Der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg (1775–1783) entwickelte sich zu einem internationalen Konflikt, der auch die europäischen Seemächte erfasste. Frankreich schloss 1778 ein förmliches Bündnis mit den Vereinigten Staaten; Spanien trat 1779 auf französischer Seite in den Krieg ein. Die Niederländische Republik befand sich seit Dezember 1780 ebenfalls im Krieg mit Großbritannien, ohne jedoch in gleicher Weise in das französisch-amerikanische Bündnis eingebunden zu sein.[1]
Das erhaltene Fragment eines Privatbriefs einer Person, die sich anhand der Handschrift lediglich als ‚Drouault‘ identifizieren lässt, wurde am 4. Juli 1781 in L’Orient (heute Lorient) verfasst. Es schildert die Begegnung von vier Fregatten französischer, niederländischer und britischer Zugehörigkeit. Im Mittelpunkt steht ein vorausgegangenes Gefecht zwischen einer niederländischen und einer britischen Fregatte, die dabei erheblich beschädigt worden sein sollen. ‚Drouault‘ berichtet zudem, dass der britische Kapitän den niederländischen Kommandanten in Eisen legen ließ, bevor er angesichts zweier weiterer Fregatten die Flucht ergriff. Der Brief richtet sich an einen nur teilweise bezeichneten Grafen in Mailand und vermittelt damit Einblicke sowohl in das maritime Kriegsgeschehen als auch in die private Weitergabe militärischer Nachrichten im Europa des späten Ancien Régime.
Der Brief wurde auf den Tag genau fünf Jahre nach Erklärung der Unabhängigkeit der 13 britischen Kolonien verfasst. Dem Tag der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika.
Drouault – Marine Royale de France: Guerre de l'Independance Americaine, 1781;
Fragment eines Privatbriefs über ein Seegefecht im Zuge des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs zwischen vier Fregatten der Franzosen, Niederländer und Briten;
• Historischer Kontext
• Traduction FR / translation EN
• Transkription
• Quellen & Literatur
Brief / Privatbrief
Manuskript;
Drouault,
weitere Recherche erforderlich;
Drouault,
weitere Recherche erforderlich;
Comte de C[ ]y,
Mailand,
der mittlere Teil des Namens ist ausgelassen. Weitere Recherche erforderlich;
04. Juli 1781,
Lorient, Bretagne/ Frankreich;
Drouault,
eigenhändig;
--;
Vergé-Papier;
ca. -- x -- mm,
1pp (Fragment);
Restauriert: Gereinigt, geglättet, Fehlstellen mit Japanpapier verschlossen;
Der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg war weit mehr als ein Konflikt zwischen Großbritannien und seinen nordamerikanischen Kolonien. Mit dem französisch-amerikanischen Bündnis von 1778 wurde der Krieg zu einer Auseinandersetzung zwischen europäischen Großmächten, in der die Kontrolle über Seewege, Handelsverbindungen und strategisch wichtige Häfen eine zentrale Rolle spielte. Frankreich unterstützte die amerikanischen Aufständischen militärisch und diplomatisch; Spanien trat 1779 in den Krieg gegen Großbritannien ein.[1]
Eine weitere Veränderung brachte der Vierte Englisch-Niederländische Krieg (1780–1784). Die Niederländische Republik befand sich seit Ende 1780 im Krieg mit Großbritannien. Hintergrund waren unter anderem die Spannungen um den niederländischen Überseehandel und die Beziehungen zu den amerikanischen Aufständischen. Obwohl die Niederlande damit ebenfalls gegen Großbritannien kämpften, bildeten sie nicht automatisch mit Frankreich und den Vereinigten Staaten einen einheitlich geführten Flottenverband.[1][2]
Die französische Beteiligung am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg war auch Ausdruck der Rivalität zwischen Frankreich und Großbritannien. Nach der Niederlage im Siebenjährigen Krieg (1756–1763) suchte die französische Monarchie nach Möglichkeiten, die britische Machtstellung zu schwächen und Frankreichs Position als europäische Großmacht zu stärken. Die Unterstützung der amerikanischen Aufständischen verband damit strategische Interessen mit dem Ziel, die internationale Stellung der Monarchie unter Louis XVI. zu verbessern.[1]
Diese Politik war auch am Hof von Versailles präsent. Am 21. März 1778 wurden Benjamin Franklin und seine Begleiter offiziell am französischen Hof empfangen; der Bündnisvertrag mit den Vereinigten Staaten war bereits am 6. Februar unterzeichnet worden. Der Empfang der amerikanischen Gesandten veranschaulichte, wie eng Diplomatie, höfische Repräsentation und die außenpolitischen Ziele der Monarchie miteinander verbunden waren.[3] Der Krieg war somit nicht nur eine Angelegenheit von Ministern, Diplomaten und Marineoffizieren, sondern auch ein politisches Ereignis, das die Wahrnehmung der Monarchie und ihren Anspruch auf außenpolitische Größe berührte.
