Double Sol à l'Écu (au faisceau) Bronzemünze

Louis XVI. - Roi des François

L´An 4 de la Liberté - Paris, 1792

Louis XVI. - 2 Sols Bronzemünze Paris 1792

Diese Double Sol Bronzmünze wurde im Jahr 1792 in Paris geprägt. Sie spiegelt den damaligen Zustand der Bourbonendynastie im vierten Revolutionsjahr, dem vierten Jahr der Freiheit (l'an 4 de la Liberté), wieder. Louis XVI. ist nicht mehr König von Frankreich und Navarra (Roi de France et de Navarre), sondern seit Einrichtung der konstitutionellen Monarchie nunmehr nur noch König der Franzosen (Roi des François) [vgl. MÜ 0002].

Die Bezeichnung scheint auf den ersten Blick kaum anders zu sein, jedoch beinhaltet sie eine fundamental andere Aussage: Als von Gott eingesetzter Roi de France schuldet ganz Frankreich ihm allein die untertänigste Treue, vom Tagelöhner bis hin zum höchsten Adeligen. Land und Volk unterstehen ihm. Da er König von Gottes Gnaden ist, ist er niemandem außer Gott selbst Rechenschaft schuldig.

Als vom Volk eingesetzter Roi des François jedoch, hat er seine Autorität und seine Befugnisse im Auftrag des französischen Volkes, der französischen Nation zugestanden bekommen. Dieser hat er die Treue zu schwören und ausschließlich im Auftrag des Volkes und im Sinne der Nation zu handeln.

Das Loch in der Münze scheint eine Entwertungsmarke zu sein (?). Nachdem man den König [vgl. BÜ 0005] am 21. Januar 1793 wegen angeblichen Hochverrats hingerichtet hatte, wurden Münzen und Assignaten [vgl. BA 0001] mit dem Konterfei Ludwigs aus dem Verkehr gezogen.

Der Name Sol geht auf den Namen einer alten römischen Goldmünze, dem Solidus zurück. Eine weitere, spätere Bezeichnung für diese Münzen ist der Sou, welche den Namen Sol im Laufe des 18. Jahrhunderts langsam verdrängte.

Double Sol à l'Écu

[Magazin-N°: Mü 0001]

Münze aus der konstitutionellen Regierungszeit von Louis XVI.;

Wert:

2 Sols =
24 Deniers oder 1/10 Livre;

Prägung Avers:

Louis XVI.
Brustbild nach links;

Umschrift Avers:

LOUIS XVI
ROI DES FRANCOIS;

Prägung Revers:

Fascis (Rutenbündel) mit Phrygischer Mütze (bonnet rouge) in einem Eichenlaubkranz;

Umschrift Revers:

LA NATION . LA LOI . LE ROI/
L´AN 4 DE LA LIBERTÉ/
2 SOLS;

Prägejahr:

1792;

Geprägt in:

Paris (A);

Material:

Bronze;

Durchmesser:

33 mm;

Gewicht:

21 Gramm;

Erhaltung:

schön, mit Entwertungsloch (?);

Die Kaufkraft von 2 Sols

Veranschaulichung der Wertigkeit von 2 Sols in vorrevolutionärer Zeit.

Seitdem Louis XIV. Versailles zur offiziellen Residenz der französischen Könige gemacht hatte, herrschte im Schloss und in der Stadt ein akuter Mangel an Unterkünften für den Hofstaat, bestehend aus Adeligen, Ministern und Beamten. Im bereits überfüllten Château de Versailles konnten trotz der großen Ausmaße nicht alle Menschen untergebracht werden, weshalb man auf Unterkünfte in der Stadt zurückgreifen musste. Wer weder Haus noch Wohnung besaß, mietete sich in Gasthöfen, Hotels oder in Privatunterkünften ein. Die Vermieter witterten schnelles Geld und verlangten immense Summen. Laut Berichten der Zeit waren die Ausgaben für Unterkünfte der quartalsweise beschäftigten "Officiers" oftmals höher als deren Einkünfte. Deshalb wurden aus dem Trésor Royal Tageszuschüsse für Unterkunft und Verpflegung gezahlt, welche allen Beamten und Adeligen im Dienste des Königs zustanden, die aus Platzgründen nicht im Schloss untergebracht werden konnten, deren Anwesenheit in Versailles aber unabdingbar war. Dieser Zuschuss reichte jedoch in der Regel nicht aus. So zahlten die meisten Officiers die Differenz aus eigener Tasche, um vorzubeugen, dass sie aufgrund einer fehlenden oder zu weit vom Schloss entfernten Unterkunft unter Umständen ihre lukrativen Stellungen oder Chargen zu verlieren.

In einer Verordnung des Königs Louis XV. aus dem Jahre 1735 wurde mit diesem Wucher offiziell Schluß gemacht. Den Gastwirten wurden die Preise von nun an per Edikt diktiert. So durften sie für ein nicht tapeziertes Zimmer mit einem Bett lediglich 2 Sols pro Tag verlangen. Für 4 Sols gab es ein tapeziertes Zimmer. Für jeweils 2 Sols mehr konnte man in beiden fällen je ein Bett mehr verlangen. An diese Anordnung hielten sich natürlich nur die wenigsten. Fakt blieb: je näher die Unterkunft am Château de Versailles lag, desto höher waren die Mieten. So belegen zum Beispiel erhaltene Abrechnungen von Leibgardisten des Königs, dass in einem Fall pro Tag nachweislich 16 Sols für Kost und Logis oder in einem anderen sogar 36 Sols verlangt und auch bezahlt wurden.

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