Pfälzischer Erbfolgekrieg

Auch Neunjähriger Krieg oder Orléansscher Krieg genannt

1688 bis 1697 gegen die Augsburger Liga/ Augsburger Allianz

Der Pfälzische Erbfolgekrieg in den Jahren 1688 bis 1697 fand im Bereich der Kurpfalz und großen Teilen Südwestdeutschlands statt und wurde durch den Tod von Karl II. Kurfürst von der Pfalz ausgelöst. Er ist Teil der durch Louis XIV. ausgelösten Reunionskriege, mit denen er zum Ende des 16. Jahrhunderts militärisch versuchte, die französischen Besitzungen und Landesgrenzen auszuweiten. Die aggressive Vorgehensweise brachte diesen Kriegszügen auch den Beinahmen "Raubkriege" ein.

Die Reunionspolitik Ludwigs XIV. sah unter anderem vor, linksrheinische Gebiete zu besetzen und die natürliche Rheingrenze für Frankreich zu gewinnen, um so seine Macht gegenüber dem deutschen Kaiser auszubauen. Am 24. September 1688 besetzen seine Truppen Köln und am 19. Oktober Mainz. Bereits zehn Tage später nehmen seine Truppen Philippsburg ein und Koblenz wurde von Oktober bis November belagert.

Louis XIV. rechtfertigte seinen Einmarsch in das Kaiserreich mit Erbansprüchen auf die Gebiete des pfälzischen Kurfürsten, welche aus der Heirat seines Bruders "Philipp I. d´Orléans" (1640-1701) mit "Elisabeth Charlotte Prinzessin von der Pfalz" [vgl. BÜ 0001], der Tochter des Kurfürsten "Karl I. Ludwig von der Pfalz" (1617-1680) gründeten. Dieser hatte in seinem Testament genau aus diesem Grund zwar finanzielle Mittel zugesagt, jedoch um alle Ansprüche Frankreichs auf sein Fürstentum im Vorfeld zu nichte zu machen seine Tochter vorsorglich enterbt. Ludwig ließ das Testament jedoch kurzerhand vom Parlement [vgl. PB 0009] in Paris für ungültig erklären.

Nachdem Karl II., der Nachfolger des pfälzischen Kurfürsten Karl I., am 16. Mai 1685 kinderlos im Alter von 34 Jahren verstarb und der neue Kurfürst "Herzog Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg" 1686 der Augsburger Liga beitrat, in der sich am 09. Juli 1686 die europäischen Großmächte, bestehend aus Kaiser Leopold I., dem spanischen König Carlos II., dem bayerischen Kurfürsten Maximilian II. Emanuel von Bayern, dem schwedischen König Karl XI. sowie einigen anderen Reichsständen, gegen die Reunionspolitik Frankreichs verbündeten, sah Ludwig keine andere Möglichkeit mehr, als die Erbansprüche seiner Schwägerin auf die linksrheinischen Gebiete mit militärischen Mitteln geltend zu machen.

Erst im Jahr 1697 konnte der Pfälzische Erbfolgekrieg durch den Frieden von Rijswijk beendet werden, allerdings nicht durch eine militärische Einigung sondern durch Verhandlungen der Seemächte der Niederlande und Großbritanniens mit Frankreich. Das Kaiserreich musste alle Bedingungen akzeptieren. Das bereits 1648 annektierte Elsass und die 1681 eingenommene Reichsstadt Strasbourg sowie Lothringen wurden endgültig französisch. Die restlichen annektierten Reunionsgebiete mußte Louis XIV. wieder abgeben.

Auch für die neue Residenz Ludwigs, das Château de Versailles, hatte der pfälzische Erbfolgekrieg spürbare Auswirkungen. So wurde zum Beispiel das berühmte Silbermobiliar des Versailles Spiegelsaals eingeschmolzen um an finanzielle Mittel zu gelangen und Bauvorhaben wie zum Beispiel der Bau des stadtseitigen Traktes des Nordflügels [vgl. GR 0018] vorerst und der Bau des Canal de l'Eure [vgl. LA 0006] ganz eingestellt.

Relevante Stücke

Übersicht aller Objekte die sich auf den pfälzischen Erbfolgekrieg beziehen:

Literatur und Medien

Hier habe ich einige Links zu informativen Büchern und Filmen zusammengestellt:

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