Der militärische Erfolg hatte jedoch einen hohen finanziellen Preis. Frankreich finanzierte einen erheblichen Teil seiner Kriegsausgaben durch Kredite, statt die Belastung vollständig durch zusätzliche Steuern zu decken. Die Unterstützung der Vereinigten Staaten und die umfangreichen Marineoperationen verschärften dadurch die Verschuldung des Staates. Nach dem Ende des Krieges blieb die finanzielle Belastung bestehen, während die erhofften langfristigen strategischen Vorteile nicht automatisch zu einer entsprechenden wirtschaftlichen Stärkung Frankreichs führten.[1][4]
Als sich die Finanzkrise in den 1780er-Jahren zuspitzte, trat ein grundlegendes Problem der französischen Monarchie immer deutlicher hervor: Der Staat benötigte höhere und verlässlichere Einnahmen, stieß bei Steuerreformen jedoch auf institutionelle Widerstände und die Privilegien einflussreicher Gruppen. Die amerikanische Intervention war nicht die alleinige Ursache der Revolution von 1789. Sie trug aber dazu bei, die bereits bestehenden strukturellen Probleme der Staatsfinanzen zu verschärfen und den Handlungsspielraum der Krone weiter einzuschränken.[4]
Der Brief aus L’Orient vom Juli 1781 entstand somit in einer Phase, in der Frankreich seinen Krieg gegen Großbritannien auf See führte und zugleich erhebliche finanzielle Verpflichtungen einging. Die Handschrift selbst erlaubt keine Aussage über die Haltung des Verfassers zu dieser Politik oder über seine Kenntnis der finanziellen Folgen. Sie dokumentiert jedoch ein konkretes Ereignis innerhalb jenes Krieges, dessen militärische, diplomatische und fiskalische Folgen weit über das einzelne Gefecht hinausreichten.
Fregatten erfüllten im Seekrieg des 18. Jahrhunderts unterschiedliche Aufgaben: Sie dienten der Aufklärung, der Nachrichtenübermittlung, dem Schutz von Handelsrouten und der Verfolgung gegnerischer Schiffe. Gefechte zwischen einzelnen Fregatten konnten weitreichende Folgen haben, insbesondere wenn ein Schiff erobert und als Prise übernommen wurde.[1]
Der Brief von ‚Drouault‘ schildert einen solchen Fall aus einer ungewöhnlichen Perspektive. Dem Bericht zufolge hatte eine niederländische Fregatte zuvor gegen eine britische gekämpft und war von dieser zurückerobert worden. Der britische Kapitän ließ den niederländischen Kommandanten daraufhin in Eisen legen. Als zwei weitere Fregatten herankamen, ergriff der britische Kommandant die Flucht. Der Verfasser merkt an, dass dieser sich angesichts der Kräfteverhältnisse möglicherweise hätte verteidigen können.
Diese Darstellung ist quellenkritisch zu lesen: Der erhaltene Brief ist nur ein Fragment, und die Transkription ist vorläufig. Weder die Namen der beteiligten Schiffe noch der genaue Ort des Gefechts sind bislang sicher bekannt. Auch das Datum des Briefes belegt nicht, dass sich das beschriebene Ereignis am selben Tag zugetragen hat. Eine eindeutige Identifizierung des Gefechts ist daher derzeit nicht möglich.
