Privatsammlung Collection Louis de France, historische Handschriftensammlung in Dortmund, Allemagne, Germany
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Saint
Cloud

Die verschwundene Residenz

Das Château de
Saint-Cloud

Geschichte einer verschwundenen Residenz

Zwischen höfischer Pracht, verlorener Architektur und französischer Erinnerungskultur

„I have never seen anything more beautiful.“ [Queen Victoria, 1819 – 1901][1] – Dieses Urteil der britischen Königin über das Château de Saint-Cloud steht am Ende einer langen Geschichte höfischer Wahrnehmung: Noch im 19. Jahrhundert erschien das Schloss nicht nur als Residenz, sondern als außergewöhnliches Zusammenspiel von Architektur, Terrassen, Innenräumen, Wasseranlagen und Landschaft.

Gerade weil das eigentliche Château heute fehlt, ist Saint-Cloud ein besonderer Erinnerungsort. Die heutige Domaine nationale de Saint-Cloud lässt die Dimension der einstigen Anlage noch immer erahnen, während das Schloss selbst nur noch in Plänen, Stichen, Photographien, Inventaren und Beschreibungen weiterlebt.
Die Geschichte dieses Bauwerks beginnt jedoch nicht erst mit den Bourbonen, der letzten Herrscherfamilie vor der Französischen Revolution. Sie führt zurück zu einer römischen Siedlung, zu einem merowingischen Prinzen, zu italienisch geprägter Villenkultur, zu den Finanzeliten des 17. Jahrhunderts und schließlich zu Philippe I. d’Orléans (Monsieur), dem Bruder Ludwigs XIV.
Saint-Cloud war dabei nie einfach nur ein „kleines Versailles“. Unter den Gondi, Barthélemy Hervart und vor allem Philippe I. d'Orléans entwickelte sich die Anlage zu einem eigenständigen aristokratischen Gegenentwurf: freier, landschaftlicher, intimer und zugleich von außerordentlichem repräsentativem Anspruch. Gerade diese Spannung zwischen Rückzug und Bühne, privater Lustarchitektur und politischer Sichtbarkeit macht Saint-Cloud zu einem Schlüsselort der französischen Hofkultur.

Die folgende Darstellung versteht das verschwundene Schloss daher nicht nur als verlorenes Bauwerk, sondern als vielschichtiges historisches Dokument. Sie folgt den Spuren eines Ortes, an dem sich Dynastiegeschichte, Gartenkunst, höfische Konkurrenz, Revolution, Empire, Zweites Kaiserreich und Erinnerungskultur auf ungewöhnlich dichte Weise überlagern.

Ursprung und frühe Geschichte

Von der römischen Siedlung zum merowingischen Erinnerungsort

Der Name Saint-Cloud überdeckt eine deutlich ältere Geschichte. Bereits in römischer Zeit existierte im Bereich des späteren Ortes eine Siedlung mit dem Namen Novigentum. Aus dieser lateinischen Bezeichnung entwickelte sich im Französischen der Name Nogent. Erst wesentlich später wurde der Ort mit dem merowingischen Prinzen Clodoald verbunden, dessen Name schließlich zur heute bekannten Bezeichnung Saint-Cloud wurde.[2]

Clodoald, auch Chlodoald genannt, war ein Sohn des fränkischen Königs Clodomir von Orléans und damit ein Enkel Chlodwigs I. Nach dem frühen Tod seines Vaters gerieten er und seine Brüder Thibault und Gonthaire in die dynastischen Machtkämpfe der Merowinger. Die Onkel Childebert und Clotaire beanspruchten das Erbe der jungen Prinzen; Clodoalds Brüder wurden getötet, während er selbst entkam.

Der junge Prinz verzichtete daraufhin auf seine dynastischen Ansprüche und zog sich mit Anhängern in die Wälder von Nogent zurück. Dort lebte er bis zu seinem Tod am 7. September 560 als Priester. Nach seinem Tod wurde er als heiliger Prinz verehrt. Aus Saint-Clodoald wurde im Laufe der Zeit Saint-Cloud; die Siedlung übernahm diesen Namen und gab ihn später auch an das Schloss weiter.

Für die Frühzeit des späteren Schlossareals bleibt die Quellenlage schwierig. Zwar befanden sich auf der Anhöhe über dem Seinebogen westlich von Paris und zwischen Sèvres und Saint-Cloud seit dem Mittelalter immer wieder Anwesen im Besitz der französischen Königsfamilie oder ihrer Nebenlinien. Doch die konkrete Entwicklung des Bauplatzes lässt sich nur unvollständig rekonstruieren. Erst mit dem 16. Jahrhundert werden die Nachrichten dichter und erlauben es, den Weg von einem schlichteren Hôtel über eine aristokratische Maison bis zum späteren Château de Saint-Cloud nachzuzeichnen.

Gerade diese Unsicherheit ist für die Geschichte Saint-Clouds charakteristisch. Der Ort entstand nicht in einem einzigen großen Gründungsakt, sondern aus Schichten von Besitzwechseln, Umbauten, Erweiterungen und Neubewertungen. Seine außergewöhnliche Lage über der Seine, die Nähe zu Paris und später zu Versailles, die vorhandenen Wasserressourcen und die weiten Ausblicke machten ihn zu einem idealen Ort jener frühneuzeitlichen Landsitze, die im 17. Jahrhundert als maisons de plaisance eine eigene architektonische und soziale Bedeutung erhielten.[3]

Katharina Krause versteht die maison de plaisance nicht allein als Gebäudetyp, sondern als Ausdruck einer neuen aristokratischen Lebensform. Anders als die großen zeremoniellen Residenzen verband sie Repräsentation mit Freizeit, Naturerlebnis, gesellschaftlicher Geselligkeit und einer bewussten Distanz zur streng ritualisierten Welt des Hofes.[4] Saint-Cloud sollte in dieser Entwicklung eine besonders wirkungsvolle Stellung einnehmen.

