Zu mir und meiner Sammlung

Warum beschäftige ich mich mit diesem historischen Thema?

Leider ist geschichtliches Interesse bei Menschen meines Alters heute eher selten anzutreffen, weshalb ich mich um so mehr freue, Sie hier begrüßen zu dürfen. Bei mir ist dies, vielleicht genau wie bei Ihnen – zum Glück – ganz anders. Schon in meiner Kindheit in den 1980er Jahren war ich sehr am Thema Geschichte interessiert und habe alles aufgesaugt was mir vor die Augen kam. Insbesondere das alte Ägypten hat mich in seinen Bann gezogen. Und so kam ich eines Tages völlig unverhofft und in wirren Zeitsprüngen von den großen Pharaonen des mittleren Reiches über Kaiser Napoléons' "Raub" von ägyptischem Kulturgut zur französischen Revolution und landete – angetan vom abrupten Ende eines ausschweifenden und privilegierten Luxusleben – mitten im Château de Versailles beim Ancien Régime von Frankreich.

Von den Geschichten aus einem Land ...

... zur wirklichen Geschichte dieses Landes.

Von Karl dem Großen und dem "guten König Heinrich IV." hatte ich schon viele Geschichten gehört. Welcher kleine Junge träumt nicht davon einmal ein "richtiger Ritter" zu werden. Die Erzählungen über den kühnen d´Artagnan, den mächtigen Kardinal Richelieu, den "Mann mit der eisernen Maske" und die reiche florentiner Dynastie der de' Medici hatte ich längst gelesen oder als verklärtes Hollywood-Historien-Remake gesehen, ohne jedoch zu ahnen dass all diese Erzählungen oder die beschriebenen Personen auf wahren Begebenheiten beruhen oder miteinander verwoben sind. Ich fand es überwältigend, dass man bereits über 800 Jahre am Palais du Louvre baute und ind ihn stetig erweiterte. Und erinnere mich noch gut, wie sehr ich mich in Pierre-Denis Martins Gemälde vom Château de Versailles [vgl. GR 0014] in meinem Geschichtsbuch vertiefte. Also so fing ich damit an immer mehr über dieses Thema zu recherchieren. Ich wurde "Zeuge", wie aus der oftmals als "Kartenschloss" belächelten und für einen König von Frankreich viel zu kleinen Jagdunterkunft von Louis XIII. die größte Residenz Europas wurde. Welche dann übrigens entweder als Meisterwerk verehrt oder wie Jean-Baptiste Colbert sagte: als "Mann mit kleinem Kopf und langen Armen" verspottet wurde.

Bettler, Bauern, Bürger, Emporkömmlinge, Maîtressen, Adel und Klerus – eine ganze Nation sah von da an die glühende Sonne ihres Königs in Gestalt des Apoll unweigerlich im neuen Zentrum seines Landes bis an den Machtzenit aufgehen und gleißend über dem ganzen Kontinent erstrahlen - im guten wie im schlechten Sinne. Niemand konnte und durfte sich Ihr entziehen. Das ganze Universum drehte sich um ihn, den Sonnenkönig. Das grand siècle unter Louis XIV. war angebrochen. In meinem Geschichtsunterricht immer noch als Ausbeuter am Volk and unerbitterlicher, grausamer Kriegsherr dargestellt, ließ dieser jedoch auch gewaltige Veränderungen durch seinen Staat gehen.

Collection Louis de France - Privatsammlung zu den Königen fon Frankreich und Navarra