Der Brief ist nicht nur wegen des geschilderten Seegefechts von Interesse. Als private Korrespondenz dokumentiert er, wie militärische Nachrichten jenseits offizieller Berichte weitergegeben und kommentiert wurden. Die Schilderung richtet den Blick auf das Verhalten einzelner Kommandanten, den Umgang mit Gefangenen und die Entscheidungen, die in einer unübersichtlichen Situation auf See getroffen wurden.
Die Anschrift gibt darüber hinaus Hinweise auf den gesellschaftlichen Rang des Empfängers. ‚Drouault‘ adressierte seinen Brief an einen Grafen, der als chevalier de l’ordre de Sainte-Thérèse [sic!] bezeichnet wird. Ein historischer Orden unter genau dieser Bezeichnung ließ sich bislang nicht sicher nachweisen. Eine mögliche Erklärung wäre eine Verwechslung seitens des Verfassers mit dem österreichischen Militär-Maria-Theresien-Orden, der 1757 von Maria Theresia gestiftet wurde.[5] Diese Vermutung gewinnt dadurch an Plausibilität, dass Mailand 1781 zur habsburgisch regierten Lombardei gehörte. Einen Beleg für die Gleichsetzung liefert der geografische Zusammenhang allerdings nicht.
Der Zusatz en son hôtel, à Milan verweist auf die Stadtresidenz des Empfängers. Die Anschrift eröffnet damit einen Einblick in die gesellschaftlichen und möglicherweise auch militärischen Verbindungen, innerhalb derer die Korrespondenz im Europa des späten 18. Jahrhunderts zirkulierte. Der Brief verbindet maritime Kriegsgeschichte mit der Geschichte privater Nachrichtenübermittlung und aristokratischer Korrespondenz. Welche Informationen der Empfänger darüber hinaus erhielt und wie zuverlässig der Bericht war, lässt sich aus dem Fragment allein nicht bestimmen.
La guerre d’indépendance américaine (1775–1783) prit une dimension internationale et entraîna dans le conflit les puissances maritimes européennes. En 1778, la France conclut une alliance formelle avec les États-Unis ; en 1779, l’Espagne entra à son tour en guerre aux côtés de la France. Depuis décembre 1780, la République des Provinces-Unies était également en guerre contre la Grande-Bretagne, sans pour autant être intégrée de la même manière à l’alliance franco-américaine.[1]
Le fragment conservé d’une lettre privée, dont l’auteur n’est identifiable, d’après l’écriture manuscrite, que sous le nom de ‘Drouault’, fut rédigé à L’Orient (aujourd’hui Lorient) le 4 juillet 1781. Il relate la rencontre de quatre frégates françaises, néerlandaises et britanniques. Le récit porte principalement sur un combat antérieur entre une frégate néerlandaise et une frégate britannique, qui auraient subi d’importants dommages. ‘Drouault’ rapporte également que le capitaine britannique fit mettre aux fers le commandant néerlandais avant de prendre la fuite à l’approche de deux autres frégates. La lettre est adressée à un comte dont le nom n’est que partiellement indiqué et qui réside à Milan. Elle offre ainsi un aperçu à la fois des opérations navales et de la circulation privée des nouvelles militaires dans l’Europe de la fin de l’Ancien Régime.
La lettre fut rédigée exactement cinq ans après la déclaration d’indépendance des treize colonies britanniques. Le jour même qui est considéré comme celui de la fondation des États-Unis d’Amérique.