Vom Hôtel d’Aulnay zur Maison de Gondi

Saint-Cloud als Maison de Plaisance

Mit dem 16. Jahrhundert treten die Besitzverhältnisse und baulichen Veränderungen Saint-Clouds deutlicher hervor. Auf dem Gelände befand sich zunächst das sogenannte Hôtel d’Aulnay, ein Anwesen, dessen Lage über dem Seinebogen bereits jene landschaftliche Wirkung besaß, die später zu einem wesentlichen Merkmal des Schlosses werden sollte.

Eine entscheidende Rolle spielte Catherine de Médicis. Die aus Florenz stammende Königinmutter hielt sich offenbar seit den 1570er Jahren häufiger in Saint-Cloud auf und ließ dort 1572 ein nach Süden gerichtetes Lusthaus errichten. Um 1577 erwarb sie das gesamte Anwesen. Nach älteren Überlieferungen dürfte dabei nicht allein höfische Erholung eine Rolle gespielt haben. Auch Überlegungen, Wasser aus den dortigen Quellen über ein Aquädukt für die Gärten des Pariser Palais des Tuileries nutzbar zu machen, scheinen mit Saint-Cloud verbunden gewesen zu sein.

Noch im selben Jahr verkaufte Catherine de Médicis das Hôtel d’Aulnay mit seinen Nebengebäuden und den zugehörigen Ländereien an ihren chevalier d’honneur und introducteur des ambassadeurs, den aus Lyon stammenden Bankier Jérôme de Gondi. Die florentinischstämmigen Gondi gehörten zu jener Gruppe italienischer Familien, die im Umfeld der Königinmutter politischen Einfluss, finanzielle Macht und gesellschaftliches Prestige miteinander verbanden. In Saint-Cloud schufen sie sich vor den Toren von Paris einen Landsitz, der Rückzugsort, Statussymbol und Bühne höfischer Geselligkeit zugleich war.

Jérôme de Gondi ließ um den älteren Bau des Hôtel d’Aulnay eine kleinere, aus zwei rechtwinklig angeordneten Flügeln bestehende maison errichten. Die Hauptfassade war nach Süden ausgerichtet; der nach Westen geführte Seitenflügel endete in einem Pavillon. Terrassierte Gärten verbanden die Architektur mit der Hanglage über der Seine und eröffneten weite Blicke in Richtung Paris. Damit waren bereits jene Elemente angelegt, die später für die Wirkung Saint-Clouds entscheidend wurden: Aussicht, Topographie, Wasser und Garten als Teile einer inszenierten aristokratischen Lebenswelt.

Am 1. August 1589 wurde Saint-Cloud zum Schauplatz eines der dramatischsten Ereignisse der französischen Religionskriege. Henri III., der letzte König aus dem Haus Valois, hielt sich während der Belagerung von Paris in der Maison de Gondi auf, als der Dominikanermönch Jacques Clément in das Anwesen eindrang und ihn tödlich verletzte. Noch im Sterben bestätigte Henri III. seinen Schwager Henri de Navarre als legitimen Nachfolger. Damit verbindet sich Saint-Cloud unmittelbar mit dem Übergang von der Dynastie Valois zum Haus Bourbon.

Nach dem Tod Jérôme de Gondis im Jahr 1604 wechselte das Anwesen mehrfach innerhalb des weiteren Familien- und Besitzkreises. 1618 verkaufte Jean-Baptiste II. de Gondi die Maison an Jean de Bueil, Comte de Sancerre. Nach dessen Tod gelangte sie 1625 wieder an die Familie Gondi zurück, diesmal an Jean-François de Gondi, den Erzbischof von Paris. Auch unter ihm wurde Saint-Cloud erweitert und architektonisch weiterentwickelt.

Genaue Pläne dieser Arbeiten sind nicht erhalten. Dennoch belegen die Quellen umfangreiche Gartenarbeiten durch den florentinischen Hydraulik-Ingenieur und Gartenarchitekten Thomas Francine, eigentlich Tommaso Francini, der zu den wichtigsten Spezialisten für Wasserkünste im Frankreich des frühen 17. Jahrhunderts gehörte. Gerade diese Verbindung aus italienisch geprägter Villenkultur, Terrassierung und Wasserinszenierung macht die Gondi-Zeit für die spätere Entwicklung Saint-Clouds so bedeutend.[5]

Als der Erzbischof 1654 starb, erbte Philippe-Emmanuel de Gondi den Familiensitz, der ihn fast unmittelbar an seinen Neffen Henri de Gondi, Duc de Retz, weitergab. Auch dieser behielt die Maison de Gondi nur für kurze Zeit und verkaufte das Anwesen bereits 1655 an Barthélemy Hervart. Mit diesem Verkauf endete die eigentliche Gondi-Zeit Saint-Clouds.

Der exakte Zustand der Anlage zum Zeitpunkt dieses Verkaufs lässt sich heute nur noch teilweise rekonstruieren. Besonders wertvoll sind deshalb mehrere Reiseberichte aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, unter anderem von Élie Brackenhoffer, Abraham Gölnitz und John Evelyn, die Saint-Cloud noch vor den großen Umbauten Hervarts beschrieben.[6]

Die Besucher schildern Saint-Cloud als stark italienisch geprägte Villa mit reich ausgestatteten Fassaden, bemalten Ornamenten und bronzenen Stuckreliefs mit Reiterdarstellungen der französischen Könige Charles IX., Henri III., Henri IV. und Louis XIII. Besonders hervorgehoben wurden die freskengeschmückte Loggia mit ihrem weiten Blick über die Seine Richtung Paris sowie die großzügigen Gartenanlagen mit Statuen, Wasserspielen, Fontänen, Volieren und Grotten.[7]

Gerade diese Beschreibungen sind für die Baugeschichte Saint-Clouds von großer Bedeutung, da sie einen seltenen Eindruck jener Übergangsphase vermitteln, in der die ältere Maison de Gondi bereits zu einer repräsentativen aristokratischen Anlage geworden war, zugleich aber noch nicht die tiefgreifenden architektonischen Veränderungen erfahren hatte, die Barthélemy Hervart und später Philippe I. d’Orléans vornehmen ließen. Ein Teil der von den Reisenden erwähnten Ausstattung könnte allerdings bereits auf erste Erweiterungen und Modernisierungen unmittelbar vor oder während der frühen Hervart-Zeit zurückgehen.

