Lettres Patentes in Form eines Edikts,

über die Verleihung von "Lettres de Committimus au grand Sceau"
durch Beamte des Pariser Parlements.

Louis XV. - Versailles, 28. Dezember 1724

Lettres Patentes en forme d'Édit, Portant concession de Committimus au grand Sceau aux Officiers du Parlement de Paris. Louis XV. - Versailles, 28. Dezember 1724

Lettres Patentes in Form eines Edikts im Namen des grade vierzehnjährigen Louis XV. Dieser wurde etwas mehr als zwei Jahre zuvor in Reims zum König von Frankeich und Navarra gesalbt. Jedoch wurden die Regierungsgeschäfte von 1715 bis 1723 vorerst durch seinen Onkel Philippe II. de Bourbon, Duc d'Orléans (1674-1723) geführt. Dieses regelte ein Erlass des 1715 verstorbenen Sonnenkönigs, da Louis XV. vor erreichen des 13. Lebensjahres als noch minderjährig galt und nicht gekrönt werden konnte. Diese Zeit nennt man die "Régence des Enkels von Frankreich" (Régence du petit-fils de France).

Mit dem hier vorliegendem Erlass wird die Vergabe von "Lettres de commitimus au grand Sceau" durch Beamte des Pariser Parlements geregelt. Die mit diesem Edikt angesprochenen Officiers hatten innerhalb des "Chambre des requêtes", der Petitionskammer des Pariser Parlements, eine besondere Aufgabe. Sie verhandelten seit dem Beginn des 14. Jahrhunderts stellvertretend für den König ausschließlich Fälle des Zivilrechts, welche von privilegierten Personen mit dem Vorrecht des "Commitimus" eingebracht wurden. Diese Personen waren durch die Verleihung der Titel "Committimus du grand sceau" oder "Committimus du petit sceau" dazu berechtigt ihren Fall der unmittelbaren Gerichtsbarkeit des Königs zu unterstellen. Das Wort Commitimus stammt vom lateinischen Wort für "anvertrauen" ab: "Dem König und Richter vertrauen wir unseren Fall an" (lat: Regi et judici commitimus causam nostram). So bildete sich im Laufe der Zeit eine eigene Unterkammer innerhalb des Petitionsgerichts, das "Chambre des requêtes du Palais".

Dieses Edikt aus dem Jahr 1724 bestimmt also, an wen und unter welchen Begebenheiten und Umständen die Officiers des Pariser Parlements den Titel des "Commitimus au grand sceau" verleihen durften.

Edikt Louis XV. über die Verleihung des Titels Commitimus au grand sceau Lettres Patentes en forme d'Edit - Ludwig XV. - 1724 Lettres Patentes en forme d'Édit, Portant concession de Committimus au grand Sceau aux Officiers du Parlement de Paris. Louis XV. - Versailles, 28. Dezember 1724
Lettres Patentes

[Magazin-N°: LP 0007]

Lettres Patentes en forme d'Édit, Portant concession de Committimus au grand Sceau aux Officiers du Parlement de Paris;

Verfasser:

Louis XV.;

Niederschrift:

28. Dezember 1724,
gegeben zu Versailles;

Registrierung:

29. Dezember 1724,
im Parlement Paris;

Signatur (gedruckt):

Louis,
für Louis XV.;

Kontrasignaturen (gedruckt):

Phélypeaux,
wahrscheinlich Louis Phélypeaux, Comte de Pontchartrain;

Fleuriau,
Procureur géneral du Roy en Parlement, wahrscheinlich Charles Jean Baptiste de Fleuriau d'Armenonville, comte de Morville
(visa pour Committimus au grand Sceau aux Officiers du Parlement de Paris);

Siegel (gedruckt):

Grand Sceau de cire verte en lacs de soye rouge et verte;

Sprache:

französisch;

Verlag/ Druck:

P. G. Simon, Paris,
Imprimeur du Parlement;

Format:

180 x 235 mm,
geschlossenes Format;

Umfang:

4 Seiten,
Vergé-Papier, ursprünglich genäht;

Deckblatt:

Kupferstich Bourbonenwappen;

Erhaltung:

Sehr schön erhalten;

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