Edikt des Königs Louis XV.

über die Prägung neuer Gold- und Silbermünzen

Louis XV. - Januar 1726

Édit du Roy Louis XV, Qui ordonne une Fabrication de nouvelles Especes d'Or & d'Argent, 1726

Mit diesem königlichen Edikt aus dem Jahr 1626 wird im Namen des erst 16-jährigen Louis XV. die Fertigung von neuen Silber- und Goldmünzen angeordnet [vgl. MÜ 0010]. Diese Louis d'or und Écu d'argent sind einsetzend mit der Veröffentlichung des vorliegenden Edikts für den Umlauf im gesamten Königreich mit allen zugehörigen Ländereien und Herrschaften herzustellen, um alle alten in Umlauf befindlichen Gold- und Silbermünzen zu ersetzen.

In neun Artikeln werden alle erforderlichen Vorgaben zu Größen, Gewicht, Edelmetallgehalt und Wert der jeweiligen Münzen festgehalten – wobei die entsprechenden Münzgewichte und die Herstellung durch die bereits in vorangegangenen Edikte vom August 1723, September 1724 und Dezember 1719 (Artikel IV.) geregelt werden. Auch die Wechselkurse zum Tausch von alten Gold- und Silbermünzen werden detailliert festgesetzt. Das Dokument enthält auch die Abbildungen der neuen Prägung beider Münztypen, dargestellt anhand der Pariser Münze mit dem Stempel "A".

Edikt Ludwig XV. zur Prägung neuer Goldmünzen und Silbermünzen, Marly 1726 Edit du Roy, Ludwig XV Abbildung der Prägungen de im Edikt von Ludwig XV. (Edit du Roy Louis XV) - 1726r neuen Gold- und Silbermünzen Edit du Roy Louis XV Edikt registriert in der Cour des Monnoyes, 1726
Édit du Roy

[Magazin-N°: LP 0013]

Édit du Roy, Qui ordonne une Fabrication de nouvelles Especes d'Or & d'Argent;

Verfasser:

Louis XV.;

Niederschrift:

Januar 1726,
Gegeben zu Marly;

Registrierung:

04. Februar 1726,
Registriert und veröffentlicht durch die der Cour des Monnoyes, Paris;

Signatur (gedruckt):

Louis,
für Louis XV.;

Kontrasignaturen (gedruckt):

Phélypeaux,
wahrscheinlich Louis III. Phélypeaux, Comte de Saint-Florentine, Marquis de la Vrillière;

Fleuriau,
Procureur géneral du Roy en Parlement, wahrscheinlich Charles Jean Baptiste de Fleuriau d'Armenonville, comte de Morville;

Dodun,
Ratsmitglied (Vû au Conseil);

Gueudre,
Procureur général du Roi en la Cour des Monnoyes (Registrierung);

Siegel (gedruckt):

Grand Sceau de cire verte;

Sprache:

französisch;

Verlag/ Druck:

Imprimerie Royale,
Paris;

Format:

192 x 245 mm,
geschlossenes Format;

Umfang:

12 Seiten,
Vergé-Papier, nicht gebunden;

Deckblatt:

Wappen mit den drei
Fleurs-de-Lys und Krone über einem Motiv der Cour des Monnoyes (?) und einem Monogramm mit Doppel-L und Krone;

Erhaltung:

Altersbedingt fleckig, sonst sehr schön erhalten;

Die neu zu prägenden Louis d'Or

Goldmünze in drei proportionalen Werten

Prägung Goldmünze Louis d'Or - Ludwig XV., 1726 Paris

Louis d'Or mit 24 Karat Goldgehalt bei einer Größe von 30 (ohne Maßeinheit) und einem Wert von 20 Livres. Zusätzlich werden halbe und 2 Louis d'Or-Stücke mit jeweils proportionalem Wert pro Münze geprägt.

Prägung avers: Louis XV., Brustbild nach links;
Umschrift avers: LUD XV . D . G . FR . ET NAV REX;

Prägung revers: Krone mit dem Wappen von Frankreich (drei Fleurs-de-Lys)
und dem Wappen von Navarra;
Umschrift revers: CHRS . REGN . VINC . IMPER . 1726 (A)

Die neu zu prägenden Écus

Silbermünze in fünf proportionalen Werten

Prägung Silbermünze Écu aux branches d'Olivier (Laubtaler). Ludwig XV. - 1726

Silber Écu (Écu aux branches d'Oliviers/Laubtaler) mit einem Wert von 5 Livres. Zusätzlich werden halbe, 1/5, 1/10 und 1/20 Écu-Stücke mit proportionalem Wert pro Münze geprägt.

Prägung avers: Louis XV., Brustbild nach links;
Umschrift avers: LUD . XV DG . FR ET NAV . REX;

Prägung revers: Bourbonenwappen mit drei Fleurs-de-Lys
und Krone umrahmt von zwei Olivenzweigen;
Umschrift revers: SIT NOMEN DOMIN BENEDICTUM . 1726 (A)

Alte Münzen werden aus dem Umlauf genommen

und nach einem festgelegten Wechselkurs gegen Bargeld getauscht

Der Artikel III. des Edikts legt fest, dass alle alten, sich in Umlauf befindlichen Gold- und Silbermünzen in die verschiedenen Münzwerkstätten gebracht werden sollen, um dort eingeschmolzen und zu neuen Münzen umgearbeitet zu werden. Der entsprechende Gegenwert, der in diesem Edikt einheitlich gültig für das gesamte Königreich festgehalten ist, wird von Wechselstuben und Münzwerkstätten in bar ausgezahlt. Dies gilt auch für ausländische Währungen.

Die festgehaltenen Wechselkurse geben an, dass für die Feingoldmark oder 24 Karat eine Summe von 536 Livres, 40 Sols und 6 Deniers gezahlt wird. 492 Livres erhält der Überbringer für selbige Louis d'Or, spanische Pistoles, portugiesische Millerets und englische Guinées.

37 Livres, 1 Sol, 9 Deniers und 9 Elftel (?) wird für die Feinsilbermark gezahlt. Der Wechselkurs für die Écu-Mark, spanische Piaster und Reales sowie englische Écus beträgt 34 Livres

35 Livres 7 Deniers zahlen die Münzwerkstätten für die Marc de la Vaissel mit Pariser Prägestempel. 34 Livres, 10 Sols und 3 Deniers für aufgewertete Münzen dieser Art und 33 Livres und 16 Sols für die damals neuen mexikanischen Piaster.

Alle anderen Münzen werden proportional zu ihrem Wert nach diesem Schema umgerechnet gewechselt.

Der Artikel IV. garantiert den Wechsel zu den oben genannten Kursen bis zum 30. April des Jahres 1726. Beginnend mit dem ersten Mai werden die genannten Münzen nicht mehr zu oben genannten Kursen gewechselt und ausgezahlt. Mit diesem Datum beginnt ein neuer, schlechterer Wechselkurs, der mit 529 Livres, 1 Sol und 9 eniers für die Feingoldmark beginnt. Weitere Abwertungen finden zum ersten August und ersten September statt

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