Editorische Einordnung der Kategorie
Historische Druckschriften, Zeitungen, Zeitschriften und weitere gedruckte Quellen
Die Kategorie Publikationen vereint historische Druckschriften der Collection Louis de France und bildet eine eigenständige Quellengruppe innerhalb des digitalen Archivs. Sie umfasst gedruckte Veröffentlichungen, die nicht als selbstständige Bücher katalogisiert werden. Hierzu zählen unter anderem Flugschriften, Pamphlete, Broschüren, Zeitungen, Zeitschriften, Almanache, Einblattdrucke, amtliche Bekanntmachungen, Festschriften, Reiseberichte, wissenschaftliche Veröffentlichungen sowie weitere historische Druckerzeugnisse. Gemeinsam dokumentieren sie die Geschichte der französischen Monarchie, ihrer Herrscher und ihres politischen, gesellschaftlichen sowie kulturellen Umfeldes.
Entgegen der naheliegenden Erwartung stammen die hier vorgestellten Publikationen nicht ausschließlich aus Frankreich. Die Sammlung vereint Drucke aus zahlreichen Regionen Europas, darunter aus dem Heiligen Römischen Reich, den Niederlanden, Belgien, England, der Schweiz sowie weiteren europäischen Ländern. Viele dieser Werke entstanden bewusst außerhalb Frankreichs und spiegeln die zeitgenössische europäische Wahrnehmung der französischen Monarchie wider. Insbesondere in Zeiten strenger königlicher Zensur, konfessioneller Konflikte oder politischer Umbrüche boten ausländische Druckorte Autoren, Verlegern und Exilanten die Möglichkeit, Texte zu veröffentlichen, die innerhalb Frankreichs nur eingeschränkt oder gar nicht erscheinen konnten. Dadurch eröffnet die Kategorie nicht nur den Blick auf französische Quellen, sondern ebenso auf die vielfältigen Perspektiven Europas auf die Geschichte des französischen Königreichs.
Die bislang erschlossenen Bestände umfassen einen Zeitraum von nahezu drei Jahrhunderten. Zu den ältesten Publikationen gehören mehrere Drucke aus der Cosmographia des Basler Humanisten Sebastian Münster aus dem Jahr 1598. Die jüngsten Objekte stammen aus den 1880er Jahren – aber auch darüber hinaus – und dokumentieren die anhaltende historische Auseinandersetzung mit der französischen Monarchie in illustrierten Zeitschriften und anderen periodischen Veröffentlichungen des 19. Jahrhunderts. Gemeinsam zeichnen diese Quellen nicht nur die Entwicklung Frankreichs vom Ancien Régime über die Französische Revolution, das Erste Kaiserreich, die Restauration und die Julimonarchie nach, sondern spiegeln zugleich den Wandel der europäischen Druck- und Mediengeschichte wider. Sie veranschaulichen die Auswirkungen der sogenannten Medienrevolution des 15. Jahrhunderts, die mit Johannes Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern aus Blei einsetzte, ebenso wie die daraus hervorgegangenen «Papierfluten». Diese veränderten die Verbreitung von Wissen, Nachrichten und politischen Ideen in Europa nachhaltig und führten seit dem 16. Jahrhundert zu einem stetigen Anwachsen der schriftlichen Überlieferung.
Die Vielfalt der Sammlung reicht von offiziellen Verlautbarungen und administrativen Druckwerken über politische Pamphlete, Mazarinades und propagandistische Schriften bis hin zu Reisebeschreibungen, historischen Darstellungen, wissenschaftlichen Abhandlungen, religiösen Veröffentlichungen, illustrierten Periodika sowie zeitgenössischen Zeitungen und Zeitschriften. Als historische Primärquellen vermitteln sie unmittelbare Einblicke in Politik, Diplomatie, Hofleben, Militärwesen, Religion, Kultur und öffentliche Meinungsbildung. Zusammen bilden sie ein facettenreiches Bild der europäischen Druckkultur und ihrer Auseinandersetzung mit der französischen Monarchie.
Alle Publikationen werden nach einheitlichen editorischen und bibliographischen Kriterien wissenschaftlich beschrieben, digital erschlossen sowie fortlaufend dokumentiert. Da zahlreiche Publikationen mehrere historische Themen zugleich berühren, können einzelne Druckwerke zusätzlich in weiteren thematischen Kategorien der Collection Louis de France erscheinen. Diese Mehrfacherschließung ermöglicht unterschiedliche wissenschaftliche Zugänge und erleichtert die Recherche nach Personen, Ereignissen, Orten oder historischen Zusammenhängen.
Signaturschema und digitale Erschließung des Handschriftenbestandes
Der Publikationsbestand wird innerhalb der Sammlung unter der Signaturengruppe «LdF PB» geführt und fortlaufend wissenschaftlich ausgewertet, digital erschlossen sowie im Rahmen der Bestandserhaltung konservatorisch betreut und dokumentiert.
Die einzelnen Signaturen setzen sich aus dem Sammlungskürzel «LdF» (Collection Louis de France), einer quellenspezifischen Kennzeichnung – «pr» für historische Druckwerke beziehungsweise «faks» für Faksimiles –, dem Kategoriekürzel «PB» für handschriftlich überlieferte Dokumente sowie einer fortlaufenden vierstelligen Inventarnummer zusammen.
[Bspw.: Ldf pr PB-0022]
Aus technischen Gründen wird der gesamte Publikationsbestand innerhalb der zusammenhängenden Kategorie Publikationen hier über mehrere fortlaufende Übersichtsseiten hinweg in systematischer Form erschlossen und präsentiert. Die auf den folgenden Übersichtsseiten innerhalb dieser Kategorie vorgestellten Dokumente verfügen jeweils über eigenständige Katalogseiten mit weiterführenden historischen Erläuterungen, Transkriptionen, Literatur- und Quellenapparat sowie Abbildungen der Originalquellen.
Forschung und Leihgaben für Ausstellungen – Wissenschaftliche Nutzung der Sammlung
Die Privatsammlung Collection Louis de France mit Sitz in Dortmund ist ausschließlich über dieses digitale Online-Archiv öffentlich zugänglich. Für wissenschaftliche Forschungsvorhaben, Ausstellungen und Publikationen können nach vorheriger Absprache sowohl Leihgaben als auch hochauflösende Digitalisate angefragt werden. Ebenso ist eine persönliche Einsichtnahme ausgewählter Originalquellen zu wissenschaftlichen und dokumentarischen Zwecken grundsätzlich möglich.