Un conflit international – jusque sur les mers
La guerre d’indépendance américaine fut bien davantage qu’un conflit opposant la Grande-Bretagne à ses colonies d’Amérique du Nord. Avec l’alliance franco-américaine de 1778, la guerre devint une confrontation entre grandes puissances européennes, dans laquelle le contrôle des voies maritimes, des routes commerciales et des ports stratégiques jouait un rôle central. La France apporta un soutien militaire et diplomatique aux insurgés américains ; l’Espagne entra en guerre contre la Grande-Bretagne en 1779.[1]
Une autre évolution fut provoquée par la quatrième guerre anglo-néerlandaise (1780–1784). À partir de la fin de l’année 1780, la République des Provinces-Unies se trouva en guerre contre la Grande-Bretagne. Ce conflit s’expliquait notamment par les tensions autour du commerce néerlandais outre-mer et des relations avec les insurgés américains. Bien que les Provinces-Unies combattissent elles aussi la Grande-Bretagne, elles ne formaient pas pour autant, avec la France et les États-Unis, une flotte unifiée placée sous un commandement commun.[1][2]
Louis XVI, Versailles et le prix de la victoire
La participation française à la guerre d’indépendance américaine fut également une manifestation de la rivalité entre la France et la Grande-Bretagne. Après sa défaite lors de la guerre de Sept Ans (1756–1763), la monarchie française chercha des moyens d’affaiblir la puissance britannique et de renforcer la position de la France parmi les grandes puissances européennes. Le soutien apporté aux insurgés américains répondait ainsi à des intérêts stratégiques tout en visant à améliorer la position internationale de la monarchie sous le règne de Louis XVI.[1]
Cette politique était également présente à la cour de Versailles. Le 21 mars 1778, Benjamin Franklin et ses compagnons furent officiellement reçus à la cour de France ; le traité d’alliance avec les États-Unis avait déjà été signé le 6 février. La réception des envoyés américains illustrait l’étroitesse des liens entre diplomatie, représentation de la cour et objectifs de politique étrangère de la monarchie.[3] La guerre ne relevait donc pas seulement des ministres, des diplomates et des officiers de marine : elle constituait également un événement politique qui touchait à l’image de la monarchie et à ses ambitions de grandeur sur la scène internationale.
Le succès militaire eut toutefois un coût financier considérable. La France finança une part importante de ses dépenses de guerre par l’emprunt, plutôt que de couvrir intégralement les besoins supplémentaires par une hausse des impôts. Le soutien apporté aux États-Unis et les vastes opérations navales aggravèrent ainsi l’endettement de l’État. À la fin de la guerre, les charges financières demeurèrent élevées, tandis que les avantages stratégiques à long terme escomptés ne se traduisirent pas automatiquement par un renforcement économique équivalent de la France.[1][4]
Lorsque la crise financière s’accentua au cours des années 1780, un problème fondamental de la monarchie française apparut de plus en plus clairement : l’État avait besoin de recettes plus importantes et plus fiables, mais les réformes fiscales se heurtaient à des résistances institutionnelles et aux privilèges de groupes influents. L’intervention américaine ne fut pas la cause unique de la Révolution de 1789. Elle contribua néanmoins à aggraver les difficultés structurelles déjà présentes dans les finances publiques et à réduire encore la marge de manœuvre de la Couronne.[4]
La lettre de L’Orient, datée de juillet 1781, fut donc rédigée à une époque où la France menait la guerre contre la Grande-Bretagne sur mer tout en contractant d’importantes obligations financières. Le manuscrit lui-même ne permet pas de déterminer l’attitude de son auteur à l’égard de cette politique ni de savoir s’il connaissait ses conséquences financières. Il documente toutefois un événement concret survenu au cours de cette guerre, dont les conséquences militaires, diplomatiques et fiscales dépassèrent largement le cadre d’un seul affrontement.
Frégates, capture et fuite
Les frégates remplissaient diverses fonctions dans la guerre navale au XVIIIe siècle : elles servaient à la reconnaissance, à la transmission des nouvelles, à la protection des routes commerciales et à la poursuite des navires ennemis. Les combats entre frégates isolées pouvaient avoir des conséquences importantes, notamment lorsqu’un navire était capturé et pris comme prise de guerre.[1]
La lettre de ‘Drouault’ relate un tel épisode sous un angle inhabituel. Selon son récit, une frégate néerlandaise avait auparavant combattu une frégate britannique, qui l’avait ensuite reprise. Le capitaine britannique fit alors mettre aux fers le commandant néerlandais. Lorsque deux autres frégates s’approchèrent, le commandant britannique prit la fuite. L’auteur fait remarquer que, compte tenu du rapport de forces, celui-ci aurait peut-être pu se défendre.
