Eingang und Cour d'honneur des Grand Trianon

La Geometrie Pratique: Entrée du Château de Trianon
Liv. II. De la Trigonometrie, Planche XLVI, Seite 103

Alain Manesson Mallet, 1705

Eingang und Cour d'honneur (Ehrenhof) des Grand Trianon, La Geometrie Pratique, Entrée du Château de Trianon, De la Trigonometrie, Mallet, 1705

Abgebildet ist hier der Eingang und die Cour d'honneur des von 1687 bis 1688 durch den königlichen Architekten Jules Hardouin Mansart (1646-1708) erbauten Lustschlosses Trianon de Marbre (später Grand Trianon). Das mehrflügelige Bauwerk, das nördlich des Grand Canal in den Gärten von Versailles liegt, entstand anstelle des aus einer Gruppe von fünf freistehenden Pavillons bestehenden und wegen seiner Verkleidung aus blauen und weißen Fayencekacheln Trianon de Porcelaine genannten Vorgängerbaus. Dieser wiederum wurde zischen 1670 und 1672 im Auftrag von Ludwig XIV. von den Architekten Louis Le Vau (1612-1670) und François d'Orbay (1634-1697) anstelle des Dorfes Trianon errichtet, welches den Schlössern Ihren Namen gab.

Das Lustschloss sollte dem König als Rückzugsort vom strengen höfischen Alltag dienen. Höflinge und Aussenstehenden durften es nur mit Ludwigs persönlicher Einladung betreten. Zeitweilig war unter anderem Élisabeth Charlotte d´Orléans [vgl. BÜ 0001] zeitweilig ein gern gesehener Gast und die Maitresse-en-titre Madame de Maintenon [vgl. BÜ 0006] hatte ebenfalls ihre eigenen Räumlichkeiten im Trianon. Für sie verlegte der Sonnenkönig seine privaten Gemächer ebenfalls in den nach Norden verlaufenden Flügel Trianon sous Bois. Auch die späteren Könige Ludwig XV. und Ludwig XVI., sowie Louis-Philippe I. und Napoleon zogen sich gerne hier hin zurück bzw. bewohnten das Gebäude sogar.

La Geometrie Pratique Entrée du Château de Trianon Liv. II. De la Trigonometrie, Planche XLVI, Seite 103 Alain Manesson Mallet, 1705

Kupferstich

[Magazin-N°: GR 0006]

La Geometrie Pratique,
Entrée du Château de Trianon,
Liv. II. De la Trigonometrie,
Planche XLVI, Seite 103;

Autor:

Alain Manesson Mallet;

Graveur:

--;

Publikationsdatum:

1705;

Druck:

Kupferstich, sw;

Bogengröße:

ca. 143 x 221 mm;

Plattengröße:

ca. 103 x 150 mm;

Erhaltung:

Einrisse am Rand, stellenweise Wurmfraß, leicht fleckig, sonst sehr schön;

Auf dieser Ansicht geht der Blick von der Cour d'Honneur mit dem davorliegenden breiten Graben und den beiden vorderen Gebäudeflügeln über den zentralen offenen Säulengang, welcher vom König fälschlicherweise "Peristyl" genannt wurde, zu dem dahinter gelegenen Hochparterre und weiter in die Parkanlagen von Versailles.

Die Gravur entspricht allerdings nicht exakt der Realität. Vom mittig gelegenen "Peristyl" erstrecken sich auf der Abbildung zu beiden Seiten und nach hinten große Komplexe von Gebäuderiegeln, von denen jedoch nur der nördliche Bereich existiert (hier rechts im Bild): die als Verlängerung des rechten Flügels am Ehrenhof nach hinten verlaufende Galerie des Cotelles und das an deren Ende nach Norden führende, zweigeschossige "Trianon sous Bois". Vielleicht stellt dieser Kupferstich einen frühen Entwur dar, der jedoch nicht umgesetzt wurde. Louis-quatorze selbst plante viel am großen Trianon mit und verlangte nach einem freien Blick vom Ehrenhof, durch den Säulengang über das Hochparterre bis in seine geliebten Gärten.

Schön zu erkennen sind auch die vielen Skulpturen, Trophäen und Vasen, welche bis zur französischen Revolution die Dachbalustraden des Grand Trianon schmückten und heute nicht mehr vorhanden sind [vgl. FA 0005].

Bei diesem Kupferstich handelt es sich um eine auf einer einzelnen Kupferplatte gedruckten Einzelseite aus einer zerstörten Kopie des seltenen Buches "La Geometrie Pratique" von Alain Manesson Mallet. Das Buch aus dem dieser Stich stammt, ist im Gegensatz zu Mallets populärerem Werk "Description de l'Univers" sehr viel seltener, da von der "Geometrie Pratique" weitaus weniger Exemplare gedruckt wurden. Auf der Rückseite befindet sich noch der französische Text der Folgeseite, welcher aber nicht unbedingt im Zusammenhang mit dem Motiv steht. Die Seite wurde aus dem leider nicht mehr zu restaurierendem Werk herausgetrennt. Ich konnte sie zusammen mit weiteren Seiten dieses Buches aus England kaufen. Weitere Informationen zum Motiv folgen.

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