Die Grande Menagerie von Versailles

La Geometrie Pratique: Menagerie de Versailles vue de Trianon
Liv. II. De la Trigonometrie, Planche XLIX, Seite 109

Alain Manesson Mallet, 1705

Grande Menagerie im Park von Versailles, La Geometrie Pratique, Menagerie de Versailles vue de Trianon, De la Trigonometrie, Mallet, 1705

Auf diesem Kupferstich zeigt Alain Manesson Mallet vom Grand Trianon am nördlichen Arm des Grand Canal aus gesehen, die heute nicht mehr existierende Grande Menagerie in den Gärten von Versailles. Diese diente der Haltung von seltenen und exotischen Tieren war an europäischen Höfen groß in Mode gekommen, seit dem Louis XIV. (1638-1715) im Jahre 1662 einen ehemaligen Jagd-Pavillion zu einem symmetrisch angelegten Rondell aus Gehegen umbauen lies. Bekannt ist heute noch, dass er dort unter anderem einen afrikanischen Elefanten hielt.
Die Menagerie lag am südlichen Ende des Querarmes vom Grand Canal und diente im Gegensatz zu späteren Zoos nicht der Wissenschaft, sondern der Zerstreuung von König und Höflingen. Von der Menagerie selbst sind heute nur noch einige kleine Reste und der Grundriss erhalten.

La Geometrie Pratique - Menagerie de Versailles vue de Trianon Liv. II. De la Trigonometrie, Planche XLIX, Seite 109 Alain Manesson Mallet, 1705

Kupferstich

[Magazin-N°: GR 0009]

La Geometrie Pratique,
Menagerie de Versailles
vue de Trianon,
Liv. II. De la Trigonometrie,
Planche XLIX, Seite 109;

Autor:

Alain Manesson Mallet;

Graveur:

--;

Publikationsdatum:

1705;

Druck:

Kupferstich, sw;

Bogengröße:

ca. 143 x 221 mm;

Plattengröße:

ca. 102 x 149 mm;

Erhaltung:

Einrisse am Rand, stellenweise Wurmfraß, leicht fleckig, sonst sehr schön;

Der 1.650 m lange und 62 m breite Grand Kanal wurde zwischen 1667 und 1680 von André Le Nôtre angelegt. Der kreuzförmig verlaufende Querarm, welcher auf diesem Kupferstich von Mallet abgebildet ist, kam erst in einem zweiten Bauabschnitt dieser Zeit nachträglich hinzu. Er weist eine Gesamtlänge von 1.013 Metern auf.

Der überdimensionale Kanal wurde im letzten Drittel des 17. Jahrhunderts von ca. 60 Matrosen mit Prunkgaleeren [vgl. MI 0007], Gondeln aus Venedig und Segelbooten befahren. Im Vordergrund der Abbildung erkennt man die Darstellung eines dieser etwas größeren, aus Neapel stammenden Schiffe. Darüberhinaus war der Grand Canal auch Schauplatz und "Bühne" bei unzähligen Festlichkeiten. Zeitgenössische Aufzeichnungen erwähnen detailliert nachgebaute Kriegsschiffe [vgl. MI 0009] mit ganzen Mannschaften und aktiven Geschützen, die bei spektakulären Naumachien, zum Vergnügen inszenierten Seeschlachten, zum Einsatz kamen.

Eigens für die venezianischen Gondolieres wurde eine kleine Siedlung mit dem namen "Petit Venise" angelegt, die am Kopf des Kanals lag.

Bei diesem Kupferstich handelt es sich um eine auf einer einzelnen Kupferplatte gedruckten Einzelseite aus einer zerstörten Kopie des seltenen Buches "La Geometrie Pratique" von Alain Manesson Mallet. Die Seite wurde aus dem leider nicht mehr zu restaurierendem Werk herausgetrennt. Ich konnte sie zusammen mit weiteren Seiten dieses Buches aus England kaufen. Das Buch aus dem dieser Stich stammt, ist im Gegensatz zu Mallets populärerem Werk "Description de l'Univers" sehr viel seltener, da von der "Geometrie Pratique" weitaus weniger Exemplare gedruckt wurden. Auf der Rückseite befindet sich noch der französische Text der Folgeseite, welcher aber nicht unbedingt im Zusammenhang mit dem Motiv steht.

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