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Das Château de Marly im frühen 18. Jahrhundert

Historischer Gesamtplan mit Schloss, Pavillons, Parkanlagen, Wasserreservoirs und dem Aquädukt von Louveciennes

Nicolas de Fer, um 1705

Handcolorierte Druckgrafik, Engraving, Print, Gravure, Dokument: Historischer Gesamtplan des Château de Marly mit Schlossanlage, Pavillons, Gartenparterres, Wasserreservoirs und dem Aquädukt von Louveciennes, Nicolas de Fer, um 1705 Handcolorierte Druckgrafik, Engraving, Print, Gravure, Dokument: Historischer Gesamtplan des Château de Marly mit Schlossanlage, Pavillons, Gartenparterres, Wasserreservoirs und dem Aquädukt von Louveciennes, Nicolas de Fer, um 1705

Dieser kolorierte Gesamtplan der Domäne des Château de Marly des königlichen Kartographen Nicolas de Fer (1647–1720) aus der Zeit um das Jahr 1705 zeigt die Gesamtanlage der königlichen Maison de plaisance [vgl. hierzu auch die Themenseite zum Château de Saint-Cloud] in ihrer reifen Ausbauphase unter der Herrschaft von Louis XIV. (1638–1715).[1] Die Darstellung gehört zu den bedeutendsten kartographischen Zeugnissen des ehemaligen Lustschlosses und vermittelt einen außergewöhnlich detaillierten Eindruck von der Architektur, den Gartenanlagen und den wassertechnischen Einrichtungen der Anlage im heutigen Marly-le-Roi.[2]

Das Château de Marly entstand ab 1679 nach Plänen des königlichen Architekten Jules Hardouin-Mansart (1646–1708), unterstützt von dem Gartenarchitekten André Le Nôtre (1613–1700) und dem Premier peintre du Roi Charles Le Brun (1619–1690).[3] Anders als das monumentale Versailles [vgl. LdF GR-0002] war Marly nicht für den gesamten Hofstaat bestimmt, sondern diente als exklusiver Rückzugsort des Königs und seines engsten Umfeldes.[4] Der Zugang zum Schloss erfolgte ausschließlich auf persönliche Einladung Ludwigs XIV.; die berühmten Voyages à Marly galten deshalb als sichtbares Zeichen königlicher Gunst.[5] Die Teilnahme an diesen Aufenthalten war innerhalb des höfischen Systems von außerordentlicher Bedeutung, da der König persönlich entschied, wer ihn nach Marly begleiten durfte. Daraus entwickelte sich am Versailler Hof die sprichwörtlich gewordene Frage «Marly, Sire ?», mit der Höflinge hoffnungsvoll danach fragten, ob sie zu dem ausgewählten Kreis der Eingeladenen gehörten.[6]

Beschreibung

Signatur

LdF LA-0005

Titel der Druckgrafik

Plan général de Marly;

Inhalt

Das Château de Marly im frühen 18. Jahrhundert. Handcolorierter Plan mit Schloss, Pavillons,
Parkanlagen, Wasserreservoirs und dem Aquädukt von Louveciennes;

• Historischer Kontext

• Transkription

• Quellen & Literatur

Dokument

Art/ Gattung

Druckgrafik,
Kupferstich;

Graveur/ Autor

Nicolas de Fer
Autor, Kartograph des Dauphins und später königlicher Geograph unter Louis XIV.,
1647(?)–1720;

Herman van Loon
Graveur (sculp),
1649–1750;

Druck/ Verlag

Chez G. Danet
gendre de l'auteur sur le pont notre Dame à la Sphere Royale,
Paris/ Frankreich
;

Erscheinungsangaben

sur le pont notre Dame à la Sphere Royale;

Entstehungszeit/ Publikationsdatum/ Ort

um 1705
Paris/ Frankreich;

Druck

Drucktechnik

Tiefdruck/ Radierung;

Druckverfahren

Kupferstich,
veraltet auch Chalkographie;

Plattengröße

ca. 387 x 280 mm;

Farbigkeit

schwarz/ farbig,
1/0-farbig bedruckt,
nachträglich handcoloriert;

Bedruckstoff

Material

Vergé-Papier;

Bogengröße

ca. 397 x 292 mm,
geschnitten;

Umfang

1p.,
horizontale mittelfalz;