Als knallharter Taktiker und in allzu guter Erinnerung an die Fronde während seiner Kindheit, den Aufstand des Provinzadels und des Parlements in Paris, ließ er – ohne öffentlich jemals selbst auch nur den kleinsten Anschein von Schwäche zu zeigen – die feudalen Rechte und damit die Macht des französischen Adels beschneiden und ihn an seinem neu geschaffenen Hof in einen goldenen Käfig sperren. Er organisierte dessen Tagesablauf, versorgte ihn, verteilte Appartements, Privilegien oder Ämter und ließ ihn ganz nebenbei finanziell ausbluten, indem er sich immer kostspieligere und extravagantere Eigenschaften zulegte, die die Höflinge zu imitierten versuchten um ihrem König gerecht zu werden. Er blendete den Adel mit seiner Illusion des schönen Lebens und einem streng durchorganisierten Hofzeremoniell, welches die Höflinge an ihn banden, ob sie wollten oder nicht. Wer ein Anliegen hatte, eine Charge wollte, Geld benötigte um mit dem König Schritt halten zu können, Einfluss nehmen wollte oder einfach nur in der Gunst des Souvereigns stehen wollte, musste zwangsweise bei Hofe anwesend sein. Ein Blick oder ein Wort konnten dann alle Türen öffnen. Ebenso konnte aber ein fehlender Blick oder ein stummes Vorbeischreiten auch jeden Traum zu Nichte machen. All diese "Beschäftigungen" ließen den Höflingen keine Zeit und keine Mittel mehr, die Interessen des Königs zu kreuzen oder sich gegen ihn aufzulehnen, wie es bei seinen Vorgängern noch so oft vorkam. Die Macht des Adels war gebrochen. Die des Königs absolut.

Als "Amor" verführte er die Damen des Hofes. Als "Schöngeist" förderte er die Wissenschaft, die Architektur und die Kunst. Er liebte das Ballet, hatte als "Faunus" eine Vorliebe für Gärten. Große Künstler aus allen erdenklichen Bereichen kamen an seinen Hof. Molière, Lully, Le Vau, Le Nôtre, Le Brun, Mansart – sein Versailles sollte seine von Gott verliehene königliche Macht und den Ruhm Frankreichs widerspiegeln, auch wenn dieser Satz erst viel später und nach Anbruch eines ganz neuen Zeitalters den Doufour- und den Gabriel-Flügel seines Schlosses krönen wird – auch in Erinnerung an Louis-quatorze selbst.

Ludwigs Minister Jean-Baptiste Colbert hingegen sanierte die Staatsfinanzen und förderte den Bau von Manufakturen, den Export von (Luxus-) Gütern und den Ausbau von Armee, Befestigungsanlagen, Häfen, Marine und Handelsmarine. Nicht nur in der neuen Welt wurden Kolonien gegründet. Die Wirtschaft blühte auf. Alle anderen Herrscher Europas eifertem nun diesem "Plutus" mit all seinem Glanz aus prunkvollen Bauten, prächtiger Kleidung, endlosen Festen, Banketten und seinem ungeheurem Reichtum, vor allem aber diesem bisher nie da gewesenem, absolutistischem Machtanspruch nach. Jedoch erreichte keiner von ihnen jemals auch nur annähernd das von ihnen gleichermaßen so gehasste wie bewunderte Vorbild des französischen Sonnenkönigs Louis XIV., über kurz oder lang werden sie aber von ihm hören, wenn er als "Mars" an Ihre Grenzen klopft um französische Gebietsansprüche geltend zu machen. Frankreich erstarkte wie nie zu vor, füllte das zuvor von Spanien hinterlassene Vakuum der Weltmacht. Es wurde zur festen Größe zu Land und zur See, mit der jedes andere Land nun rechnen musste.

