Lettres de cachet

Versiegelte Briefe als königliche Anordnungen

Vertrauliche, geheime, nicht öffentliche Angelegenheiten und Haftbefehle

Lettres de cachet sind – im Gegensatz zu den offenen Lettres Patentes – vom französischen König unterzeichnete, versiegelte Schreiben, die vertrauliche oder geheime Angelegenheiten regelten ohne eine weitere Kontrolle als die Kontrasignatur eines Ministers zu durchlaufen. Mit ihnen wurden aber auch Angelegenheiten, die im besonderen Interesse des Königs lagen geregelt, wie zum Beispiel die Gründung der Comédie-Française am 21. Oktober 1680. Die auf Papier verfassten Lettres de cachet wurden mit dem kleinen königlichen Siegel verschlossen weitergegeben.

Berüchtigt sind die als Lettre de cachet ausgestellten Haftbefehle der Könige. Besonders seit der Regierungszeit von Louis XIV. – aber auch schon davor – wurden diese während des Ancien Régime so oft angewendet, das der Lieutenant Général der jeweiligen Polizeistellen in der Regel bereits vorgefertigte Schreiben aufbewahrte, in die er nur noch den Namen einer zu verhaftenden Person eintragen musste. So wurden sehr viele Personen, insbesondere Freidenker, Aufklärer, Schriftsteller, Gegner der Monarchie, rebellische Adelige und andere Aufständische ohne ein weiteres Urteil durch Verbannung oder das Einweisen in ein Staatsgefängnis wie zum Beispiel die Bastille [vgl. GR 0012] unschädlich gemacht.

Diese Art der Verhaftung wurde aber nicht nur dazu genutzt um in Ungnade gefallene Personen aus dem Weg zu schaffen. Die Lettres de cachet waren auch eine Anordnung von allerhöchster königlicher Stelle, um Personen auf diese Weise der Justiz zu entziehen.

Die französische Nationalversammlung setzte den Lettres de cachet mit einem Dekret vom 23. Juni 1789 ein Ende. Im Jahre 1811 wurden sie von Napoléon Bonaparte jedoch wieder eingeführt.

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Literatur und Medien

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