Zustand

Sehr schön erhaltenes Exemplar mit sauberem, kräftigen abdruck. Nachträglich handcoloriert;

Historischer Kontext

weiterführende Informationen

Marly war keine Hauptresidenz, sondern eine sogenannte Maison de plaisance, also ein Lust- und Rückzugsschloss, das bewusst einen Gegenentwurf zur strengen höfischen Öffentlichkeit von Versailles darstellte.[7] Zeitgenossen berichteten, dass das dortige Hofleben deutlich ungezwungener gewesen sei. Selbst Élisabeth Charlotte d’Orléans (1652–1722), besser bekannt als Liselotte von der Pfalz, zeigte sich erstaunt über die vergleichsweise vertraulichen Umgangsformen zwischen dem König und den geladenen Gästen.[8] Wer nicht nach Marly eingeladen wurde, verstand dies häufig als Zeichen des Verlustes königlicher Aufmerksamkeit; eine Einladung hingegen galt als besonderer Ausdruck von Vertrauen und Nähe zum Monarchen.[9]

Der Plan von Nicolas de Fer dokumentiert zugleich den Höhepunkt jener höfischen Kultur des späten Grand Siècle, in der Architektur, Gartenkunst, Hydraulik und politische Repräsentation untrennbar miteinander verbunden waren.[10] Besonders auffällig ist die streng symmetrische Anlage des Schlosses mit dem zentralen Pavillon des Königs und den zwölf kleineren Pavillons für ausgewählte Gäste. Dieses neuartige Konzept der aufgelockerten Pavillonarchitektur sollte später zahlreiche europäische Schlossanlagen beeinflussen.[11] Der legendäre Ruf Marlys reichte dabei weit über Frankreich hinaus. Die Anlage wurde innerhalb des europäischen Adels nahezu zum Sinnbild eines exklusiven höfischen Rückzugsortes. Noch Friedrich II. von Preußen (1712–1786) bezog sich mit seinem sogenannten „Mon Marly“ im Umfeld von Sanssouci bewusst auf die Aura und das höfische Ideal des berühmten französischen Lustschlosses.[12]

Die Gesamtanlage von Marly wurde in einer natürlichen Senke zwischen zwei bewaldeten Höhenzügen angelegt. Im Mittelpunkt stand der sogenannte Pavillon Royal, dessen vergoldete Kuppel weithin sichtbar war.[13] Rechts und links davon erstreckten sich jeweils sechs kleinere Pavillons für die geladenen Gäste des Königs. Diese waren entlang eines großen Wasserbassins angeordnet und besaßen jeweils eigene kleine Gartenparterres.[14] Die Architektur der Anlage wirkte dadurch deutlich leichter und intimer als jene von Versailles. Gerade diese bewusst aufgelockerte Komposition machte Marly zu einem wichtigen Vorbild europäischer Barockarchitektur.[15]

Die Fassaden der Pavillons waren ursprünglich reich illusionistisch bemalt und sollten kostbare Materialien sowie plastische Dekoration vortäuschen.[16] Das Zusammenspiel aus Architektur, Malerei, Gartenkunst und Wasserspielen entsprach der aufwendigen Repräsentationspolitik Ludwigs XIV., dessen Herrschaft sich auch über die Beherrschung der Natur definierte.[17] Hinter dem königlichen Pavillon befand sich die monumentale „Grande Cascade“, deren Wasserspiele zu den eindrucksvollsten Sehenswürdigkeiten der Anlage gehörten.[18]

Von besonderer Bedeutung war die Wasserversorgung des Schlosses. Auf dem Plan sind oben links die großen Reservoirs Trou d’Enfer und Réservoir de la Ramasse dargestellt.[19] Sie wurden über die berühmte Machine de Marly [vgl. LdF LA-0002] mit Wasser aus der Seine gespeist.[20] Diese gewaltige hydraulische Anlage, die zwischen 1681 und 1684 errichtet wurde, gehörte zu den technisch anspruchsvollsten Projekten des europäischen Barock.[21] Über ein komplexes Pumpensystem wurde das Wasser zum Aquädukt von Louveciennes geleitet, das am linken unteren Bildrand des Plans zu erkennen ist.[22] Das von Jules Hardouin-Mansart (1646–1708) errichtete Bauwerk war rund 640 Meter lang und etwa 23 Meter hoch.[23] Von dort aus konnten – abhängig vom Aufenthaltsort des Königs – entweder die Wasserspiele von Marly oder jene von Versailles versorgt werden.[24]

