucke, um 1816-1817

Dir, liebe Schwester, schreibe ich zum letzten Mal. Ich wurde soeben verurteilt, nicht zu einem schmachvollen Tod, der nur für Verbrecher gilt, sondern dazu, Deinen Bruder wiederzufinden. Unschuldig wie er, hoffe ich ihm in seinen letzten Augenblicken zu gleichen. Ich bin ruhig, wie man es ist, wenn das Gewissen dem Menschen keine Vorwürfe macht. Ich bedaure tief, meine armen Kinder zu verlassen. Du weißt, ich habe nur für sie gelebt und für Dich, meine gute zärtliche Schwester. Du, die Du aus Freundschaft alles geopfert hast, um bei uns zu bleiben – in welcher Lage lasse ich Dich zurück! Durch das Plädoyer des Prozesses habe ich erfahren, dass meine Tochter von Dir getrennt worden ist. Ach, die arme Kleine! Ich wage es nicht, ihr zu schreiben, sie würde meinen Brief nicht erhalten – weiß ich doch nicht einmal, ob dieser hier Dich erreichen wird. Empfange für sie beide hierdurch meinen Segen. Ich hoffe, dass sie später einmal, wenn sie größer sind, sich mit Dir vereinigen und ganz Deine zärtliche Sorgfalt genießen können. Mögen sie beide an das denken, was ich sie unablässig gelehrt habe: dass die Grundsätze und die genaue Befolgung der eigenen Pflichten das wichtigste Fundament des Lebens sind, dass die Freundschaft und das Vertrauen, das sie einander entgegenbringen werden, sie glücklich machen wird.“

„Möge meine Tochter, als die Ältere, fühlen, dass sie ihrem Bruder immer beistehen müsse mit Ratschlägen, die größere Erfahrung und ihre Freundschaft ihr eingeben werden. Möge mein Sohn hinwieder seiner Schwester alle Fürsorge und alle Dienste erweisen, die sich aus der Freundschaft ergeben. Mögen sie endlich beide fühlen, dass sie in jeder Lage ihres Lebens nur durch ihre Eintracht wirklich glücklich sein werden. Mögen sie sich uns zum Beispiel nehmen! Wie viel Tröstung hat uns unsere Freundschaft in unseren Leiden verschafft! Und das Glück genießt man doppelt, wenn man es mit einem Freunde teilen kann. Wo aber kann man einen zärtlicheren, innigeren Freund finden als in der eigenen Familie? Möge mein Sohn niemals die letzten Worte seines Vaters vergessen, die ich ihm mit Vorbedacht wiederhole: Möge er niemals danach trachten, unseren Tod zu rächen! Ich liebe ihn...“

„Ich muss zu Dir von einer Sache sprechen, die meinem Herzen sehr weh tut. Ich weiß, wie dieses Kind Dir Qual bereitet haben muss, verzeihe ihm, liebe Schwester, denk an seine große Jugend und wie leicht es ist, ein Kind das sagen zu lassen, was man will, und sogar das, was es selber nicht versteht. Ich hoffe, ein Tag wird kommen, da es um so besser den Wert Deiner Liebe und Zärtlichkeit begreifen wird, die Du beiden entgegenbringst.“

„Ich muss Dir noch meine letzten Gedanken anvertrauen. Ich hätte sie vom Beginn des Prozesses an niederschreiben mögen, aber abgesehen davon, dass man mir nicht gestattete zu schreiben, verlief er so schnell, dass ich in der Tat keine Zeit dazu gehabt hätte.“

„Ich sterbe im apostolischen, römisch-katholischen Glauben, der Religion meiner Väter, in der ich erzogen wurde und zu der ich mich immer bekannt habe. Da ich keinerlei geistliche Tröstung zu erwarten habe, da ich nicht weiß, ob es hier noch Priester dieser Religion gibt, und da auch der Ort, an dem ich mich befinde, sie allzu großen Gefahren aussetzen würde, wenn sie zu mir kämen, bitte ich Gott von Herzen um Vergebung für alle meine Sünden, die ich begangen habe, seit ich lebe. Ich hoffe, dass er in seiner Güte meine letzten Gebete erhören wird so wie alle jene, die ich seit langem an ihn richte, damit meine Seele seines Erbarmens und seiner Güte teilhaftig werde.“

„Ich bitte alle, die ich kenne, und im besonderen Dich, liebe Schwester, um Verzeihung für jedes Leid, das ich ihnen unwissentlich etwa zugefügt habe. Ich verzeihe all meinen Feinden alles Böse, das ich durch sie erlitten habe. Ich sage hiermit den Tanten und all meinen Brüdern und Schwestern Lebewohl. Ich hatte Freunde. Der Gedanke, dass ich von ihnen für immer getrennt bin, und das Bewusstsein ihres Schmerzes gehören zu den größten Leiden, die ich sterbend mit mir nehme. Mögen sie wenigstens wissen, dass ich bis zu meinem letzten Augenblick an sie gedacht habe.“

