Château de Vaux-le-Vicomte

Südliche Ansicht mit Schlossgraben

Carte Postale, um 1907

Carte Postale - Melun - Château de Vaux-le-Vicomte. Fossés côté Sud. - Nicholas Fouquet, Louis Le Vau, André Le Nôtre und Charles Lebrun

Diese Ansichtskarte ist aus der Zeit um 1907 zeigt die Südseite des Château de Vaux-le-Vicomte mit dem breiten Schlossgraben. Das im Stil des klassizistischen Barock gehaltene Schloss mit seinen Pavillons und den detailliert gegliederten Fassaden wurde von 1656 bis 1661 im Auftrag des Finanzministers Nicolas Fouquet (1615-1680) errichtet. Architekt und Baumeister war niemand geringeres als Louis Le Vau (1612-1670). Besonders die durch ihn errichtete majestätische Kuppel, welche die südliche Gartenfassade überragt und nur von dieser Seite aus zu sehen ist, macht Vaux-le-Vicomte zu einem architektonischen Meisterwerk.

Die großzügigen französischen Gartenanlagen mit ihren beeindruckenden Sichtachsen, den unzähligen Parterres, Statuen, Grotten und dem quer verlaufenden Grand Canal legte André Le Nôtre (1613-1700) an. Die luxeriös verspielte und edle Innenausstattung von Vaux-le-Vicomte übernahm der Maler Charles Lebrun (1619-1690). Zusammen schufen sie ein bis dahin fast unübertroffenes Gesamtkunstwerk des französischen Barock und alle drei machten sich in Folge dessen unter Louis XIV. beim Bau seiner neuen königlichen Residenz in Versailles einen noch größeren Namen.

Carte Postale - Melun - Château de Vaux-le-Vicomte. Fossés côté Sud.
Postkarte

[Magazin-N°: FA 0016]

Ansichtskarte: "Melun - Château de Vaux-le-Vicomte. Fossés côté Sud.";

Publikationsdatum:

um 1907;

Kartenformat:

141 x 91 mm;

Bildformat:

141 x 91 mm;

Erhaltung:

gelaufen, beschrieben, 5 Centimes Marke, sehr schön;

Am 17. August 1661 gab Fouquet zu Ehren von Louis XIV. ein großes Fest in seinem neuen Schloss. Dieses erzielte jedoch nicht die gewünschte Wirkung beim König. Die opulente Inszenierung des Festes, die Ausstattung und Größe des Château de Vaux-le-Vicomte mit seiner riesigen Kuppel, sowie dessen perfekte Gärten verärgerten Louis angeblich sehr und er verließ die Festlichkeiten vorzeitig. Keines seiner Schlösser kam dem des Finanzministers gleich, ein Affront in seinen Augen. Der Anstoß begründet sich aber eher in der Tatsache, dass Nicholas Fouquet sein Anwesen warscheinlich aus veruntreuten Staatsgeldern finanziert hatte und nicht in der Eifersucht des jungen Königs. Drei Wochen später wurde Fouquet verhaftet und seiner Ämter enthoben. Das Urteil der Verbannung wandelte Louis XIV. persönlich in lebenslange Kerkerhaft um, in der Fouquet am 23. März des Jahres 1680 starb.

Die drei Architekten der Anlage wurden für den Bau des Château de Versailles verpflichtet. Eine Lebensaufgabe - denn Versailles würde Vaux-le-Vicomte an Größe und Ausstattung bei weitem übertreffen. Um Zeit und Kosten zu sparen, bediente man sich bei Fouquets Schloss. So kamen unter anderem das beschlagnahmte Mobiliar und Tischgeschirr nach Versailles, genau so wie die unzähligen Bäume aus dem Park. Sie wurden ausgegraben und in die Gärten [vgl. FA 0004] von Versailles verpflanzt.

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