Diese absolutistische Sonne ging jedoch nicht einmal zwei französische Herrscher später mit Louis XVI. und Marie-Antoinette unaufhaltsam und endgültig unter. Sie hatte von Anfang an zu viele Ressourcen verbraucht. Während der Regierung von Louis XV. wuchsen um diese Absolutistische Macht Korruption, Vetternwirtschaft, Neider und Missgunst. Der intrigante Adel erstarkte wieder, indem er sich zu großen Teilen auf die Seite der wirklich Benachteiligten stellte und Meinungsmache betrieb. Die einstige Sonne wurde nach und nach zum erkalteten Spielball zwischen den unterschiedlichsten Interessengruppen. Jeder Versuch sich selbst oder Land und Volk durch Reformen aus dieser Energielosigkeit zu Befreien, wurde von den Parlements, Adel und Ministern im Keim erstickt. Ihr dadurch gewaltsam hervorgerufenes Verschwinden, schaffte nun Platz für die erste auf wackeligen Füßen stehende französische Republik in Europa. Für die vorher als ruhmreich geltenden Könige von Frankreich und Navarra war kein Platz mehr im neuen Weltbild Frankreichs. Aus dem viel gerufenen "vive le Roi" wurde erst ein forderndes "à Paris" und schließlich ein noch lauteres "la mort!". Und so wurden die alten "Tyrannen" nach einigen Wirren und wechselneden Meinungen und Ansichten für kurze Zeit von neuen Tyrannen ersetzt und erst als sich diese selbst zu Grunde gerichtet hatten, konnte Frankreich sich nach einem erneuten kurzen Flirt mit verschiedenen Formen der Monarchie als wirkliche Republik neu aufstellen und das Volk wieder aufatmen.

Die heutige Sichtweise

Das nachrevolutionäre Bild des französischen Ancien Régime

Auch heute noch fällt auf das französische Ancien Régime oftmals kein gutes Licht und die dortige Revolution gilt als Grundstein für die Befreiung Europas vom feudalen System. Die selbe Revolution machte die ehemaligen Herrscher ihres Landes zu Tyrannen, die Revolutionäre verfälschten das Bild über die Monarchen und ihren Hof in ein durchweg Negatives und gingen schließlich selbst in Tyrannei des großen Terrors unter. Die Restauration tat genau das Gegenteil. Sie verklärte ihre Vorgänger romantisch und setzte ihnen einen Heiligenschein auf. Historiker in aller Welt bemühen sich bis heute die Könige des Ancien Régime wieder mit den richtigen Augen zu sehen und vor allem zu zeigen. Angesiedelt genau in der Mitte, zwischen den Ausbeutern und den heiligen, von Gott selbst eingesetzten Monarchen. Denn Frankreich, sowie ganz Europa, verdankt zum Beispiel den Häusern Valois und Bourbon aus geschichtlicher, politischer, architektonischer und künstlerischer Sicht auch sehr viel Gutes. Letztendlich sogar die Befreiung selbst. Denn ohne das französische Ancien Régime wie es bestand, wäre das Jahr 1789 sicherlich ganz anders verlaufen. Wäre Louis XVI. nicht bereits vor der Revolution in vielen Bereichen auf sein Volk zugegangen, sondern hätte die Zügel wie seine Vorgänger straff angezogen, wäre jeder aufkeimende Revolutionsgedanke erstickt worden, bevor er ausgedacht gewesen wäre. Wie würde Europa heute aussehen wenn es diese Epoche niemals gegeben hätte? Diese Frage werde auch ich nicht beantworten können.
Die viel gepriesene Revolution hingegen zeigt ungern ihre Schattenseiten, die neben dem letzten König und einer jahrhunderte lang währenden Ordnung auch tausende andere "vorsichtshalber" hinwegfegte um weiter existieren zu können. Sie trat ihre eigenen Prinzipien und von ihr deklarierten Menschenrechte mit Füßen und brachte nicht nur den Grand Terreur sondern auch lange Kriege über Europa, um ihrer Sache gerecht zu werden. Wie bei vielen Dingen war Ihr Grundgedanke, der von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, definitiv gut und das heutige Ergebnis ist es wahrscheinlich ebenso aber über den durch die radikalen Kräfte der Revolution eingeschlagenen Weg zum Ziel kann man sicherlich streiten.