„Leb wohl, gute zärtliche Schwester! Möge dieser Brief Dich erreichen! Vergiss mich nicht! Ich umarme Dich von ganzem Herzen sowie die armen lieben Kinder! Mein Gott, wie herzzerreißend ist es doch, sie für immer zu verlassen! Leb wohl, leb wohl! Ich werde mich nun nur noch mit meinen geistlichen Pflichten befassen. Da ich nicht frei in meinen Entschlüssen bin, wird man mir vielleicht einen Priester zuführen. Aber ich erkläre hiermit, dass ich ihm kein einziges Wort sagen und ihn wie einen völlig Fremden behandeln werde.“

Notice Historique sur le Testament de la Reine.

Ein kurzer Auszug aus der historischen Notiz zum Testament

der Königin Marie-Antoinette d'Autriche.

Seite 9: Absatz 2, Absatz 4; folgend Seite 10: Absatz 1, Absatz 3 und Erläuterung (1)

Wappen der Könige von Frankreich und Navarra als Deckblatt Deckblatt der historischen Notiz zum Testament der Marie-Antoinette

[S. 9, Abs. 2] Zitat: "Il était plus de quatre heures de matin, et la Reine était accablée de fatique et de froid lorsqu'elle rentra dans sa prisonpour la dernier fois, C'est alors qu'elleécrivit cette lettre que nous avons le bonheur de posséder."

[S. 9, Abs. 4] Zitat: "Le concierge Richard avait été renvoyé de la conciergerie, victime de son dévouement pour la Reine. Il fut remplacé par" [S. 10, Abs. 1] Zitat: "un nommé Bault, qui conserva tous les égards que l'on pouvait hazarder dans cette circonstance, mais qui ne pouvait approcher sa prisonniére, qu'accompagné de deux gendarmes; il était la seule personne de la conciergerie qui l'approchât. Or, le 16 octobre, aussitôt que la Reine fut rentrée du tribunal, et il était quatre heures et demie du matin, elle demanda Bault, afin d'obtenir ce qui lui était nécessaire pour écrire. Il lui apporta bientôt ce qu'elle désirait, it il la laissa seule."

[S. 10, Abs. 3] Zitat: "Aussiôt que la Reine eut fini d'écrit, Bault fut rappelé. Elle le chargea d'une lettre [...] Mais il n'avait pu rentrer sans les deux gendarmes, et il fallut remettre au comité révolutionnaire ce qu'une main bien chère davait conserver. »Hélas!« dit Bault à son épouse (1) en rentrant chez lui, »ta pauvre Reine a écrit, elle m'a donné sa lettre, mais je n'ai pu la remettre à son adresse; il a fallu la porter à Fouquier.« Voilà des faits peu connus, mais dont nous sommes certains et qui prouvent jusqu'à l'évidence l'authenticité du Testament dans la lettre remise à Bault et portée à Fouquier? Voyons ce qu'elle devint ensuite."

[S. 10, Erläuterung (1)] Zitat: "La veuve Bault, qui nous a fourni tous ces détails, ne pouvait approcher de la Reine; mais Bault, connaissant toute sa vénération pour cette princesse infortunée, ne lui en parlait jamais en particulier qu'en la désignant par ces mots. »Ta pauvre Reine!«"

Inschrift des Kenotaphen in der Conciergerie.

Aus dem Lateinischen ins Französische übersetzt.

Seite 19 und Seite 20

[S. 19 und 20]
Zitat: "D. O. M.
Hoc in loco.
Marie-Antoinette-Joséphine-Jeanne, princesse d'Autriche,
Veuve de Louis XVI,
Après avoir vu son époux ´gorgé,
Ses enfants enlevés,
Jetée dans un cachot,
Accablée pendant soixante et seize jours de douleur, de deuil et misère;
Mais
Forte de sa vertu,
Se montra, dans les fers comme sur le trône,
Toujours au-dessus de la fortune.
Condamnée au supplice
par les plus criminels des hommes,
En présence de la mort,
Elle laissa dans ce lieu
Un t´moignage éternel de piété, de courage et de toutes les vertus,
Le 16 octobre MDCCXCIII.
Le trône étant enfin rétabli,
Cette prison, changée en sanctuaire,
Fut consacrée
L'an de Notre-Signeur MDCCCXVI,
la vingt deuxième année du règne de Louis XVIII,
Par les soins du préfet et des magistrats municipaux,
Le comte de Cazes étant ministre de la police générale.
Que que vous soyez,
Adorez, admirez, et priez."

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