Ce récit doit être abordé avec un regard critique sur la source : la lettre conservée n’est qu’un fragment et la transcription reste provisoire. Les noms des navires impliqués et le lieu exact du combat ne sont pas encore établis avec certitude. La date de la lettre ne prouve pas non plus que l’événement décrit se soit produit le même jour. Il n’est donc pas possible, à ce stade, d’identifier précisément cet affrontement.
Une lettre privée comme source historique
Cette lettre présente un intérêt qui dépasse le seul combat naval qu’elle relate. En tant que correspondance privée, elle témoigne de la manière dont les nouvelles militaires étaient transmises et commentées en dehors des rapports officiels. Le récit attire l’attention sur le comportement de commandants individuels, le traitement des prisonniers et les décisions prises en mer dans une situation confuse.
L’adresse fournit également des indications sur le rang social du destinataire. ‘Drouault’ adressa sa lettre à un comte désigné comme chevalier de l’ordre de Sainte-Thérèse [sic!] . Il n’a pas été possible, à ce jour, d’établir avec certitude l’existence d’un ordre historique portant exactement cette appellation. Une explication possible serait une confusion de la part de l’auteur avec l’ordre militaire de Marie-Thérèse, fondé en 1757 par Marie-Thérèse d’Autriche.[5] Cette hypothèse gagne en plausibilité du fait qu’en 1781, Milan appartenait à la Lombardie sous domination des Habsbourg. Ce contexte géographique ne constitue toutefois pas une preuve de cette identification.
La mention en son hôtel, à Milan renvoie à la résidence urbaine du destinataire. L’adresse offre ainsi un aperçu des réseaux sociaux et peut-être aussi militaires au sein desquels la correspondance circulait dans l’Europe de la fin du XVIIIe siècle. Cette lettre relie l’histoire de la guerre navale à celle de la transmission privée des nouvelles et de la correspondance aristocratique. Le fragment ne permet toutefois pas de déterminer quelles autres informations le destinataire recevait ni dans quelle mesure le récit était fiable.
The American War of Independence (1775–1783) developed into an international conflict that drew the European maritime powers into the fighting. In 1778, France concluded a formal alliance with the United States; in 1779, Spain entered the war on France’s side. Since December 1780, the Dutch Republic had also been at war with Great Britain, although it was not integrated into the Franco-American alliance in the same way.[1]
The surviving fragment of a private letter, whose author can be identified from the handwriting only as ‘Drouault’, was written at L’Orient (now Lorient) on 4 July 1781. It recounts the encounter between four French, Dutch and British frigates. The account focuses primarily on an earlier engagement between a Dutch frigate and a British frigate, both of which were reportedly badly damaged. ‘Drouault’ also reports that the British captain had the Dutch commander put in irons before fleeing at the approach of two further frigates. The letter is addressed to a count whose name is only partially given and who resides in Milan. It thus offers an insight into both naval warfare and the private circulation of military news in late Ancien Régime Europe.
The letter was written exactly five years after the declaration of independence by the thirteen British colonies: the very day now regarded as the founding date of the United States of America.
An international conflict – at sea as well
The American War of Independence was far more than a conflict between Great Britain and its North American colonies. With the Franco-American alliance of 1778, the war became a confrontation between major European powers, in which control of sea routes, trade links and strategically important ports played a central role. France provided military and diplomatic support to the American rebels; Spain entered the war against Great Britain in 1779.[1]
Another development was the Fourth Anglo-Dutch War (1780–1784). From late 1780, the Dutch Republic was at war with Great Britain. The conflict stemmed in part from tensions over Dutch overseas trade and relations with the American rebels. Although the Dutch Republic was also fighting Great Britain, this did not mean that it formed a unified fleet under common command with France and the United States.[1][2]
Louis XVI, Versailles and the price of victory
France’s involvement in the American War of Independence also reflected the rivalry between France and Great Britain. Following its defeat in the Seven Years’ War (1756–1763), the French monarchy sought ways to weaken British power and strengthen France’s position among the great powers of Europe. Support for the American rebels thus served strategic interests while also aiming to improve the monarchy’s international standing under the reign of Louis XVI.[1]
This policy was also a feature of life at the court of Versailles. On 21 March 1778, Benjamin Franklin and his companions were officially received at the French court; the treaty of alliance with the United States had already been signed on 6 February. The reception of the American envoys illustrated how closely diplomacy, courtly representation and the monarchy’s foreign-policy objectives were intertwined.[3] The war was therefore not merely a matter for ministers, diplomats and naval officers: it was also a political event that shaped perceptions of the monarchy and touched upon its aspirations to greatness on the international stage.
