Hydraulique - Machine de Marli, Planche I. et II.

Aus der "L'Encyclopédie, ou Dictionnaire Raisonné des Sciences, des Arts et des Métiers" von Diderot und d'Alembert.

Robert Bénard, um 1765/1768

Hydraulique Machine de Marli, Schloss Versailles

Dargestellt ist hier die in den Jahren 1681 bis 1684 von Arnold de Ville geplante und von Rennequin Sualem umgesetzte Maschine von Marly. Diese Ingenieurszeichnung, stammt aus der "l'Encyclopédie, ou Dictionnaire Raisonné des Sciences, des Arts et des Métiers" von Diderot und d'Alembert. Sie zeigt die verbleibenden Reste der ersten, unter Louis XIV. errichteten Maschine von Marly, nachdem ein Teil der aufwändigen Konstruktion bereits im Jahre 1758 demontiert wurde.

Dieses hydraulische Pumpwerk war ein 4 Millionen Livres [vgl. BA 0001] teures Meisterstück ihrer Zeit und stillte – wenn auch niemals ganz – entweder den unermüdlichen Wasserdurst der Fontainen in den weitläufigen Parkanlagen von Versailles oder je nach Aufenthaltsort des Königs auch die Brunnen und die Kaskade im Park des Château de Marly [vgl. LA 0005]. Hierzu wurden die großen Wasserreservoirs "Grand Reservoir du Trou d'Enfer" und "Reservoir de la Ramasse" beim Schloss von Marly über das Aquädukt von Louveciennes mit Seinewasser gefüllt, welches von hier aus zu den Parks weitergeleitet wurde. Unter den besten Voraussetzungen konnte die Maschine von Marly an einem Tag maximal 3.200 Kubikmeter Wasser bis ins 8 Km entfernte Schloss pumpen. Diese Menge war jedoch zu gering für alle Wasserspiele. So hielten die Brunnenmeister immer nur die Fontainen in Betrieb, die sich im unmittelbaren Sichtfleld des Königs befanden. Um diesem Problem entgegen zu wirken, sah ein weiterer Plan zur Beschaffung des kostbaren Wassers den Bau des Canal de l'Eure [vgl. LA 0006] vor, welcher jedoch nie fertiggestellt wurde.

Hydraulique Machine de Marli Technische Zeichnung Maschine von Marly
Kupferstich

[Magazin-N°: LA 0002]

Hydraulique,
Machine de Marli,
Planche I. et II.,
Einzelblatt aus dem Werk: "L'Encyclopédie, ou Dictionnaire Raisonné des Sciences, des Arts et des Métiers";

Autoren:

Denis Diderot
Schriftsteller, Philosoph, Aufklärer;

Jean-Baptiste le Rond d'Alembert
Mathematiker, Philosoph, Aufklärer;

Graveur:

Robert Bénard,
Direx;

Publikationsdatum:

um 1765-1768;

Druck:

Kupferstich, sw;

Bogengröße:

ca. 360 x 250 mm;

Plattengröße:

ca. 320 x 223 mm;

Erhaltung:

leicht fleckig, sonst sehr schön;

Die vor der Demontage insgesamt 14 Wasserräder hatten jeweils einen Durchmesser von ungefähr 12 Metern. Damit wurden mehr als 250 Pumpen betrieben, welche das Wasser aus der Seine über einen gewaltigen Höhenunterschied bis zum Château de Versailles pumpten und dabei den enormen Druck für den Weg und die Wasserspiele aufbauten. Der dabei entstandene Lärm der Antriebsgestänge, welche die zusätzlichen Pumpstationen auf halber strecke antrieben, muss ohrenbetäubend gewesen sein und war kilometerweit zu hören. Sogar die "Madame Dubarry", die Maitresse-en-titre des Königs Louis XV., welche unweit der Maschine das Schloss von Louveciennes besaß, beschwerte sich über den nächtlichen Lärm, der beim Auffüllen der Reservoirs entstand und sie nicht schlafen ließ.

Obwohl die Maschine von Marly sehr anfällig war und der erste Teil bereits im Jahr 1758 demontiert wurde, arbeitete der verbleibende Rest eingeschränkt bis zum 25. August 1817. Danach wurde unter Napoleon der Entwurf für die zweite Maschine de Marly in Auftrag gegeben.

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