Petit Trianon im Park von Versailles

Westfassade und Parterre im 19. Jahrhundert

Carte de Visite, um 1870

CDV-Fotografie - Château de Versailles - Petit Trianon - Marie-Antoinette - Madame Pompadour

Diese CDV-Fotografie zeigt das zwischen 1764 und 1768 im Auftrag von Louis XV. vom Hofarchitekten Ange-Jacques Gabriel errichteten Petit Trianon. Dieses wurde unweit des Grand Trianon [vgl. FA 0005 und GR 0006] am nördlichen Arm des Grand Canal als Rückzugsort fürLouis XV., der sich im weitläufigen Château de Versailles nie wohl fühlte, und seine Maîtresse Madame de Pompadour (1721-1764) errichtet. Die Fertigstellung des Gebäudes erlebte sie nicht mehr. Sie verstarb kurz nach Baubeginn im Alter von 43 Jahren. Einige Jahre später wurde das Petit Trianon vom König und ihrer Nachfolgerin, der Madame Dubarry genutzt. Hier brach Louis XV. auch zusammen, als er an den pocken erkrankte, an denen er wenige Tage später im Château de Versailles starb. Zu sehen ist hier die zweigeschossige Gartenfassade des eigentlich dreigeschossigen Bauwerks.

Heute ist das Petit Trianon unzertrennlich mit der letzten französischen Königin Marie-Antoinette verbunden. Diese bekam es von Ihrem Ehemann Louis XVI. als persönliches Refugium geschenkt. Sie konnte erholte sich hier von der strengen Etikette des Hofes. Marie-Antoinette ließ das kleine Lustschloss nach dem damaligen Geschmack der Zeit ausstatten und verbrachte dort viel Zeit. Sie ließ das Hofzeremoniell im Petit Trianon so weit wie möglich aufheben. So musste sich zum Beispiel niemand erheben, wenn die Königin einen Raum betrat. Diese Änderung nahm den befugten Höflingen auch das alte Privileg von der Königin empfangen zu werden, denn sie allein bestimmte wer Zutritt erhielt. In erster Linie nur enge Freunde und Vertraute, wie die Princesse de Lamballe oder die Duchesse de Polignac [vgl. PB 0004]. Sogar der König musste sich ankündigen. Dies sorgte bei den Höflingen, denen kein Zugang gewährt wurde, für viel Unmut und sie begannen sich gegen Marie-Antoinette aufzulehnen und ihr den gegebenen Respekt zu verweigern.

Die Kosten, die bei der Herrichtung des Gebäudes, dem Anbau des eigenen kleinen Theaters und für die ausschweifenden Feste die dort stattfanden entstanden, festigten das öffentliche Bild der Marie-Antoinette als "Madame Defizit". Die von ihr gemiedenen Mitglieder des Adels schürten diese Meinung noch, indem viele Gerüchte über die Verschwendungssucht der Königin in Umlauf brachten [vgl. PB 0005].

Château de Versailles - Petit Trianon - Le theâtre du grand trianon à Versailles
CDV-Fotografie

[Magazin-N°: FA 0006]

CDV Fotografie:"Gartenfassade des Petit Trianon im Park von Versailles";

Publikationsdatum:

um 1870;

Kartenformat:

108 x 69 mm;

Bildformat:

94 x 58 mm;

Erhaltung:

sehr schön;

Der Name CDV-Fotografie ist eine Abkürzung für die französische Bezeichnung "carte de visite". Dieser Stil der historischen Fotografie nahm in den 1850er Jahren stark an Popularität zu, da die CDV-Fotografien sehr schöne Bilder, mit starken Kontrasten und einer satteren Schwärzung zeigten. Leider konnten sie nur schlecht verschickt oder in ein Album geklebt werden, da die Karten leicht zu beschädigen waren.

Das CDV-Foto gehört zu der Gruppe der Karten-Fotografien. Das im Jahre 1850 von Louis-Désiré Blanquart-Evrard (1802-1872) entwickelte Albuminpapier (eine Mischung aus Eiweiß, Natriumchlorid und Silbernitrat) direkt auf Papierkarten montiert war. Der Farbton variiert zwischen gelb-, rot- und dunkelbraun. Albuminpapier ist das meistbenutzte Auskopierpapier des 19. Jahrhunderts.

Hinweis: Die Stücke meiner Sammlung stehen grundsätzlich erst einmal nicht zum Verkauf. Diese Website stellt nur ein Online-Archiv dar. Sie haben Fragen?