Der Ort Louveciennes wurde später vor allem durch Jeanne Bécu, comtesse du Barry (1743–1793) bekannt. Louis XV. (1710–1774) schenkte seiner berühmten Favoritin das Château de Louveciennes, das sie bis zur Französischen Revolution bewohnte.[25]

Das Château de Marly seit der Revolution

Nach der Revolution begann der rasche Niedergang des Schlosses von Marly. Die letzten Mitglieder der französischen Königsfamilie, die sich regelmäßig dort aufhielten, waren Louis XVI. (1754–1793) und Marie-Antoinette (1755–1793).[26] Nach ihrer Hinrichtung verlor die Anlage ihre Funktion und wurde schließlich an einen Unternehmer verkauft, der dort eine Baumwollfabrik einrichtete.[27] Nach deren Konkurs erwarb Napoléon Bonaparte (1769–1821) das Anwesen erneut für den Staat, bevor die Gebäude zwischen 1808 und 1816 endgültig abgetragen wurden.[28]

Heute sind nur noch wenige Überreste der einstigen Schlossanlage erhalten. Dazu gehören Teile der Fundamentanlagen, das große Wasserbassin, die berühmte Pferdetränke L’Abreuvoir sowie Fragmente der ehemaligen Parkanlagen.[29] Aus der Luft lässt sich die ursprüngliche Struktur des Schlosses jedoch noch immer deutlich nachvollziehen. Der ehemalige Schlosspark steht heute unter Denkmalschutz und ist als „Monument Historique“ klassifiziert.[30]

Von der einstigen Pracht Marlys zeugen bis heute die berühmten Chevaux de Marly, die Pferde von Marly, des Bildhauers Guillaume Coustou (1677–1746).[31] Die monumentalen Marmorskulpturen entstanden zwischen 1739 und 1745 und schmückten ursprünglich die Pferdetränke des Schlosses.[32] Während der Revolution wurden sie nach Paris gebracht und an der heutigen Place de la Concorde aufgestellt.[33] Seit 1984 befinden sich die Originale im Louvre in der Cour Marly; in Marly-le-Roi und am Beginn der Champs-Élysées stehen heute Kopien.[34]


Brève description de cette gravure en français et en anglais

Short description of this engraving in English and French

Le Château de Marly au début du XVIIIe siècle

Plan général historique avec le château, les pavillons, les jardins, les réservoirs et l’aqueduc de Louveciennes.

Nicolas de Fer, vers 1705

Ce plan général colorié du domaine du Château de Marly, réalisé vers 1705 par le cartographe royal Nicolas de Fer (1647–1720), représente l’ensemble de cette résidence royale de plaisance [voir également la page thématique consacrée au Château de Saint-Cloud] à l’époque de son plein développement sous le règne de Louis XIV (1638–1715).[1] Cette représentation compte parmi les témoignages cartographiques les plus importants de l’ancien château de plaisance et offre une vision exceptionnellement détaillée de l’architecture, des jardins et des installations hydrauliques du domaine situé dans l’actuelle commune de Marly-le-Roi.[2]

Le Château de Marly fut édifié à partir de 1679 d’après les plans de l’architecte du roi Jules Hardouin-Mansart (1646–1708), avec la collaboration du jardinier et architecte paysagiste André Le Nôtre (1613–1700) ainsi que du Premier peintre du Roi Charles Le Brun (1619–1690).[3] Contrairement au monumental Palace of Versailles [cf. LdF GR-0002], Marly n’était pas destiné à accueillir l’ensemble de la cour, mais servait de retraite exclusive au roi et à son entourage le plus proche.[4] L’accès au château ne se faisait que sur invitation personnelle de Louis XIV ; les célèbres Voyages à Marly constituaient dès lors un signe visible de la faveur royale.[5] La participation à ces séjours revêtait une importance considérable dans le système curial, puisque le roi décidait lui-même qui était autorisé à l’accompagner à Marly. C’est dans ce contexte qu’apparut à la cour de Versailles la formule devenue proverbiale « Marly, Sire ? », par laquelle les courtisans demandaient avec espoir s’ils faisaient partie du cercle restreint des invités.[6]

