Pamphlet gegen die Königin Marie-Antoinette

Essai historique sur la vie de Marie-Antoinette.
Reine de France et de Navarre - seconde partie

Marie-Antoinette d´Autriche - 1790

Historisches Pamphlet - Essai historique sur la vie de Marie-Antoinette

Diese Publikation eines anonymen Autors ist ein sehr gut erhaltenes Exemplar dieses Pamphlets gegen die Königin Marie-Antoinette (1755-1793) und stammt aus der Bibliothek des "Felix Freiherrn von Brusselle Schaubeck". Vielleicht lässt es sich Pierre-Etienne-Auguste Goupil oder dem Politiker Jean Pierre Brissot de Warville zuschreiben, mit dieser Aussage möchte ich mich aber nicht festlegen. Leider fehlt bei dem hier vorliegenden Exemplar – wie bei sehr vielen noch erhaltenen Ausgaben dieser Veröffentlichung das Kupferporträt der Königin im Frontispiz. Eine Abbildung dieses Bildes aus dem Exemplar der Bayerischen Staatsbibliothek finden Sie weiter unten auf dieser Seite.

Das Pamphlet aus dem Jahr 1790 enthält Texte und Manuskripte aus der Sicht der Königin in Form von Briefen geschrieben, welche das Leben Marie-Antoinettes als verführt, verfehlt und in Eitelkeit zugebracht beschreiben. Die Schrift beleidigt die Königin unter anderem, indem sie ihr Leben anhand von selbstverständlich nicht selbst verfassten Briefen und Texten in einem völlig verunglimpflichten Licht darstellt. Zwar fordert der unbekannte Autor nicht direkt ihren Tod, jedoch tätige Reue, Rückzug aus dem politischen Leben und umfassende Reformen.

Essai historique sur la vie de Marie-Antoinette reine de France et de Navarre Historische Publikation gegen Marie-Antoinette Exlibris von Felix Freiherr von Brusselle-Schaubeck
Publikation

[Magazin-N°: PB 0005]

Essai historique sur la vie de Marie-Antoinette, reine de France et de Navarre, née Archiduchesse d Autriche, le deux Novembre 1755. Orné de son portrait, et redige sur plusieurs Manuscrits de sa main. Seconde Partie. L´An II de la liberté francaise;

Autor/ Verfasser:

Pierre-Etienne-Auguste Goupil/ Jean Pierre Brissot de Warville
beide nicht sicher;

Publikationsdatum:

1790;

Sprache:

französisch;

Verlag/ Druck:

la Montensier, Versailles/
Hôtel des Courtisanes;

Format:

ca. 130 x 203 mm;

Umfang:

108 Seiten;

Material:

Vergé-Papier,
ungeschnitten;

Einband:

Interimsumschlag
aus späterer Zeit;

Erhaltung:

Vortitel mit Braunfleck. Papier stellenweise etwas fleckig. Rücken mit Wurmspuren.‎, sonst schön;

Marie-Antoinette war beim Volk und darüber hinaus bei vielen Höflingen nie sehr beliebt, da sie aus dem über Jahrhunderte lang verfeindeten Österreich kam und in Frankreich auch nicht das Ideal einer französischen Königin verkörperte. Nach Ihrer Hochzeit mit dem Dauphin Louis-Auguste, dem späteren Louis XVI. dauerte es acht Jahre bis ihr erstes Kind "Marie Thérèse Charlotte" im Dezember 1788 geboren wurde. Marie-Antoinette war zu diesem Zeitpunkt bereits 4 Jahre Königin von Frankreich und Navarra. Einen Thronfolger brachte sie erst am 22. Oktober 1781 mit dem Dauphin "Louis Joseph Xavier François" zur Welt.

Vor allem bis zur Geburt ihrer insgesamt fünf Kinder (und zwei Fehlgeburten) gab sie sich einem verschwenderischen Leben in Luxus hin. Sie spielte gerne, verbrachte Zeit auf rauschenden Bällen in Paris und wurde deshalb abwertend nur noch als "die Österreicherin" und "Madame Defizit" betitelt. Schon in den Jahren vor der Revolution wurden viele Hetzschriften und Karikaturen über sie in Umlauf gebracht. Sie wußte zwar davon, ignorierte sie aber fälschlicherweise. Ab einem bestimmten Zeitpunkt war die negative Meinung über sie so gefestigt, dass sie nichts mehr dagegen unternehmen konnte. Weiter unten finden Sie einen kurzen Auszug des ersten Kapitels.

Auszug aus dem ersten Kapitel, Seite 5

Introduction aux nouveaux événements de ma vie.

Marie-Antoinette d´Autriche - Depuis l´année 1781

Portrait der Marie-Antoinette. Original in der Bayerischen Staatsbibliothek MünchenZitat: "Tout l`univers a maintenant les yeux fixés sur moi. Tel est le sort des grands. Comptables de leurs actions envers la multitude, la prudence et la sagesse doivent en former la marche; malheur à celui ou celle qui, négligeant la pratique de ses vertus, se voue à l´exécration publique, et n´a d´autre partage á espérer que la haine et les vœux de l´indignation cris de la douleur retentissent à mes oreilles, ma mort est l´objet des défirs d´un Peuple entier que j´opprimai avec la plus grande barbarie; les étrangers mêmes ne prononcent mon nom qu´avec horreur. L´image du désespoir est par-tout sous mes yeux; voilá mon sort, ah! Je l´ai bien mérité. [...]"

Zitat aus der Publikation: "Essai historique sur la vie de Marie-Antoinette, Reine de France et de Navarre. Née Archiduchesse d´Autriche, le deux Novembre 1755. Orne de son Portrait, et rédigé sur plusieurs Manuscrits de sa main. Seconde partie./ Le Montesier, Hôtel des Courtisanes, Versailles 1790/ Seite 5 und 6. Kapitel 1:

Freie Übersetzung: "Alle Welt hat nun ihre Augen auf mich gerichtet. Das ist das Schicksal der Großen. Rechtschaffene Handlungen gegenüber der Menge, Klugheit und Weisheit sollten den Weg bereiten, wehe dem- oder derjenigen, welche die Vernachlässigung seiner Tugenden praktiziert, diesem jenen ist öffentliche Abscheu gewidmet, [...] dass Hass und Ausrufe der Entrüstung wie Schmerzensschreie in meinen Ohren klingen, mein Tod ist das Objekt der Begierde eines ganzen Volkes, welches ich mit großer Grausamkeit unterdrückte; diese Fremden, die meinen Namen nicht ohne Schrecken aussprechen können. Das Bild der Verzweiflung ist überall in meinen Augen; das ist mein Schicksal, ach! Ich verdiene es. [...]

Hinweis: Die Stücke meiner Sammlung stehen grundsätzlich erst einmal nicht zum Verkauf. Diese Website stellt nur ein Online-Archiv dar. Sie haben Fragen?