Die von der Familie Gondi geschaffene Verbindung aus höfischer Nähe, italienischer Gartenkunst, Terrassierung, Wasserarchitektur und landschaftlicher Inszenierung blieb damit die eigentliche Keimzelle des späteren Château de Saint-Cloud.

Das Anwesen von Barthélemy Hervart

Grundlegende Erweiterung und Ausbau zur späteren Residenz

Im Jahr 1655 ging Saint-Cloud in den Besitz des aus Augsburg stammenden Bankiers Barthélemy Hervart über. Hervart entstammte einer protestantischen Bankiersfamilie mit Wurzeln in Augsburg und gehörte zu jener neuen Elite wohlhabender Staatsdiener und Financiers, die während der Regierung Kardinal Mazarins erheblichen politischen und wirtschaftlichen Einfluss gewann.[8] Bereits während des Dreißigjährigen Krieges hatte er als Finanzier und Zahlmeister im Umfeld Bernhards von Sachsen-Weimar agiert und war später zu einem der wichtigsten Geldgeber der französischen Krone geworden. Während der Fronde unterstützte Hervart die Monarchie durch umfangreiche Kredite und stieg schließlich selbst zum Intendanten und später zum Contrôleur général des finances auf.[9] Seine kurze Besitzzeit war für Saint-Cloud von größerer Bedeutung, als die wenigen Jahre zunächst vermuten lassen.

Unter Hervart wurde die ältere Maison nicht lediglich instand gesetzt, sondern durch Ausbau grundlegend aufgewertet. Die wichtigste Quelle für diese frühe Transformationsphase ist ein historischer Plan der Gartenanlagen, in dem nicht nur die Disposition des Parks, sondern auch der Zustand und die eingezeichnete gepante Erweiterung des Hauptgebäudes erkennbar ist. Gerade weil die schriftliche Überlieferung zu den frühen Bauphasen lückenhaft bleibt, erhält dieser Plan für die Forschung besonderes Gewicht.

Krause verweist darauf, dass sich anhand dieses Plans eine deutliche Veränderung gegenüber der älteren Maison de Gondi erkennen lässt. Während die frühere Anlage eher bescheiden und unregelmäßig gewesen sein dürfte, zeigt sich nun ein repräsentativer Baukörper mit barock geordneter Raumstruktur. Symmetrische Zimmerfluchten gruppierten sich um ein großzügiges, zentral gelegenes Treppenhaus. Damit erscheint Saint-Cloud unter Hervart bereits als architektonisch organisierte Residenz und nicht mehr nur als gewachsene Maison am Seinehang.[10]

Auch die Gartenanlagen wurden einschneidend verändert. Der Plan macht sichtbar, dass Architektur, Terrassen, Wasseranlagen und Gartenachsen zunehmend als zusammenhängendes Ensemble gedacht wurden. Hervart ließ neue Kaskaden, Bassins und Grotten anlegen. Sicher mit seinen Arbeiten verbunden werden können eine große Kaskade, die nicht mit der späteren, noch heute erhaltenen Grande Cascade verwechselt werden darf, das Bassin du Grand Jet sowie eine Grotte oberhalb der Kaskade. Zeitgenössische Quellen erwähnen außerdem, dass Hervart Wasser aus Garches und Vaucresson nach Saint-Cloud leiten ließ, um das hydraulische System des Parks auszubauen und die Wasserspiele leistungsfähiger zu machen.[11]

Zeitgenössische Ansichten, insbesondere die Stiche Israël Silvestres, bestätigen den Eindruck einer bereits außerordentlich repräsentativen Anlage. Saint-Cloud wurde unter Hervart zu einer barocken Prestigeanlage, deren Wert sich innerhalb kürzester Zeit enorm steigerte. Nach nur drei Jahren verkaufte Hervart das Anwesen für 331.548 Livres weiter – mehr als das Viereinhalbfache des von ihm an den Duc de Retz gezahlten Preises.[12]

Damit bildet Hervart das entscheidende Bindeglied zwischen der italienisch geprägten Maison de Gondi und der späteren Residenz des Hauses Orléans. Philippe I. d’Orléans übernahm 1658 kein einfaches Landhaus, sondern eine bereits modernisierte, architektonisch ambitionierte und landschaftlich wirkungsvoll inszenierte Anlage. Die große Ausbauphase unter Monsieur setzte also nicht bei Null an, sondern monumentalisiert eine Entwicklung, die unter Hervart bereits deutlich begonnen hatte.

Das Château von Philippe I. d’Orléans

Saint-Cloud wird zur Residenz des Bruders von Louis XIV.

Mit dem Erwerb des Château de Saint-Cloud durch Philippe I. d’Orléans begann im Jahr 1658 die bedeutendste Ausbauphase in der Geschichte des Schlosses. Der spätere Herzog von Orléans erhielt die Residenz im Alter von nur achtzehn Jahren von seinem Bruder Louis XIV., nachdem Barthélemy Hervart das Anwesen erst wenige Monate zuvor in eine hochmoderne Prestigeanlage verwandelt hatte.[13]

Der genaue Hintergrund dieses Erwerbs bleibt in den Quellen letztlich unklar. In der Forschung wird jedoch immer wieder vermutet, dass Kardinal Jules Mazarin und die Königinmutter Anne d’Autriche mit Saint-Cloud bewusst einen repräsentativen, zugleich aber räumlich vom unmittelbaren Zentrum des Hofes entfernten Lebensraum für Philippe schaffen wollten. Bereits in jungen Jahren galt Monsieur als außergewöhnlich eigenwillige und schwer kontrollierbare Persönlichkeit, deren enger Kreis von Favoriten und Höflingen immer wieder Anlass zu Gerede, Intrigen und Skandalen bot. Saint-Cloud konnte damit nicht nur als prestigeträchtiges Geschenk verstanden werden, sondern auch als Möglichkeit, Philippe stärker in eine standesgemäße Rolle als großer aristokratischer Hausherr und Bauherr einzubinden.