Marly n’était pas une résidence principale, mais une véritable maison de plaisance, c’est-à-dire un château conçu pour le plaisir et le retrait, pensé comme un contrepoint délibéré à la rigueur cérémonielle de Versailles.[7] Les contemporains rapportaient que la vie de cour y était nettement plus détendue. Même Élisabeth Charlotte d'Orléans (1652–1722), plus connue sous le nom de Liselotte du Palatinat, se disait surprise par la familiarité relative qui régnait entre le roi et ses invités.[8] Ne pas être convié à Marly était souvent interprété comme un signe de disgrâce ou de perte d’attention royale ; à l’inverse, une invitation était perçue comme une marque particulière de confiance et de proximité avec le souverain.[9]

Le plan de Nicolas de Fer documente également l’apogée de cette culture de cour de la fin du Grand Siècle, dans laquelle architecture, art des jardins, hydraulique et représentation politique formaient un ensemble indissociable.[10] L’ordonnance rigoureusement symétrique du château, avec le pavillon central du roi et les douze pavillons plus modestes réservés aux invités, retient particulièrement l’attention. Ce concept novateur d’architecture pavillonnaire dissociée devait par la suite influencer de nombreuses résidences princières européennes.[11] La renommée légendaire de Marly dépassait largement les frontières du royaume de France. Le domaine devint presque le symbole même du refuge aristocratique exclusif au sein de l’Europe nobiliaire. Encore Frederick the Great (1712–1786) se référait-il consciemment à l’aura et à l’idéal curial du célèbre château français lorsqu’il évoquait son propre « Mon Marly » dans l’environnement de Sanssouci.[12]

L’ensemble du domaine de Marly fut aménagé dans une dépression naturelle située entre deux collines boisées. Au centre se trouvait le Pavillon Royal, dont la coupole dorée était visible de loin.[13] De part et d’autre s’étendaient six pavillons destinés aux invités du roi. Ceux-ci étaient disposés le long d’un vaste bassin et possédaient chacun leurs propres parterres de jardin.[14] L’architecture du domaine apparaissait ainsi bien plus légère et intime que celle de Versailles. C’est précisément cette composition volontairement aérée qui fit de Marly un modèle important de l’architecture baroque européenne.[15]

Les façades des pavillons étaient à l’origine richement ornées de peintures en trompe-l’œil destinées à imiter des matériaux précieux et des décors sculptés.[16] Cette association de l’architecture, de la peinture, de l’art des jardins et des jeux d’eau correspondait à la politique de représentation élaborée de Louis XIV, dont le pouvoir se définissait également par la maîtrise de la nature.[17] Derrière le pavillon royal se trouvait la monumentale « Grande Cascade », dont les jeux d’eau comptaient parmi les attractions les plus spectaculaires du domaine.[18]

L’approvisionnement en eau du château revêtait une importance capitale. Dans la partie supérieure gauche du plan figurent les grands réservoirs du Trou d’Enfer et du Réservoir de la Ramasse.[19] Ils étaient alimentés par les eaux de la Seine grâce à la célèbre Machine de Marly [cf. LdF LA-0002].[20] Cette gigantesque installation hydraulique, construite entre 1681 et 1684, comptait parmi les réalisations techniques les plus ambitieuses du baroque européen.[21] Un complexe système de pompes permettait d’acheminer l’eau jusqu’à l’aqueduc de Louveciennes, visible dans la partie inférieure gauche du plan.[22] Cet ouvrage conçu par Jules Hardouin-Mansart (1646–1708) mesurait environ 640 mètres de longueur pour une hauteur d’environ 23 mètres.[23] Selon le lieu de résidence du roi, il permettait d’alimenter soit les jeux d’eau de Marly, soit ceux de Versailles.[24]

La localité de Louveciennes devint plus tard célèbre grâce à Madame du Barry (1743–1793). Louis XV (1710–1774) offrit à sa célèbre favorite le Château de Louveciennes, qu’elle habita jusqu’à la Révolution française.[25]