Wieso endete das Ancien Régime also auf so brutale Weise? Wer waren die Häuser Capetienne, Valois und Bourbon? Woher kamen sie und wie erlangten sie ihre uneingeschränkte Macht? Was geschah um sie herum, wie lebten sie, der Hofstaat und das Volk? Dies sind die Fragen mit denen ich mich in meiner Sammlung beschäftige. Die damals beteiligten Monarchien können sich dazu nicht mehr äußern. Das Geschlecht der Kapetinger, Stammdynastie der Valois und Bourbonen, stellt zwar bis heute unter anderem mit dem spanischen König aus dem Haus Bourbon-Anjou immer noch einen regierenden Monarchen, aber das Haus Valois und die in Frankreich regierende Linie des Hauses Bourbon sind im Mannesstamm ausgestorben. Und das heutige Haus Orléans, das ursprünglich das Haus Bourbon-Orléans war, hat sich 1830 mit dem Bürgerkönig Louis Philippe I. vom Haus Bourbon losgesagt.

Näheres zu meiner Sammlung

Verschiedene Bereiche die sich zu einem Gesamtbild zusammensetzen

In erster Linie sammle ich Autographen, Bücher, Texte, Publikationen und Drucke als historische Originale der Zeit. Diese Vorliebe für Papier und Druckerzeugnisse mag mit meinem Beruf als Grafiker zusammenhängen. Als Gegenstück zu diesen antiken Objekten gibt es auch einen Teil mit moderneren Ansichten der verschiedenen Residenzen. Diese sammle ich als Ergänzung in Form von Postkarten und CDV-Fotografien aus der Zeit um 1870 bis 1920. Sie lassen sich gut als "Brücke" zwischen dem ursprünglichen Aussehen der Gebäude im 16., 17. und 18. Jahrhundert und Abbildungen in der modernen Fachliteratur über den heutigen Gebäudezustand zu Rate ziehen. Im Laufe der Zeit kamen dann die Bereiche Münzen, Heraldik und ganz neu Militaria hinzu.

Collection Louis de FranceMeine Sammlung bezieht sich nicht nur explizit auf das während des französischen Ancien Régime zu letzt herrschende Maison de Bourbon und dessen Residenz in Versailles. Der Aufstieg und die Zeit der Regentschaft dieses Hauses ist bis ins Mittelalter durch viele kleine Details und Begebenheiten so eng mit den vorher herrschenden Dynastien der Merowinger, Karolinger, Kapetinger und Valois verbunden, dass diese – insbesondere das Maison de Valois – ebenfalls einen großen Platz einnehmen.Interessiert bin ich am gesamten Spektrum des französischen Ancien Régime. Vom Leben der einzelnen Persönlichkeiten, den Machtstrukturen, der Politik, kriegerischen Auseinandersetzungen, der Gesetzgebung, Ämtern und Anordnungen, dem Hofprotokoll über die verschiedenen Residenzen, Mode, Kunst und das Leben am und um den französischen Hof bis hin zur detailreichen Verstrickung von all diesen Bereichen.

Die Sammlung endet prinzipiell mit der Hinrichtung von Louis XVI. und Marie-Antoinette während der französischen Revolution. Um das Thema abzurunden greife ich jedoch auch die Zeit der ersten und zweiten Restauration sowie die darauf folgende Julimonarchie mit auf. Diese Abschnitte gehören zwar nicht mehr zum Ancien Régime, jedoch stammen zwei der drei Könige aus dieser nachrevolutionären Zeit, Louis XVIII. und Charles X., ebenfalls aus der alten Linie des Maison de Bourbon. Der letzte König der Franzosen, Louis-Philippe I., aus der Nebenlinie des Maison de Bourbon-Orléans (aus Sichtweise des Ancien Régime). Auf die französische Revolution, das Premier und Second Empire gehe ich in der Sammlung nicht ein. Über diese umfangreichen Bereiche ist an anderer Stelle sicherlich schon ausführlich berichtet und gesammelt worden. Am Rande erwähnt werden diese Themen im Zusammenhang aber auch bei mir an vielen Stellen.

Ich versuche mein Bestes um alle Stücke mit möglichst vielen und vor allem geschichtlich richtigen Informationen zu versehen. Sollten Sie einmal weitergehende Informationen zu einem Objekt haben oder Fehler entdecken, würde ich mich über eine eMail natürlich sehr freuen.

Please note: At the moment I am not selling any items of my collection.
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