Erschwert wird die Rekonstruktion der frühen Besitzgeschichte dadurch, dass der eigentliche Kaufvertrag zwischen Barthélemy Hervart und dem Hof heute nicht mehr erhalten ist. Mit einiger Sicherheit lässt sich jedoch rekonstruieren, dass das Château de Saint-Cloud im Oktober 1658 von Louis XIV. beziehungsweise durch Kardinal Mazarin für Philippe I. d’Orléans erworben wurde. Die in den Quellen genannte Kaufsumme schwankt zwischen 240.000 und 331.548 Livres.

Auch das exakte Kaufdatum bleibt unsicher. Häufig wird der 25. Oktober 1658 genannt, einige Wochen nach einem großen Festmahl, das Hervart zu Ehren des Königs, seines Bruders Philippe, Anne d’Autriche und Mazarins in Saint-Cloud ausrichten ließ. Zeitgenössische Berichte der ausgesprochen zuverlässigen Gazette deuten jedoch darauf hin, dass sich das Anwesen bereits früher im Besitz Monsieurs befand. So berichtete die Pariser Gazette am 19. Oktober 1658 bereits von einem Besuch Anne d’Autriches und Henriette d’Angleterres „im schönen Haus von Monsieur, das zuvor dem Herrn Hervart gehörte“. Dies würde nahelegen, dass der Erwerb schon Anfang Oktober oder sogar unmittelbar nach den ersten Zusammenkünften in Saint-Cloud erfolgt sein könnte. Auch spätere Datierungen in das Frühjahr 1659 erscheinen dadurch wenig wahrscheinlich.

Ein weiteres mögliches Kaufdatum nennt zudem das Werk Curiositées de Paris, de Versailles, Marly, Vincennes, Saint-Cloud, et des Environs aus dem Jahr 1771, das den Erwerb auf den 8. Oktober 1658 datiert. Unabhängig von den Unsicherheiten im Detail befand sich Saint-Cloud damit nach fast einhundert Jahren erneut im Besitz der königlichen Familie.

Philippe, am Hof meist schlicht als „Monsieur“ bezeichnet, war der jüngere Bruder des Königs und eine der schillerndsten Figuren des französischen Hoflebens. Saint-Cloud bot ihm eine Bühne, auf der er Rang, Geschmack, dynastische Nähe und persönliche Eigenständigkeit sichtbar machen konnte. Die Anlage entwickelte sich zu einer der prachtvollsten aristokratischen Residenzen Frankreichs.

Durch zahlreiche Grundstückszukäufe vergrößerte sich das Anwesen von ursprünglich rund zwölf Hektar im Jahr 1658 auf nahezu vierhundert Hektar bis zum Tod des Herzogs im Jahr 1701 – eine Fläche, die bereits damals nahezu der heutigen Domaine nationale de Saint-Cloud entsprach.[14] Diese Expansion veränderte die Bedeutung Saint-Clouds grundlegend. Aus einer hochrangigen Maison wurde ein weitläufiges höfisches Territorium.

Zahlreiche Architekten, Künstler und Gartenplaner arbeiteten an dem Projekt. Besonders der Corps-de-Logis wurde erweitert und architektonisch neu gestaltet. Die Fassaden orientierten sich zunehmend an jener monumentalen Repräsentationssprache, die auch die großen königlichen Residenzen der Zeit prägte. Im Inneren entstanden aufwendig ausgestattete Appartements, Galerien und Salons.

Parallel zum Ausbau des Schlosses ließ Philippe I. d’Orléans auch die Gartenanlagen massiv erweitern. André Le Nôtre gestaltete Terrassen, Parterres, Kaskaden und monumentale Wasseranlagen. Antoine Le Pautre erhielt zudem den Auftrag, zwischen 1660 und 1664 ein monumentales buffet d’eau zu errichten, das mit dem oberen Bereich der späteren Grande Cascade identifiziert wird.[15]

Besonders berühmt wurde die Galerie d’Apollon im ersten Stock des Nordflügels. Sie gehörte zu den spektakulärsten Raumschöpfungen des französischen Grand Siècle und unterstrich den repräsentativen Anspruch des Hauses Orléans eindrucksvoll. Krause hebt hervor, dass sich die Bildprogramme Saint-Clouds bewusst von den stärker staatsbezogenen Dekorationen in Versailles unterschieden. Während Charles Le Brun dort die Herrschaft und politischen Triumphe Louis XIV. inszenierte, dominierte in Saint-Cloud eine spielerischere, mythologisch geprägte Bildsprache Pierre Mignards.[16]

Gerade deshalb ist Saint-Cloud für die Geschichte von Versailles besonders interessant. Die Galerie d’Apollon existierte vor der berühmten Galerie des Glaces und wurde von Zeitgenossen außerordentlich bewundert. Sie war keine direkte „Vorlage“ des Spiegelsaals im engeren Sinne, wohl aber ein früher, hochrangiger Galerieraum jener höfischen Repräsentationskultur, in der auch Versailles seine endgültige Form fand.

