Ritterkreuz der Ehrenlegion unter Louis XVIII.

Croix de Chavalier de la Légion d'Honneur

Modell von 1815, zweite Restauration

Louis XVIII - Croix de Chevalier de la Légion d'Honneur - Henri IV.

Dieser Verdienstorden aus der Zeit der zweiten Restauration, der zweiten Regierungszeit von Louis XVIII. ist ein Ritterkreuz der französischen Ehrenlegion. Dieses setzt sich aus einem Stern mit fünf opaque-weiß emaillierten Doppelstrahlen, zwei vergoldeten Medaillons mit blauer Emaille und einem opaque-grün emaillierten Kranz von zwei Eichen- und Lorbeerzweigen zusammen. Die oberen Enden der Zweige vereinen sich mit der Krone der Könige von Frankreich und Navarra. Das Medaillon der Vorderseite zeigt das vergoldete Profilbild von Henri IV., dem Begründer der Bourbonendynastie als Könige von Frankreich und Navarra. Das rückseitige Medaillon zieren die drei "Fleurs-de-Lys", dem unverkennbaren Zeichen der französischen Monarchen seit dem Mittelalter und die Devise der Ehrenlegion "Honneur et Patrie" (Ehre und Vaterland). Diese Symbolik der alten, vorrevolutionären Monarchie führte der 1814/1815 (erste und zweite Restauration) als Ludwig XVIII. wieder auf den Thron gelangte Louis Stanislas Xavier de Bourbon ein.

Ritterkreuz der Ehrenlegion unter Louis XVIII - zweite Restauration 1815 Legion of Honour - Crown of the Kings of France and Navarre
Ritterkreuz

[Magazin-N°: Mi 0002]

Croix de Chevalier de la Légion d'Honneur;

Medaillon Avers:

Profilbild von Henri IV.,
auf einem Hintergrund aus goldenen Strahlen;

Umschrift Avers:

HENRI IV ROI DE FRAN ET NA;

Medaillon Revers:

Drei Fleurs-de-Lys;

Umschrift Revers:

HONNEUR ET PATRIE,
Ehre und Vaterland;

Modell:

ca. 1815, halbe Größe,
zweite Restauration;

Material:

Teilweise Silber, Vergoldung und opaque Emaille (weiß, grün und blau);

Abmessungen:

Kreuz: Ø ca. 11mm;

Krone: ca. 7 x 9 mm,
inklusive Zylinder;

Band: ca. 19 x 35 mm,
obere Kante gefaltet;

Erhaltung:

Krone berieben. Vergoldung teils berieben, stellenweise fehlende Emaille. Band leicht fleckig und ausgeblichen. Sonst schön;

Der Ordre de la Légion d'Honneur

Die erste Auszeichnung die nicht allein dem Adel vorbehalten war

Medaille des Croix de Chevalier de la Légion d'Honneur von 1815 - Henri IV und Honneur et Patrie

Die Ehrenlegion wurde im Jahre 1802 vom zu dieser Zeit noch als Konsul tätigen Napoléon Bonaparte in der Nationalversammlung mit der Devise "Ehre und Vaterland" ins Leben gerufen. Die damit verbundene Ehrung sollte sich grundlegend von den Auszeichnungen des Ancien Régime unterscheiden, denn diese waren allein dem Adel vorbehalte. Dieses alte System wurde mit dem Sturz der Monarchie völlig umstrukturiert und abgeschafft. Mit der neu geschaffenen Ehrenlegion sollten nicht nur all diejenigen geehrt werden, die sich in militärischen und zivilen Bereichen verdient gemacht hatten, sondern auch jeder Mensch, der besonders tugendhaft war oder sich durch herausragende Talente und Fähigkeiten von den anderen unterschied. Egal von welchem Stand, welcher Geburt oder Konfession er war.

Die erste sichtbar zu tragende Orden, bekannt unter dem Namen "Grand Aigle", wurde per Dekret am 30. Januar 1805 geschaffen. Nachdem Napoléon sich zum Kaiser krönte, strukturierte er die Légion d'Honneur von einer Organisation zu einem Verdienstorden um. Abweichend von der ein- bis dreistufigen Einteilung vorheriger Orden gab es nun fünf Klassen: Großkreuz (max. 75), Großoffizier (max. 250), Kommandeur (max. 1.250), Offizier (max. 10.000) und Ritter (max. 125.000). Im Laufe der Zeit und mit dem Wechsel der französischen Staatsformen änderte sich jedoch die Größe, das Aussehen und die Symbolik des "Croix de la Légion d'Honneur". Nach dem Sturz Napoléons und der Rückkehr der Bourbonen auf den Thron von Frankreich [vgl. PB 0012] wurde der Verdienstorden der Ehrenlegion übernommen und unter dem Namen "Grand Cordon" weitergeführt. Das Portrait des Kaisers auf dem Medaillon wurde gegen das des Königs Henri IV. und der napoléonische Adler gegen die drei Fleurs-de-Lys getauscht. Die Kaiserkrone ersetzte man durch die Krone der Könige von Frankreich und Navarra. Auch die Bezeichnungen der Träger wurden angepasst. So ordnete Louis XVIII. 1816 an, dass die ursprünglichen Légionnaires/ Chevaliers de l'Empire (Legionäre) nun Chevaliers (Ritter) waren und die Commandants (Kommandanten) nun Commandeurs (Kommandeure). Der Name des Ordens wurde nochmals geändert, der Orden hieß nun "Grand Croix". Nach dem "Ordre de Saint-Esprit" (Orden des heiligen Geistes) wurde der "Ordre de la Légion d'Honneur" zum zweiten Ritterorden der französischen Monarchie.

Während der Julimonarchie unter dem Bürgerkönig Louis-Philippe I. wurde der Orden der Ehrenlegion zur höchsten Auszeichnung Frankreichs erhoben. Die Medaillondarstellung wurde wiederum geändert und zeigte nun die franzzösische Trikolore. Alle anderen Orden der Monarchie wurden aufgelöst.

Auch während der folgenden zweiten Republik, dem zweiten Kaiserreich unter Napoleon III. und der darauf folgenden dritten Republik blieb die Ehrenlegion weiter bestehen. Der ursprünglich angedachte Grundsatz für die Verleihung des Verdienstordens der Ehrenlegion gilt auch heute noch. Er ist weiterhin die ranghöchste Auszeichnung Frankreichs, dessen Zeichen seit 1871 sogar fester Bestandteil des Wappens der französischen Republik ist.

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