Abbruch der Ruine des Palais des Tuileries

Residenz von Catherine de Médicis

Ausschnitt einer Seite aus Le Monde Illustre, 1883

Demolition des Ruines des Tuileries, Abbruch der Ruine des Tuilerien Palastes 1873

Dieser Stich aus dem Jahr 1883 ist der Ausschnitt einer Seite des Magazins "Monde Illustre" und zeigt den Abbruch der Ruinen des Palais des Tuileries in Paris. Das Stadtschloss wurde ab dem Jahr 1564 im Auftrag der Königin Catherine de Médicis westlich gegenüber des Palais du Louvre erbaut.

Unter Henri IV. kam die Idee auf den Louvre durch große Galerien im Norden und im Süden mit dem Palais des Tuileries zu verbinden. Dieses "Grand Dessin" genannte Projekt wurde aber nur Teilweise verwirklicht. Der Architekt "Andouet du Cerceau" baute die Grande Galerie entlang der Seine und verband beide Paläste [vgl. GR 0016]. So entstand eine riesige Residenz aus zwei Palästen, die jedoch schon unter Louis XIV. kaum noch genutzt wurde und seit dem Umzug des Hofes nach Versailles teilweise leer stand und zusammen mit dem Louvre immer mehr verfiel. Seit der Revolution und der Überführung des Königs Louis XVI. von Versailles nach Paris am 6. Oktober 1789 [vgl. PB 0002] wurde der Tuilerien-Palast zur offiziellen Residenz aller noch folgenden französischen Könige. Auch wurde ab 1806 wieder an den alten Plänen aus der Rennaissance gearbeitet, Tuilerien und Louvre durch eine zweite Galerie im Norden weiter zu verbinden. Im Jahr 1857 wurde der "Nouveau Louvre" durch Napoleon III. eingeweiht.

Abbruch des Palais des Tuileries mit Pavillon de Flore und Grande Galerie des Louvre Demolition des Ruines des Tuileries 1873

Radierung

[Magazin-N°: GR 0019]

Demolition des Ruines
des Tuileries 1883,
aus Monde Illustre;

Graveur/ Autor:

Nicht bekannt;

Publikationsdatum:

um 1883;

Druck:

Radierung, sw;

Bogengröße:

ca. 230 x 160 mm;

Plattengröße:

ca. -- x -- mm;

Erhaltung:

sehr schönes, einwandfreies Exemplar mit sehr kräftigem Abdruck;

Beim Aufstand der Pariser Kommune im Mai des Jahres 1871 wurde der Palast von einer Gruppe Kommunarden mit brennbaren Materialien präpariert und in Brand gesteckt [vgl. PB 0011]. Bereits im Jahr darauf gingen bei der Stadt viele Anfragen und Petitionen ein, dass Gebäude wieder zu Restaurieren, da die Grundsubstanz des ausgebrannten Palastes in der Tat noch sehr gut erhalten war. Lediglich die Dachkonstruktion, Fenster, Holzböden und -decken fehlten. Die daraufhin gebildeten parlamentarischen Ausschüsse besprachen Pläne eines Wiederaufbaus in Form des gesamten Palastes oder auch nur Teilen davon, wie zum Beispiel den Mittelkomplex zu erhalten, konnten sich jedoch nicht einigen und lösten sich 1876 ohne Ergebnis auf. Nach vielen Diskussionen beschloss das Repräsentantenhaus im Jahre 1879 die Ruinen abzureissen, nur die an den Enden gelegenen Gebäudeteile "Pavillon de Flore" und "Pavillon de Marsan" sollten erhalten bleiben und wurden deshalb restauriert und erneuert. Auch die an den Verbindungsgalerien zum Louvre entstandenen Schäden wurden behoben.

Die übrige Palastruine wurde 1883 abgebrochen und hinterlässt seit dem eine große Lücke im ehemaligen Gesamtkomplex vom Palais du Louvre und Palais des Tuileries. Reste davon findet man heute in Paris am "Square Georges-Cain", wo ein Giebel als Mahnmal verbaut ist, im Musée du Louvre, das einige gerettet Skulpturen und Dekorationselemente beherbergt und sogar in Berlin, wo ein Säulenfragment auf der Insel Schwanenwerder erhalten ist. In Frankreich setzt sich ein Nationales Kommitee für die Rekonstruktion des Palais des Tuileries ein.

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