Dass Saint-Cloud für Louis XIV. eine gewisse Herausforderung dargestellt haben könnte, ist plausibel, aber mit Vorsicht zu formulieren. Wie schon zuvor Vaux-le-Vicomte zeigte auch die Residenz des Herzogs von Orléans, wie sensibel der König auf konkurrierende Formen aristokratischer Repräsentation reagierte. Die starke Einbindung Monsieurs in das Hofleben von Versailles entsprach zugleich dem politischen Ziel des Königs, die ranghöchsten Mitglieder des Hochadels an den Hof zu binden und ihre Eigenständigkeit zu begrenzen.[17]

Anders als Versailles blieb Saint-Cloud trotz seiner Pracht stärker von der Idee einer aristokratischen maison de plaisance geprägt. Die Anlage verband höfische Repräsentation mit landschaftlicher Offenheit und erlaubte Monsieur ein freieres und privateres höfisches Leben. Krause betont besonders die Wirkung der topographischen Lage über der Seine: Anstelle einer streng flachen Monumentalität entstand in Saint-Cloud eine bewegte Verbindung aus Architektur, Terrassen, Gartenkunst und Landschaftsraum.[18]

Diese freiere, stärker landschaftlich geprägte Seite Saint-Clouds wird besonders durch Élisabeth Charlotte von der Pfalz greifbar, besser bekannt als Liselotte von der Pfalz. Seit ihrer Heirat mit Philippe I. d’Orléans im Jahr 1671 war sie dauerhaft mit dem Château verbunden und wurde zu einer der wichtigsten zeitgenössischen Stimmen für das Leben in der Residenz des Hauses Orléans.[19] In ihren Briefen erscheint Saint-Cloud nicht nur als repräsentatives Schloss, sondern als bevorzugter Aufenthaltsort, der ihr im Vergleich zu Versailles größere persönliche Freiheit, stärkere Nähe zur Landschaft und eine weniger drückende höfische Atmosphäre bot.[20]

Gerade Liselottes umfangreiche Korrespondenz besitzt heute außergewöhnlichen Wert für die Erforschung des Château de Saint-Cloud. Ihre Briefe vermitteln nicht nur Eindrücke des höfischen Alltags und der gesellschaftlichen Spannungen am Hof Louis XIV., sondern dokumentieren auch die Nutzung der Appartements, die Atmosphäre der Residenz, die Gartenanlagen sowie das Leben innerhalb des Hauses Orléans in ungewöhnlicher Unmittelbarkeit.[21] Ein erheblicher Teil dieser Briefe entstand während ihrer Aufenthalte in Saint-Cloud und zählt heute zu den wichtigsten Ego-Dokumenten des französischen Hoflebens im späten 17. Jahrhundert.[22]

Das Château von Marie-Antoinette

Saint-Cloud am Vorabend der Französischen Revolution

Nach dem Tod von Philippe I. d’Orléans blieb Saint-Cloud über Jahrzehnte im Besitz des Hauses Orléans. Zugleich nutzten die französischen Könige das Schloss regelmäßig für Jagdaufenthalte und höfische Reisen. Das gut ausgebaute Château bot der königlichen Familie und größeren Jagdgesellschaften eine komfortable Unterkunft.

Erst am 24. Oktober 1784 gelangte das Anwesen wieder unmittelbar in den Besitz der französischen Krone. Louis XVI. erwarb es für seine Gemahlin Marie-Antoinette vom damaligen Besitzer Louis-Philippe d’Orléans, genannt „le Gros“, für die enorme Summe von 6.000.000 Livres. Der Herzog hatte Saint-Cloud zuletzt als Rückzugsort nach seiner morganatischen Ehe mit Charlotte Jeanne Béraud de La Haye de Riou, Marquise de Montesson, genutzt.

Für Marie-Antoinette besaß Saint-Cloud eine besondere Bedeutung. Anders als Versailles bot das Schloss größere räumliche Freiheit und mehr Distanz zu den starren Zeremonien des Hofes. Zwischen 1787 und 1788 ließ sie insbesondere den Corps-de-Logis und den Südflügel erweitern und umgestalten. Die Gartenfassaden erhielten ein zeitgemäßes Erscheinungsbild, neue Appartements entstanden und auch eine neue Chapelle Royale wurde errichtet. Verantwortlich war Richard Mique, der zu den wichtigsten Architekten im Umfeld der Königin gehörte.

Die Umbauten fallen in eine Zeit zunehmender politischer Spannungen. Kostspielige Bauprojekte Marie-Antoinettes wurden immer stärker als Beleg für angebliche Verschwendung gelesen. Neuere Forschung bewertet diese Räume jedoch differenzierter: Saint-Cloud steht nicht nur für Luxus, sondern auch für den Wandel aristokratischer Wohnkultur am Ende des Ancien Régime. Repräsentative Zeremonialräume traten zunehmend hinter privatere, komfortablere und stärker individualisierte Wohnformen zurück.[23]

Noch 1790 hielt sich die königliche Familie zeitweise in Saint-Cloud auf. Dort kam es zu einem geheimen Treffen zwischen Marie-Antoinette und dem Comte de Mirabeau. Der wortgewandte Abgeordnete des Dritten Standes, Präsident des Jakobinerclubs und später Präsident der Nationalversammlung, bot dem Hof gegen finanzielle Zusicherungen seine Dienste an. Die Königin misstraute ihm zwar, doch das Treffen im Park von Saint-Cloud zeigt eindrücklich, wie sehr dieser Ort in den letzten Jahren der Monarchie auch zu einem Raum politischer Unsicherheit wurde.

Nach der Revolution

Konsulat, Empire und Zweites Kaiserreich

Auch nach der Französischen Revolution blieb Saint-Cloud eine bedeutende Residenz französischer Herrscher. Während des Staatsstreichs des 18. Brumaire VIII ließ Napoléon Bonaparte dort den Rat der Fünfhundert auflösen und leitete damit das Ende des Direktoriums ein. Am 18. Mai 1804 erfolgte im Château de Saint-Cloud schließlich seine Proklamation zum Kaiser der Franzosen.

Die baulichen Veränderungen unter Napoléon I. blieben vergleichsweise moderat. Dennoch erhielt Saint-Cloud nun zunehmend den Charakter einer imperialen Residenz. Unter anderem wurde in der Salle de Vénus ein neuer Thronsaal eingerichtet. Auch unter Napoléon III. spielte das Schloss erneut eine zentrale Rolle. Gemeinsam mit Kaiserin Eugénie hielt der Kaiser dort regelmäßig Hof.