Le Château de Marly depuis la Révolution
Après la Révolution, le château de Marly entra rapidement en déclin. Les derniers membres de la famille royale française à y séjourner régulièrement furent Louis XVI (1754–1793) et Marie Antoinette (1755–1793).[26] Après leur exécution, le domaine perdit sa fonction et fut finalement vendu à un entrepreneur qui y installa une manufacture de coton.[27] À la suite de la faillite de celle-ci, Napoleon (1769–1821) racheta le domaine pour l’État avant que les bâtiments ne soient définitivement démolis entre 1808 et 1816.[28]

Aujourd’hui, seuls quelques vestiges de l’ancien château subsistent encore. Parmi eux figurent des parties des fondations, le grand bassin, le célèbre abreuvoir appelé L’Abreuvoir ainsi que des fragments des anciens jardins.[29] Vue du ciel, la structure originelle du château demeure toutefois nettement perceptible. L’ancien parc du château est aujourd’hui protégé au titre des Monuments historiques.[30]

La splendeur passée de Marly est encore évoquée aujourd’hui par les célèbres Chevaux de Marly du sculpteur Guillaume Coustou the Elder (1677–1746).[31] Ces sculptures monumentales en marbre furent réalisées entre 1739 et 1745 et ornaient à l’origine l’abreuvoir du château.[32] Pendant la Révolution, elles furent transportées à Paris et installées sur l’actuelle Place de la Concorde.[33] Depuis 1984, les originaux sont conservés au Louvre Museum, dans la Cour Marly ; des copies sont aujourd’hui visibles à Marly-le-Roi ainsi qu’au début des Champs-Élysées.[34]

The Château de Marly in the Early Eighteenth Century

Historical general plan with the château, pavilions, gardens, reservoirs and the Aqueduct of Louveciennes.

Nicolas de Fer, circa 1705

his coloured general plan of the domain of the Château de Marly by the royal cartographer Nicolas de Fer (1647–1720), dating from around 1705, depicts the entire royal maison de plaisance [see also the thematic page devoted to the Château de Saint-Cloud] during its mature phase of development under the reign of Louis XIV (1638–1715).[1] The image ranks among the most important cartographic records of the former pleasure residence and provides an exceptionally detailed impression of the architecture, gardens and hydraulic installations of the estate in present-day Marly-le-Roi.[2]

The Château de Marly was constructed from 1679 onwards according to designs by the royal architect Jules Hardouin-Mansart (1646–1708), assisted by the landscape architect André Le Nôtre (1613–1700) and the Premier peintre du Roi Charles Le Brun (1619–1690).[3] Unlike the monumental Palace of Versailles [cf. LdF GR-0002], Marly was not intended for the entire royal court, but instead served as an exclusive retreat for the king and his closest circle.[4] Access to the château was granted solely through the personal invitation of Louis XIV; the celebrated Voyages à Marly therefore became a visible sign of royal favour.[5] Participation in these stays was of extraordinary importance within the courtly system, as the king personally decided who might accompany him to Marly. From this emerged the proverbial question heard at Versailles — “Marly, Sire?” — by which courtiers hopefully enquired whether they belonged to the select circle of invited guests.[6]

Marly was not a principal residence, but rather a so-called maison de plaisance — a pleasure and retreat residence deliberately conceived as a counterpoint to the rigid ceremonial public life of Versailles.[7] Contemporary observers reported that court life there was considerably more relaxed. Even Élisabeth Charlotte d'Orléans (1652–1722), better known as Liselotte of the Palatinate, expressed surprise at the comparatively informal relations between the king and his invited guests.[8] Those who were not invited to Marly frequently regarded this as a sign of diminished royal favour, whereas an invitation itself was understood as a particular mark of trust and proximity to the monarch.[9]

Nicolas de Fer’s plan simultaneously documents the culmination of that courtly culture of the late Grand Siècle, in which architecture, garden design, hydraulics and political representation were inseparably intertwined.[10] Particularly striking is the rigorously symmetrical arrangement of the château, with the king’s central pavilion and the twelve smaller pavilions reserved for selected guests. This innovative concept of dispersed pavilion architecture would later influence numerous European palace complexes.[11] The legendary reputation of Marly extended far beyond the borders of France. Within the European aristocracy, the estate became almost synonymous with the ideal of an exclusive courtly retreat. Even Frederick the Great (1712–1786) consciously referred to the aura and courtly ideal of the celebrated French pleasure residence through his so-called “Mon Marly” in the environs of Sanssouci.[12]