Military success, however, came at a considerable financial cost. France financed a substantial proportion of its war expenditure through borrowing rather than covering the additional costs entirely through increased taxation. Support for the United States and extensive naval operations thus added to the state’s debt burden. The financial strain persisted after the war, while the anticipated long-term strategic advantages did not automatically translate into a corresponding strengthening of the French economy.[1][4]
As the financial crisis intensified during the 1780s, a fundamental problem facing the French monarchy became increasingly apparent: the state needed higher and more reliable revenues, yet tax reforms encountered institutional resistance and the entrenched privileges of influential groups. The American intervention was not the sole cause of the Revolution of 1789. Nevertheless, it contributed to the worsening of existing structural problems in public finances and further restricted the Crown’s room for manoeuvre.[4]
The letter from L’Orient, dated July 1781, was therefore written at a time when France was waging war against Great Britain at sea while also taking on substantial financial obligations. The manuscript itself does not reveal the author’s attitude towards this policy or whether he was aware of its financial consequences. It does, however, document a specific event within a war whose military, diplomatic and fiscal consequences extended far beyond a single engagement.
Frigates, capture and flight
Frigates served a variety of purposes in eighteenth-century naval warfare: reconnaissance, the transmission of messages, the protection of trade routes and the pursuit of enemy ships. Engagements between individual frigates could have far-reaching consequences, particularly when a vessel was captured and taken as a prize of war.[1]
‘Drouault’s’ letter recounts such an episode from an unusual perspective. According to the account, a Dutch frigate had previously fought a British frigate, which subsequently recaptured it. The British captain then had the Dutch commander put in irons. When two further frigates approached, the British commander fled. The author observes that, given the balance of forces, the commander might perhaps have been able to defend himself.
This account must be approached critically as a historical source: the surviving letter is only a fragment, and the transcription remains provisional. The names of the ships involved and the precise location of the engagement have not yet been established with certainty. Nor does the date of the letter prove that the event described took place on the same day. It is therefore not currently possible to identify the engagement conclusively.
A private letter as a historical source
This letter is of interest for more than the naval engagement it describes. As an example of private correspondence, it documents how military news was circulated and commented upon outside official reports. The account draws attention to the conduct of individual commanders, the treatment of prisoners and the decisions made at sea in a confusing and rapidly changing situation.
The address also offers clues to the recipient’s social standing. ‘Drouault’ addressed the letter to a count described as a chevalier de l’ordre de Sainte-Thérèse [sic!]. To date, it has not been possible to establish with certainty the existence of a historical order bearing precisely this name. One possible explanation is that the author confused it with the Military Order of Maria Theresa, founded in 1757 by Maria Theresa of Austria.[5] This hypothesis appears more plausible given that, in 1781, Milan belonged to Habsburg-ruled Lombardy. However, this geographical context does not in itself prove that the two orders were one and the same.
The phrase en son hôtel, à Milan refers to the recipient’s town residence. The address thus offers a glimpse into the social and perhaps military networks through which correspondence circulated in late eighteenth-century Europe. The letter connects the history of naval warfare with the private circulation of news and aristocratic correspondence. The fragment alone does not, however, reveal what further information the recipient may have received or how reliable the account was.
Vorläufig / pour l'instant / for now:
A Monsieur
[...]