Eugénie ließ mehrere Appartements und Salons dem Geschmack des Zweiten Kaiserreichs anpassen. Besonders bezeichnend ist die Umgestaltung des historischen Zimmers Henriette d’Angleterres, der ersten Gemahlin Philippe I. d’Orléans, zu einem Salon im Louis-seize-Stil. Gleichzeitig bedeuteten die unter Napoléon III. veranlassten Veränderungen für den Gesamtkomplex eher eine Verkleinerung: 1862 ließ er die seit Mansarts Erweiterungen im Nordwesten an den Corps-de-Logis anschließende Orangerie und die Salle de Théâtre abreißen.

Eine Beschreibung von 1864 verdeutlicht die gewaltigen Ausmaße der Anlage kurz vor ihrer Zerstörung. Der Park umfasste 392 Hektar. Schloss und Nebengebäude enthielten neben den Gemächern des Kaisers und der Kaiserin 45 Appartements de maître, 600 Suiten, Stallungen für 232 Pferde, Schuppen für 20 Wagen sowie ein Gardecorps aus 180 Infanteristen und 34 Kavalleristen. Hinzu kam die Kaserne der Gardes du Corps mit weiteren 1500 Infanteristen und 150 Kavalleristen.[24]

Saint-Cloud war damit bis unmittelbar vor 1870 keine bloße historische Erinnerung, sondern eine funktionierende Residenz von imperialem Rang. Seine Zerstörung bedeutete daher nicht nur den Verlust eines alten Schlosses, sondern den Untergang eines weiterhin genutzten politischen und höfischen Zentrums.

Die Zerstörung des Château de Saint-Cloud

Preussen und Frankreich im Krieg

Von Saint-Cloud aus erklärte Napoléon III. dem preußischen König Wilhelm I. am 28. Juli 1870 den Krieg. Während des Deutsch-Französischen Krieges besetzten preußische und bayerische Truppen am 19. September 1870 die Anhöhen um Paris und nutzten das Château de Saint-Cloud als Hauptquartier.

Am 13. Oktober 1870 geriet diese Stellung während der Kämpfe um Châtillon unter schweren Dauerbeschuss durch die auf dem Mont Valérien stationierten Verteidiger von Paris. Das Schloss wurde getroffen und fing Feuer. Wegen der andauernden Kampfhandlungen war eine Löschung unmöglich; das gesamte Gebäude brannte mit allen drei Flügeln bis auf die Grundmauern nieder.

Mit dem Brand gingen nicht nur die Gebäude selbst verloren, sondern auch die künstlerische Ausstattung der Salons, Appartements und Paradezimmer. Vertäfelungen, Stuckarbeiten, Skulpturen und kostbare Deckengemälde aus mehreren Jahrhunderten wurden zerstört, darunter auch die Dekoration der berühmten Galerie d’Apollon. Nur einige Stücke des Inventars blieben erhalten, weil Kaiserin Eugénie sie bereits nach der Kriegserklärung vorsorglich in Sicherheit bringen ließ.[25]

Die ausgebrannte Ruine blieb noch etwa zwanzig Jahre bestehen. Ohne Dächer und Zwischenböden war sie der Witterung schutzlos ausgeliefert und verfiel zusehends. 1891 wurden die verbliebenen Mauern schließlich abgetragen. Dennoch blieben einzelne architektonische Fragmente des Château de Saint-Cloud erhalten. Der Giebel des Nordflügels gelangte über Clémentine d’Orléans, eine Tochter Louis-Philippes I., an den bulgarischen Kronprinzen und späteren Zaren Ferdinand I., der ihn in seine Sommerresidenz Euxinograd am Schwarzen Meer integrieren ließ.[26] Offenbar blieb auch ein Giebel des Südflügels erhalten, der sich heute im Parc et Château de Jeurre in der Île-de-France befindet. Dort wurden im 19. Jahrhundert mehrere historische Architekturfragmente aus französischen Schlossanlagen in die Parkarchitektur integriert.[27]

Besondere Bedeutung besitzen außerdem sieben erhaltene Figuren des ehemaligen Fassadenschmucks. Sieben Statuen, die dem Bildhauer Guillaume Cadaine, dem Bildhauer Philippe I. d’Orléans, zugeschrieben werden, überstanden Brand, Plünderungen und den späteren Abbruch der Ruinen. Die allegorischen Figuren stellen unter anderem Mercure, Bacchus sowie die Musen Calliope und Terpsichore dar und gehörten ursprünglich zum dekorativen Programm des Château de Saint-Cloud. Nach dem Brand von 1870 wurden die beschädigten Skulpturen zwar teilweise verstümmelt und vandalisiert, entgingen jedoch dem Materialverkauf beim endgültigen Abbruch der Ruinen im Jahr 1892.[28]

Heute befinden sich diese Figuren in den historischen Sammlungen und im Museum der Domaine nationale de Saint-Cloud. Sie zählen zu den letzten unmittelbar erhaltenen Überresten des zerstörten Schlosses und besitzen daher einen außergewöhnlichen dokumentarischen Wert für die Rekonstruktion der verlorenen Anlage.[29]

Domaine nationale de Saint-Cloud

Ein verschwundenes Schloss in erhaltenen Gärten

Vom Château de Saint-Cloud selbst sind heute nur noch Fundamente und Terrassenreste erhalten. Das eigentliche Schloss verschwand nahezu vollständig aus dem Stadtbild. Erhalten blieb dagegen der weitläufige historische Park, die heutige Domaine nationale de Saint-Cloud. Die Anlage mit ihren Terrassen, Brunnen, Kaskaden, Fontänen, Sichtachsen und Statuen zählt bis heute zu den bedeutendsten Gartenensembles Frankreichs.

Gerade dieser Gegensatz macht Saint-Cloud aus heutiger Sicht so bemerkenswert: Während das Schloss fehlt, blieb die großräumige Garten- und Landschaftsarchitektur des 17. und 18. Jahrhunderts in wesentlichen Teilen erhalten. Die Domaine nationale vermittelt daher noch immer einen Eindruck von der einstigen Dimension und repräsentativen Wirkung der Residenz.