The entire estate of Marly was laid out within a natural hollow between two wooded ridges. At its centre stood the so-called Pavillon Royal, whose gilded dome was visible from afar.[13] To either side extended six smaller pavilions intended for the king’s invited guests. These were arranged along a large water basin and each possessed its own small ornamental parterre.[14] The architecture of the complex therefore appeared markedly lighter and more intimate than that of Versailles. It was precisely this consciously open composition that made Marly an important model for European Baroque architecture.[15]

The façades of the pavilions were originally decorated with elaborate illusionistic painting intended to imitate costly materials and sculptural ornamentation.[16] The interplay of architecture, painting, garden art and water displays corresponded to the elaborate representational policy of Louis XIV, whose authority was also defined through the mastery of nature.[17] Behind the royal pavilion stood the monumental Grande Cascade, whose water displays ranked among the most impressive attractions of the estate.[18]

The water supply of the château was of particular importance. In the upper left section of the plan appear the great reservoirs known as the Trou d’Enfer and the Réservoir de la Ramasse.[19] They were supplied with water from the Seine by means of the famous Machine de Marly [cf. LdF LA-0002].[20] This immense hydraulic installation, constructed between 1681 and 1684, ranked among the most technically ambitious projects of the European Baroque period.[21] Through a complex pumping system, water was conveyed to the Aqueduct of Louveciennes, visible at the lower left edge of the plan.[22] The structure, designed by Jules Hardouin-Mansart (1646–1708), measured approximately 640 metres in length and around 23 metres in height.[23] From there, depending upon the king’s place of residence, either the fountains of Marly or those of Versailles could be supplied with water.[24]

The village of Louveciennes later became particularly associated with Madame du Barry (1743–1793). Louis XV (1710–1774) presented the Château de Louveciennes to his celebrated favourite, who resided there until the French Revolution.[25]

The Château de Marly since the Revolution
Following the Revolution, the Château de Marly rapidly entered into decline. The last members of the French royal family to reside there regularly were Louis XVI (1754–1793) and Marie Antoinette (1755–1793).[26] After their execution, the estate lost its original function and was eventually sold to an entrepreneur who established a cotton manufactory there.[27] Following its bankruptcy, Napoleon (1769–1821) reacquired the property for the state before the buildings were finally demolished between 1808 and 1816.[28]

Today, only a few remnants of the former château complex survive. These include parts of the foundations, the great water basin, the celebrated horse trough known as L’Abreuvoir, and fragments of the former gardens.[29] From the air, however, the original structure of the château remains clearly discernible. The former park of the château is today protected as a Monument Historique.[30]

The former splendour of Marly is still evoked today by the famous Chevaux de Marly by the sculptor Guillaume Coustou the Elder (1677–1746).[31] These monumental marble sculptures were created between 1739 and 1745 and originally adorned the château’s horse trough.[32] During the Revolution they were transported to Paris and installed on the present-day Place de la Concorde.[33] Since 1984, the originals have been preserved in the Louvre Museum within the Cour Marly, while copies now stand in Marly-le-Roi and at the beginning of the Champs-Élysées.[34]


Transkription

[I] PLAN GENERAL DE MARLY.

[II] Renvoy.
[III left] A. Pavillon Royal.
[IV left] B. Les Douze Pavillons.
[V left] C. La Chapelle.
[VI left] D. Salle des Cent Suisses.
[VII left] E. Salle des gardes de la Porte.
[VIII left] F. Les Offices.
[IX l] G. Nouveaux Bâtimens, ou
[X left] Grand et Petit Commun.
[XI left] H. Corps de Garde.
[XII left] I. Surintandance.
[XIII left] L. Allées des Ifs.


[III right] M. Allées des Boules.
[IV right] N. Terrasses.
[V right] O. Allées des Portiques.
[VI right] P. Escarpolette.
[VII right] Q. Grand Jet d’Eau de 116 pieds.
[VIII right] R. la Riviere.
[IX right] S. Corps de Gardes.
[X right] T. Logement des Officiers.
[XI right] V. Glacieres.
[XII right] X. Belveder.

[XIV] Echelle de 400 Toises.

[XVI] a Paris chez G. Danet gendre de l’auteur Sur le pont notre
[XVII right] Dame a la Sphere Royale

[XVII left] H. van Loon Sculp.