Monsieur le comte de C[ ]y,
chevalier de l’ordre de Sainte Thérèse
En Son Hôtel
A Milan
Oriente Droüault
1781
4 [... ...] 21. [...]
[...] fregattes, de sorte qu’elles aviarinerent sans tirer un coup de canon. La fregatte hollandaise, et l’anglaise qui s’etoient bien maltraités auparavant, ce qu’il y a de singulier cest que le capitaine de la frégatte anglaise qui avoit repris la hollandaise, et l’anglaise, avoit mis le capitaine de celcy aux fers pour s’être laissé prandre par un hollandais, et lui prends la fuitte en appersevant nos deux frégattes contres lequelles il auroit pu se défendre puisque ils auroient été 3 contre 1 (?) et a peu près d’égale force. J’ose esperer Monsieur que vous voudrés bien me donner des nouvelles de votre santé, de celles de Madame la comtesse, et de Monsieur votre fils, [... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ...]
Monsieur le Comte
Votre tres humble et tres
obeissant Serviteur
Drouault
L'Orient le 4 Juillet
1781
Die Textwiedergabe der Transkription erfolgt buchstabengetreu. Als Ausnahme sei hier die angepasste vokalische Wiedergabe von «U/ u» und die konsonantische Wiedergabe von «V/ v» genannt. In der Handschrift verwendete Majuskeln, Diakritika/ fehlende Diakritika, sowie römische Zahlen sind in ihrer jeweiligen Schreibweise übernommen. Desweiteren sind alle Ligaturen ausgeschrieben und die Schreibweise «∫s» als «ss» wiedergegeben.
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dt) Datum/ und Actum
h) Hervorhebung/ Auszeichnung
in) Invocatio
is) Inscriptio/ und Salutatio
it) Intitulatio, u.U. mit Devotions-/ Legitimationsformel
k) Kanzleizeichen
nr) Narratio
pb) Publicatio
r) Rekognition/ Recognitionszeile
s) Signatur/ Signumzeile
sg) Siegel
sfr) Siegel fragmentarisch erhalten
sf) Siegel nicht erhalten
sk) ungesiegelt
[1]Jonathan R. Dull, The French Navy and American Independence: A Study of Arms and Diplomacy, 1774–1787, Princeton: Princeton University Press, 1975.
Die wissenschaftliche Monografie untersucht die französische Marinepolitik, die diplomatischen Beziehungen und die Internationalisierung des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs.
[2]H. M. Scott, „Sir Joseph Yorke, Dutch Politics and the Origins of the Fourth Anglo-Dutch War“, The Historical Journal 31, Nr. 3 (1988), S. 571–589.
Der Fachaufsatz untersucht die diplomatischen und politischen Ursachen des Vierten Englisch-Niederländischen Krieges.
[3]Château de Versailles, „Versailles and the United States of America, 1778–1783“. Online Quelle [Zugriff: 10. Oktober 2026].
Die institutionelle Darstellung dokumentiert den offiziellen Empfang Benjamin Franklins und seiner Begleiter am französischen Hof am 21. März 1778 sowie den vorausgegangenen Bündnisvertrag vom 6. Februar 1778.
[4]Michael P. Fitzsimmons, The Forgotten Constitution: The Origins, Realization, and Legacy of the French Constitution of 1791, Oxford University Press, 2025, Kapitel 3: „The Descent into Crisis“, S. 49–69.
Der Autor behandelt den Zusammenhang zwischen der Finanzierung des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs durch Kredite, der späteren Finanzkrise und den Konflikten um Steuerprivilegien.
[5]Zur Geschichte des österreichischen Militär-Maria-Theresien-Ordens siehe das Kunsthistorische Museum Wien, Großkreuz des Militär-Maria-Theresien-Ordens [Zugriff: 10. Oktober 2026].
Zur österreichischen Herrschaft über die Lombardei siehe Lombardia Beni Culturali, La Lombardia della dominazione austriaca (1700–1796) [Zugriff: 10. Oktober 2026].
Die mögliche Gleichsetzung der Ordensbezeichnung ordre de Sainte-Thérèse mit dem Militär-Maria-Theresien-Orden bleibt eine Hypothese.