Bis heute existieren Bemühungen, das Château de Saint-Cloud zu rekonstruieren. Besonders die französische Association Reconstruisons Saint-Cloud setzt sich seit Jahren für einen Wiederaufbau der Anlage ein. Das Projekt ist Teil einer größeren Debatte über Rekonstruktion, Denkmalpflege und den Umgang mit verlorener Architektur. Digitale Rekonstruktionsprojekte und virtuelle Modelle versuchen inzwischen, die verschwundene Anlage zumindest teilweise wieder erfahrbar zu machen.[30]

Saint-Cloud in der Sammlung

Objekte, Dokumente und Bildquellen aus der Collection Louis de France

Die Geschichte des verschwundenen Château de Saint-Cloud lebt nicht allein in der Literatur, in historischen Ansichten und in der heutigen Domaine nationale fort. Auch einzelne Objekte, Dokumente und Bildquellen bewahren Spuren dieses Ortes, seiner Besitzer, seiner politischen Bedeutung und seiner späteren Erinnerungskultur.

Die folgende Auswahl stellt Stücke aus der Collection Louis de France vor, die den thematischen Zusammenhang dieser Seite erweitern und zugleich einen unmittelbaren materiellen Zugang zur Geschichte Saint-Clouds eröffnen.

LdF GR-0020 | um 1655

Chasteau de Saint-Cloud

Kupferstich von M. Merian (nach I. Silvestre) mit der Ansicht der ursprünglichen Maison de Gondi von Süden her gesehen.
LdF GR-0024 | um 1671

Veuë de la Maison de St. Clou

Kupferstich von Israël Silvestre mit südlicher Ansicht des Schlosses von Saint Cloud (Maison de Barthelmy Hervart) aus Vues de St Cloud.
LdF GR-0011 | 1702

Derrière du Château de Saint-Cloud

Le Château Saint-Cloud, Liv. IV. De la Trigonometrie, Planche XVI. Kupferstich aus La Géometrie Pratique von Alain Manesson Mallet.
LdF GR-0022 | 1722

Ansicht des Château de Saint-Cloud über den Ehrenhof

Kupferstich von Antoine Herisset (nach Delamonce) aus Nouvelle Description De La France von Piganiol de la Force.
LdF BÜ-0012 | 1742

Ansicht des Château de Saint-Cloud über den Ehrenhof

Kupferstich aus Curiosités de Paris, de Versailles, Marly, Vincennes, Saint-Cloud - Tomé 2 von Pigagniol de la Force und Saugrin.
LdF ms BR-0003 | 1788

La Bouche du Roi

In Saint-Cloud verfasste Abrechnung der maison bouche von Louis XVI. für das Quartal Oktober 1787 und Zahlungsanweisung.
LP-0064 | 1794

Erhaltung ehemaliger königlicher Residenzen

Revolutionäres Décret N° 2346 zur Erhaltung von Saint-Cloud, Bellevue, Mousseaux, Le Rincy, Versailles, Bagatelle, Sceaux, Isle Adam und Vanvres.
LdF GR-0023 | 1871

Brand des Château de Saint-Cloud

Radierung des brennenden Schlosses aus einer deutschen oder preußischen Illustrierten.
LdF FA-0070 | 1871/75

Palais de Saint-Cloud incendié

CDV/Albuminabzug einer Fotografie des zerstörten sogenannten Orangerie-Flügels von Mique.
LdF FA-0034 | 1871/91

Ruines du Château de Saint-Cloud

CDV/Albuminabzug einer Fotografie des zerstörten Südflügels und Corps de Logis.
LdF FA-0012 | um 1900/10

Saint-Cloud – Chateau bati sous Louis XIV, vers 1660 …

Ansicht des intakten Südflügels und Bassin du Fer à Cheval.
LdF FA-0013 | um 1900/10

Veüe du Château de Saint-Cloud, côté de la grande Avenue …

Reproduktion eines Kupferstichs von Rigaud aus dem Jahr 1730.
LdF FA-0014 | um 1900/10

Vue du Château de Saint-Cloud du côte de l´Orangerie

Ansichtskarte mit der Reproduktion eines Kupferstichs von Rigaud aus dem Jahr 1730.
LdF FA-0028 | 1900/10

La Cour d’honneur

Ansichtskarte mit der Reproduktion einer Radierung aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert mit dem Corps de Logis über den Ehrenhof gesehen.
LdF FA-0029 | 1900/10

Saint-Cloud – Les Ruines du Palais

Ansichtskarte mit der Reproduktion einer älteren Fotografie des gesamten zerstörten Schlosses über den gesicherten Ehrenhof gesehen.
LdF FA-0030 | 1900/10

Parc de Saint-Cloud – Les Ruines du Palais

Ansichtskarte mit der Reproduktion einer älteren Fotografie des zerstörten Corps de Logis und Nordflügels.
LdF FA-0031 | 1900/10

Ruines du Château de St. Cloud

Ansichtskarte mit der Reproduktion einer älteren Fotografie des zerstörten Südflügels und erhaltenem Bassin du Fer à Cheval von Süden her gesehen.
LdF FA-0043 | um 1900/10

Ruine der Schlosskapelle von Saint-Cloud.

Ansichtskarte mit der Reproduktion einer älteren Fotografie der zerstörten Kapelle nach dem Brand von 1870.
LdF FA-0057 | 1900/10

Château bâti vers 1660, incendié en octobre 1870

Ansichtskarte mit der Reproduktion einer älteren Fotografie des zerstörten Hauptgebäudes, Südflügels und erhaltenem Bassin du Fer à Cheval von Süden her gesehen.
LdF FA-0058 | 1900/10

Ruines du l’Escalier d’Honneur

Ansichtskarte mit der Reproduktion einer älteren Fotografie der zerstörten Ehrentreppe des Schlosses von Saint-Cloud.
LdF FA-0019 | 1901

Les Ruines du Palais

Ansichtskarte mit der Reproduktion einer älteren Fotografie des zerstörten Corps de Logis und Nordflügels.
LdF FA-0009 | um 1900/20

Ansichtskarte: Château de Saint-Cloud

Reproduktion eines Kupferstichs von Rigaud aus dem Jahr 1730.
LdF FA-0010 | 1900/20

Emplacement de l’ancien Château

Ansichtskarte mit der Reproduktion einer älteren Fotografie des ehemaligen Standort des Schlosses.

