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Geschichte des Château de Saint-Cloud

1870: Zerstörung des Schlosses im deutsch-französischen Krieg

Am 13. Oktober 1870 fällt das Bauwerk einem Feuer zum Opfer

Ruine des Schloss Château de Saint-Cloud
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Von seiner Residenz Saint-Cloud aus erklärte Napoléon III. dem preußischen König Wilhelm I. am 28 Juli 1870 den Krieg. In Folge des daraus resultierenden deutsch-französischen Krieges (1870–1871), besetzten preußische und bayerische Truppen am 19. September 1870 die Anhöhen um Paris und das Château de Saint-Cloud, welches sie als Hauptquartier nutzten. Bei den Kämpfen, die am 13. Oktober um die Stadt Châtillon ausbrachen, wurde diese Stellung der deutschen Truppen von den auf dem Mont Valérien stationierten Verteidigern von Paris unter heftigen Dauerbeschuss genommen. Dabei wurde das Château de Saint-Cloud getroffen und fing Feuer. Da wegen der andauernden Kampfhandlungen eine Löschaktion unmöglich war, brannte das gesamte Schloss mit allen drei Flügeln bis auf seine Grundmauern nieder. Dabei ging nicht nur das eigentliche Schlossgebäude, sondern auch die gesamte künstlerische Ausgestaltung aller Salons, Appartements, und Paradezimmer verloren. Die aufwendigen Vertäfelungen und Stuckarbeiten aus drei Stilepochen waren genau so unwiederbringlich zerstört, wie viele der Skulpturen und die kostbaren Deckengemälde der Galerie d'Apollon. Verschont blieben nur einige Stücke des kostbaren Inventars, welche die Kaiserin Eugénie umgehend nach der Kriegserklärung vorsorglich in Sicherheit bringen ließ.

Ruine des Schloss Château de Saint-Cloud Schloss Saint-Cloud Ruine des Aile Gauche und der Escalier d'Honneur

Die verbleibende Ruine, die nur noch aus ihren Mauern bestand, war ohne Dächer und Zwischenböden in den folgenden zwanzig Jahren schutzlos der Witterung ausgeliefert. Die Gemäuer verfielen zusehends und so wurden sie im Jahre 1891 schließlich abgebrochen. Den Flammen, dem anschließenden Verfall und dem Abriss getrotzt hatte der während der Schlosserweiterung unter Philippe I. d'Orléans installierte Giebel des Nordflügels. Der bulgarische Kronprinz und spätere Zar Ferdinand I. ließ den Giebel über seine Mutter Clémentine d'Orléans, Tochter von Louis-Philippe I., kaufen und zur Zierde in eine Wand der Hauptterasse seiner Sommerresidenz in Euxinograd am schwarzen Meer integrieren.

Vom Château de Saint-Cloud sind heute nur noch die alten Fundamente und einige Reste der ehemalig direkt angrenzenden Terrasse des einst so anmutigen Schlosses erhalten. Von seiner langen Geschichte berichtet aber der fast vollständig erhaltene, 460 Hektar große und viel besuchte Park, die "Domaine national de Saint-Cloud", in dem man die historischen Brunnen, Kaskaden, Fontainen und Statuen besichtigen kann.

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• Nächster Abschnitt: Rekonstruktionspläne

Geplanter Wiederaufbau des Château de Saint-Cloud

Die Association "Reconstruisons Saint-Cloud"

Zur Zeit gibt es Bemühungen das Château de Saint-Cloud zu rekonstruieren. Dafür macht sich die "Association Reconstruisons Saint-Cloud" unter dem Vorsitz ihres Präsidenten, Herrn laurent Bouvet, stark. Das Projekt stößt auf breite Zustimmung und viel positive Resonanz. Mehr zu diesem Projekt erfahren Sie auf der Sonderseite zur Association Reconstruisons Saint-Cloud.

Quellenverzeichnis (u.a.):
• Association Reconstruisons Saint-Cloud

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