 

Transkriptionsregeln

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nr) Narratio

pb) Publicatio

r) Rekognition/ Recognitionszeile

s) Signatur/ Signumzeile

sg) Siegel

sfr) Siegel fragmentarisch erhalten

sf) Siegel nicht erhalten

sk) ungesiegelt


 

Unter anderem verwendete Quellen und Literatur

[1] Bibliothèque nationale de France, Plan général de Marly, Paris, 1705.

[2] Claudia Hartmann, Das Schloss Marly. Eine mythologische Kartause, Worms, 1995, S. 12–18.

[3] Robert W. Berger, A Royal Passion. Louis XIV as Patron of Architecture, Cambridge, 1994, S. 165–170.

[4] Alexandre Maral, Marly. Louis XIV intime, Paris, 2012, S. 55–63.

[5] Jean-Christian Petitfils, Louis XIV, Paris, 2002, S. 487–489.

[6] Norbert Elias, Die höfische Gesellschaft, Frankfurt am Main, 1983, S. 94–98.

[7] Katharina Krause, Die Maison de plaisance. Landhäuser in der Île-de-France (1660–1730), München/Berlin, 1996, S. 97–110.

[8] Élisabeth Charlotte d’Orléans, Briefe aus Versailles, München, 1981, S. 214–216.

[9] Jean-Christian Petitfils, Louis XIV, Paris, 2002, S. 489–492.

[10] Gérard Sabatier, Versailles ou la figure du roi, Paris, 1999, S. 233–241.

[11] Claudia Hartmann, Das Schloss Marly. Eine mythologische Kartause, Worms, 1995, S. 66–79.

[12] Heinz Duchhardt, Friedrich der Große und Europa, Stuttgart, 2012, S. 88–91.

[13] Alexandre Maral, Marly. Louis XIV intime, Paris, 2012, S. 72–75.

[14] Robert W. Berger, A Royal Passion. Louis XIV as Patron of Architecture, Cambridge, 1994, S. 170–174.

[15] Katharina Krause, Die Maison de plaisance, München/Berlin, 1996, S. 121–130.

[16] Robert W. Berger, „On the Origins of Marly“, in: Zeitschrift für Kunstgeschichte, Bd. 56, 1993, S. 538–540.

[17] Peter Burke, Die Inszenierung des Sonnenkönigs, Berlin, 1993, S. 101–109.

[18] Alexandre Maral, Marly. Louis XIV intime, Paris, 2012, S. 118–123.

[19] Nicolas de Fer, Plan général de Marly, Paris, 1705.

[20] Thomas Brandstetter, Kräfte messen. Die Maschine von Marly und die Kultur der Technik 1680–1840, Weimar, 2006, S. 18–26.

[21] Antoine Picon, L’Invention de l’ingénieur moderne, Paris, 1992, S. 54–58.

[22] Nicolas de Fer, Plan général de Marly, Paris, 1705.

[23] Alexandre Gady, Jules Hardouin-Mansart, Paris, 2010, S. 214–216.

[24] Thomas Brandstetter, Kräfte messen, Weimar, 2006, S. 31–39.

[25] Benedetta Craveri, Die Geliebten des Königs, München, 2008, S. 367–375.

[26] Évelyne Lever, Louis XVI, Paris, 1985, S. 289–292.

[27] Jean-Marie Pérouse de Montclos, Le Guide du patrimoine. Île-de-France, Paris, 1992, S. 442–444.

[28] Claudia Hartmann, Das Schloss Marly. Eine mythologische Kartause, Worms, 1995, S. 210–214.

[29] Jean-Marie Pérouse de Montclos, Le Guide du patrimoine. Île-de-France, Paris, 1992, S. 444–445.

[30] Ministère de la Culture, Domaine national de Marly-le-Roi, Paris.

[31] Guilhem Scherf, Coustou. Sculpteurs du Roi, Paris, 2004, S. 188–194.

[32] Alexandre Maral, Marly. Louis XIV intime, Paris, 2012, S. 188–191.

[33] Guilhem Scherf, Coustou. Sculpteurs du Roi, Paris, 2004, S. 194–198.

[34] Musée du Louvre, Cour Marly, Paris.


Zum Quellen- und Literaturverzeichnis