Unter anderem verwendete Quellen und Literatur

[1]Queen Victoria, zit. nach: Pages du journal de la reine Victoria : souvenirs d’un séjour à Paris en 1855, Paris, Le Promeneur, 2008, S. 136.

[2]Vgl. Association Reconstruisons Saint-Cloud, historische Darstellung zur Frühgeschichte von Saint-Cloud und zur Namensentwicklung von Novigentum über Nogent zu Saint-Cloud.

[3]Katharina Krause, Die Maison de plaisance. Landhäuser in der Île-de-France (1660–1730), Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1996, S. 96–109.

[4]Ebd., S. 96–97.

[5]Ebd., S. 97–101.

[6]Élie Brackenhoffer, Voyage en France 1643–1644; Abraham Gölnitz, Le Dauphiné et la Maurienne au XVIIe siècle. Extraits du voyage d’Abraham Gölnitz; John Evelyn, The Diary of John Evelyn.

[7]Vgl. die Reisebeschreibungen von Brackenhoffer, Gölnitz und Evelyn zur Ausstattung und Wahrnehmung Saint-Clouds vor den großen Umbauten Barthélemy Hervarts.

[8]Claude Dulong, Banquier du roi : Barthélemy Hervart (1606–1676), Paris 1951.

[9]Daniel Dessert, Argent, pouvoir et société au Grand Siècle, Paris, Fayard 1984; Claude Dulong, Mazarin et l’argent : banquiers et prête-noms, Paris 2002.

[10]Katharina Krause, Die Maison de plaisance. Landhäuser in der Île-de-France (1660–1730), München/Berlin 1996, S. 101–105.

[11]Michel Jean, Les architectes de l’eau en Provence. De la Renaissance au XXe siècle, Actes Sud, Arles 2011; Raphaël Morera, L’assèchement des marais en France au XVIIe siècle, Rennes 2011.

[12]Vgl. historische Darstellung der Bauphase Barthélemy Hervarts; zur Deutung der frühen Bauphasen siehe Krause, Die Maison de plaisance, S. 101–105.

[13]Bernard Chevallier, Le Palais de Saint-Cloud, Éditions du Patrimoine / Centre des Monuments Nationaux, Paris 2015, S. 4.

[14]Ebd., S. 4.

[15]Ebd., S. 4.

[16]Katharina Krause, Die Maison de plaisance. Landhäuser in der Île-de-France (1660–1730), München/Berlin 1996, S. 106–109.

[17]Norbert Elias, Die höfische Gesellschaft. Untersuchungen zur Soziologie des Königtums und der höfischen Aristokratie, Frankfurt am Main 1983, insbesondere S. 87–148.

[18]Katharina Krause, Die Maison de plaisance. Landhäuser in der Île-de-France (1660–1730), München/Berlin 1996, S. 97–101.

[19]Dirk Van der Cruysse, Madame sein ist ein ellendes Handwerck. Liselotte von der Pfalz – eine deutsche Prinzessin am Hof des Sonnenkönigs, München 2010.

[20]Wilhelm Ludwig Holland (Hg.), Liselotte von der Pfalz. Briefe der Herzogin Elisabeth Charlotte von Orléans aus den Jahren 1676–1722, Stuttgart 1874–1881.

[21]Sigrid von der Gönna, „Liselotte von der Pfalz und ihre Briefe als Quelle höfischer Alltagsgeschichte“, in: Francia 31 (2004), S. 135–158.

[22]Vgl. Heidelberger historische Bestände – digitale Edition der Briefe Liselottes von der Pfalz, Universitätsbibliothek Heidelberg.

[23]Vgl. zur aristokratischen Wohn- und Freizeitkultur in französischen Landsitzen Krause, Die Maison de plaisance, S. 96–97 sowie S. 103–105.

[24]Zeitgenössische Beschreibung des Anwesens von 1864, zitiert nach der historischen Darstellung zum Château de Saint-Cloud.

[25]Vgl. Bernard Chevallier, Le Palais de Saint-Cloud, Paris 2015; außerdem zeitgenössische Ansichten, Photographien und Inventare des 19. Jahrhunderts zur Dokumentation der verlorenen Innenräume.

[26]Vgl. Bernard Chevallier, Le Palais de Saint-Cloud, Paris 2015; zur heutigen Überlieferung architektonischer Fragmente siehe außerdem die historischen Vermittlungen der Domaine nationale de Saint-Cloud.

[27]Vgl. zur Wiederverwendung historischer Architekturfragmente im Parc et Château de Jeurre die dortige historische Darstellung sowie vergleichbare Hinweise in der Forschung zur Nachgeschichte französischer Schlossarchitektur des 19. Jahrhunderts.

[28]Vgl. Domaine nationale de Saint-Cloud, Hinweise zu den erhaltenen Statuen des ehemaligen Fassadenschmucks und zur Nachgeschichte der Schlossfragmente.

[29]Vgl. Domaine nationale de Saint-Cloud, historische Sammlungen und museale Vermittlung zu den erhaltenen Skulpturen und Fragmenten des zerstörten Château de Saint-Cloud.

[30]Vgl. die heutigen Vermittlungsprojekte der Domaine nationale de Saint-Cloud zur Erinnerungskultur des Schlosses sowie die Bemühungen der Association Reconstruisons Saint-Cloud zur angestrebten Rekonstruktion.


Zum Quellen- und Literaturverzeichnis